Raum für 1000 neue Einwohner

«Tivoli Garten» heisst die neuste Überbauung von Spreitenbach. Einer der Wohntürme wird so hoch wie die Shoppingcenter-Hochhäuser.

Raffael Brogna (CEO Eiffage), Markus Mötteli (Gemeindepräsident Spreitenbach), Martin Munz (CS Asset Management) betonieren eine Zeitkapsel ein. (Bild: sha)

22. Juni 2022
17:07

Die Blut- und Leberwurst von Spreitenbach erhalten Konkurrenz. So werden die beiden vor über fünfzig Jahren gebauten Shoppingcenter-Hochhäuser im Volksmund genannt. Nun entstehen im benachbarten «Tivoli Garten» im Rahmen der dortigen Grossüberbauung zwei weitere Wohntürme, die zusammen mit den bestehenden Hochhäusern in Zukunft Spreitenbachs markante «Skyline» bilden werden.


445 Mietwohnungen, ein neuer Doppelkindergarten
Nun wächst die Limmattal-Metropole mit heute rund 12'000 Einwohnern, die sich in den letzten Jahren aufgrund des Baus der Limmattalbahn (LTB) immer mehr zur Boomtown entwickelte, gleich in der Grösse eines ganzen Dorfs. Rund 1000 neue Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher dürften in den entstehenden 445 Mietwohnungen ab 2024 leben.

«Wir freuen uns auf die Eröffnung von Tivoli Garten», sagte Markus Mötteli, Gemeindepräsident von Spreitenbach, an der Meilenstein-Feier am Montagvormittag. Für die Gemeinde sei das Projekt ein wichtiges Puzzleteil im modernen Zentrum entlang der Landstrasse und an der Achse zwischen altem Dorfkern und den Erholungsgebieten an der Limmat. An dieser zentralen Lage wird die Gemeinde Spreitenbach zudem einen Doppelkindergarten eröffnen. Gleichzeitig füllt der «Tivoli Garten» die bisher bestehende brachliegende Fläche direkt neben dem Einkaufszentrum Shoppi Tivoli.

Die 445 Mietwohnungen haben Grössen zwischen 1,5 und 5,5 Zimmern. Sie richten sich an eine breite Palette von Bewohnerinnen und Bewohnern, von Singles über Paare bis zu jungen Familien.


Limmattalbahn-Haltestelle und Obi-Baumarkt
Im Sockel des «Tivoli Gartens» befindet sich eine Haltestelle der Limmattalbahn, die in kurzen Abständen einerseits Richtung Bahnhof Killwangen-Spreitenbach und andererseits Richtung Dietikon und Stadt Zürich fährt. Das Shoppi Tivoli mit seinen über 150 Shops und Restaurants liegt gleich nebenan – und der Obi-Baumarkt für Hobbyhandwerker noch näher im Sockelgeschoss des «Tivoli Gartens». Es gibt durchgehende Verbindungen zwischen den Bauten, und auch die Tiefgaragen sind miteinander verknüpft.

«Tivoli Garten» wird laut der Bauherrschaft konsequent nachhaltig aus­gerichtet – neben dem Energielabel «Minergie» wird auch das Gütesiegel «greenproperty Gold» angestrebt, ein Nachhaltigkeitslabel der Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG. Dies sei für viele Mieterinnen und Mieter ein zunehmend wichtiges Argument.
 

Blick aus einer künftigen Wohnung auf die «Tivoli Garten»-Baustelle. Auf der Fläche im «Innenhof» sind die Lichtschächte des Obi-Baumarkts zu sehen, angrenzend entsteht eine Grünfläche mit Spielgeräten für die künftigen Bewohner. (Bild: sha)


Dialog der Hochhäuser
«Tivoli Garten» besteht aus einem Sockelbau, aus dem sich mehrere Hochbauten entwickeln – zwei Hochhäuser sowie drei- bis siebengeschossige Langbauten. Die beiden Wohntürme wirken dabei als identitätsprägendes Merkmal der Überbauung. Sie markieren das neue Zentrum von Spreitenbach und stehen im Dialog mit den in den 60er-Jahren entstandenen Wohnhäusern beim Shoppi Tivoli.

Drittgrösstes Wohnbauprojekt der Schweiz

«Tivoli Garten» gehört zwei Immo­bilienfonds der Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG. Diese ist in Spreitenbach in weiteren Liegenschaften engagiert, darunter auch im Shoppi Tivoli. «Für uns ist ‹Tivoli-Garten› eine ideale Ergänzung zum bisherigen Engagement in Spreitenbach und verdeutlicht unser Bekenntnis zur Gemeinde mit ihren hohen Standortqualitäten», sagte Martin Munz, Leiter Development & Construction. Entworfen wurde das Projekt von der Dachtler Partner AG. Für die Realisierung ist Eiffage Suisse AG als Totalunternehmerin verantwortlich.

«Wir freuen uns, das zurzeit drittgrösste Schweizer Wohnbauprojekt ausführen zu dürfen», erklärte Raffael Brogna, CEO der Total- und Generalunternehmung Eiffage Suisse. Brogna gab einige markante Detailinformationen zum Bau: Die Geschossfläche von «Tivoli-Garten» umfasst 67'700 Quadratmetern, was rund zehn Fussballfeldern entspricht. Verbaut werden 560 Tonnen an Stahlbeton, was für 1000 Airbus-A380-Jets ausreichen würde. Die 8500 Tonnen Bewehrungsstahl würden rund 1000 SBB-Lokomotiven entsprechen. Laut Kevin Dawson, einem der aktuell drei Bauleiter von Eiffage vor Ort, arbeiten derzeit knapp 110 Mitarbeitende auf der gigantischen Baustelle. Ab Ende 2022 rechnet er mit rund 350 Handwerkern, für die es dann acht Bauleiter brauchen wird.
 

Visualisierung des «Tivoli Gartens» mit Haltestelle der Limmattalbahn. (Bild: zvg)


Nächster Halt Limmattalbahn
In den nächsten Monaten wird «Tivoli Garten» weiter in die Höhe wachsen. Gleichzeitig geht im Sockelgeschoss der Ausbau der Fahrbahn der Limmattalbahn und der Haltestelle «Shoppi Tivoli» weiter. Die erste offizielle Fahrt ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgesehen.

Der Obi-Baumarkt soll die Türen für die Kunden in der ersten Hälfte 2024 öffnen, und der Erstbezug der Wohnungen ist laut der Bauherrschaft zwischen Sommer und Herbst 2024 vorgesehen.

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