Post-Debakel geht in nächste Runde

Die per Oktober geplante Poststellenschliessung in Hausen sorgt für Unmut. Auch nach der Informationsveranstaltung herrscht kaum Klarheit.

Hausemer Bevölkerung übergibt dem Gemeinderat eine Petition mit Unterschriften. Gemeindeammann Eugen Bless (links) verspricht, den Auftrag der Bevölkerung ernst zu nehmen
Hausemer Bevölkerung übergibt dem Gemeinderat eine Petition mit Unterschriften. Gemeindeammann Eugen Bless (links) verspricht, den Auftrag der Bevölkerung ernst zu nehmen (Bilder: sit)

von
Saskia Iten

11. April 2018
10:00

Bereits vor einem Monat, am 5. März, veranstaltete das Komitee Pro Post Hausen einen Informationsanlass zur geplanten Poststellenschliessung in Hausen. Nebst den Mitgliedern des Komitees waren auch die Gemeinderäte sowie Vertreter der Post anwesend und standen der Bevölkerung Red und Antwort. Schon damals wurde intensiv diskutiert – und bereits damals forderten die Anwesenden konkrete Zahlen. Genau diese wurden ihnen von der Post weder am 5. März noch am 5. April geliefert. Stattdessen informierten die Postvertreter an der Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle über die Aufgabe der schweizerischen Post. Die digitale Entwicklung stelle das Unternehmen vor neue Herausforderungen. «Wir beabsichtigen nicht, Poststellen zu schliessen, sondern unseren Service zu verbessern», erläuterte Vincenzo Pierdomenico, Leiter Verkaufsgebiet Aargau. Deshalb werde das Unternehmen bis 2020 vermehrt auf Partnerlösungen statt auf eigene Agenturen setzen, führte Matthias Fässler, Leiter des Poststellengebietes Brugg fort. Eine solche Partnerlösung, beispielsweise mit dem Volg, ist auch in Hausen eine Option. 

Postvertreter Vincenzo Pierdomenico informiert über die geplanten Änderungen
Postvertreter Vincenzo Pierdomenico informiert über die geplanten Änderungen

 

Post würde 250'000 Franken im Jahr sparen

Damit wollen sich die Hausemer jedoch schlicht nicht zufriedengeben. «Solange keine konkreten Zahlen vorliegen, sind keine Rückschlüsse und Vergleiche möglich. Die Post Hausen rentiert», meldete sich ein Besucher überzeugt zu Wort. Die Postverantwortlichen konterten wiederum, dass dem Gemeinderat Zahlen vorgelegt worden seien. Gemeindeammann Eugen Bless bestätigte: «Zahlen sind so eine Sache. Wir haben viele Zahlen erhalten – aber ob die Poststelle Hausen rentiert, wissen wir nicht.» Vereinzeltes Gelächter, lautes Schnauben. Dann nannte Fässler eine Zahl: «Mit der Partnerlösung spart die Post 250'000 Franken im Jahr ein.» Doch auch diese Antwort lieferte nicht, was erwartet wurde: Nach zwei Stunden zeichnete sich noch immer keine zufriedenstellende Lösung ab.

 

Gemeindeammann Bless: «Wir haben den Auftrag verstanden»

Die Hausemer Bevölkerung kämpft weiter. So wurde dem Gemeinderat an der Veranstaltung eine von verschiedenen Ortsparteien, Gewerbetreibenden und Vereinen unterstützte Petition mit 3912 Unterschriften überreicht – das sind mehr als die Gemeinde Einwohner hat. Gemeindeammann Eugen Bless versicherte, dass der Gemeinderat den Auftrag verstanden habe. «Erste Priorität: Die Poststelle darf nicht geschlossen werden, zweite Priorität: Wir schauen weiter, was wir machen können.» Der Krimi ist noch nicht zu Ende: Das Post-Debakel von Hausen geht somit in die nächste Runde.

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