Räder und Bilder wie aus Porzellan

Die kontrastreichen Werke von Skulpteur Luke Zollinger und Malerin YanYan inspirieren. Am 20. September war Doppel-Vernissage im Gemeindehaus Birmenstorf.

Luke Zollinger und YanYan bei der Vernissage im Gemeindehaus Birmenstorf. (Bild: isp)

23. September 2020
12:31

«Schön, dass zwei namhafte Aargauer Kunstschaffende bei uns ausstellen», freut sich die Kuratorin des Anlasses, Nathalie Detsch Southworth vom Kulturkreis Birmenstorf: «Es ist eine Bereicherung für unser Dorf.» Auch Rudolf Velhagen (Kunsthistoriker, Museen Aargau) war während seiner 30-minütigen Laudiato voll des Lobes über die beiden Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten «und doch sehr viel Verbindendes haben.»

In Luke Zollingers Werken dreht sich alles um die Form des Rades. Als gelernter Ofenbauer kann der in Oberrohrdorf aufgewachsene Künstler auf fundierte Erfahrung im Umgang mit den verschiedensten Materialien zurückgreifen. In seinen vielfältigen Arbeiten geht es oftmals um das physikalische Zusammenspiel von Druck und Zug. Auffallend ist, dass dabei keine einzige Verbindung verlötet oder verschweisst ist.

Seit über zwanzig Jahren lebt die in China geborene Künstlerin YanYan bereits in der Schweiz. Am Institut für bildende Künste der Kunsthochschule Yunnan schloss sie ihr Bachelorstudium in Ölmalerei ab. Ihre bevorzugten Sujets sind Personen und Blumen, aber auch Humor und eine Prise Erotik werden künstlerisch verarbeitet. Dass die Chinesin ein Faible für die Schweiz hat, zeigt sich deutlich in ihren Arbeiten, wie «Made in Switzerland» und «YanYansMatterhorn». Annie Imboden ergänzte die Bilder von YanYan stilvoll in deutscher Kalligrafieschrift, damit die chinesischen Zeichen auch verstanden werden.

Passend zur achtsam gestalteten Ausstellung im Birmenstorfer Gemeindehaus unterhielt Tenor Lex Solomon mit einigen Stücken das zahlreich erschienene Publikum. Der Badener Sänger überraschte mit Werken von «Over the rainbow» aus «The Wizard of Oz» bis zum «Phantom of the Opera». Die Gäste staunten nicht schlecht, als er gar noch ein Schlaflied in jüdischer Sprache vortrug.


Inspiration für andere Kunstschaffende
Therese Voser-Zehnder war ganz angetan von YanYans Werken. Die Birmenstorfer Malerin hatte letztes Jahr selber ihre Bilder, Kraftorte in Acryl, im Gemeindehaus ausgestellt. Auch Steinkünstler Fabian Bopp war interessierter Vernissage-Besucher: «Ich lasse mich gerne inspirieren. Es ist immer spannend zu sehen, was andere Kunstschaffende antreibt.» Bopp hat selbst einige Steinelemente zu Bildern von YanYan beigesteuert.

Auch Ernst Bannwart, Präsident des Kulturkreises Birmenstorf, liess sich diese Vernissage natürlich nicht entgehen. Er selber greift allerdings lieber zu Buchstaben als zum Pinsel: «In früheren Jahren habe ich mich zwar auch mal zeichnerisch in Karikaturen geübt, aber das Schreiben liegt mir definitiv näher.» Hoch erfreut zeigte sich Birmenstorfs Vizeammann Urs Rothlin über sein von YanYan gemaltes Porträt: «Einmalig!» Und ganz ähnlich dürfte es auch den weiteren porträtierten Birmenstorfer Persönlichkeiten gegangen sein.

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