Römischer Fund als Glücksbringer

Im neuen Motocenter von Max Urech in Windisch wurde eine Bodenvitrine für einen aussergewöhnlichen archäologischen Fund von 2016 feierlich eingeweiht.

Feierliche Beisetzung der Öllampen und Münzen mit Max Urech, Georg Matter, Sonja Streit, Hanni Urech und Hermann Huber (Bild: as)

von
Andrina Sarott

20. März 2019
08:35

Im Herbst 2016 wurde an der Zürcherstrasse in Windisch – genau dort, wo sich jetzt das neue Motocenter von Max Urech befindet – ein spektakulärer Fund gemacht. In und um eine unversehrte Schüssel lagen 22 Öllampen, 21 Bronzemünzen und 22 Lammkeulen. Diese Fundstücke sind die Überreste einer rituellen Handlung mit einer spirituellen Bedeutung. Diese Rituale sollen in der römischen Zeit ein wichtiger Bestandteil des Alltags und des Gedankengutes gewesen sein. Es gab beispielsweise Hausaltare, wo man für jemand anderen oder für sich selbst einen guten Wunsch deponieren konnte. Demzufolge war die Religion allgegenwärtig.

   

Verbindung zur Vergangenheit

Bauherr und Geschäftsführer Max Urech war derart fasziniert von diesem Fund, dass er auf die Idee kam, eine Bodenvitrine mit Kopien der Fundstücke in seiner Motorradausstellung einzurichten. «Denjenigen, die dieses Ritual ausgeführt haben, hat es sicher Glück gebracht. Vielleicht bringt es mir jetzt auch etwas Glück», schmunzelt er. Der Leiter der Kantonsarchäologie Georg Matter ist begeistert davon, dass Max Urech ein Andenken an seine Vorgänger in sein Geschäft integriert hat. «Es ist eine schöne Hommage an die Menschen, die vor 2000 Jahren in diesem Quartier in verschiedenen Werkstätten gearbeitet haben», meint Matter. «Über diese Vitrine wird eine Verbindung zur Vergangenheit geschaffen.» 

   

Für die Öffentlichkeit zugänglich

Passend zu diesem rituellen Akt von damals wurde die Bodenvitrine am Dienstagmorgen feierlich eingeweiht. Gemeinsam mit den Anwesenden legten Max Urech und seine Frau die Kopien der Öllampen und Münzen in die Aussparung am Boden. Unter den Gästen waren Gemeindepräsidentin Heidi Ammon, die zuständigen Mitarbeiter der Kantonsarchäologie und Kathi Zimmermann, die viele der Öllämpchen für die Vitrine in feinster Handarbeit hergestellt hatte. 

Heidi Ammon bedankte sich bei der Familie Urech für ihre grosse Wertschätzung gegenüber der Windischer Geschichte: «Es ist toll, dass sie mit dieser Vitrine die Fundstelle markieren und sie in dieser Form der Öffentlichkeit zugänglich machen.»

Das neue Motocenter von Max Urech wird am Wochenende vom 30. und 31. März offiziell eröffnet.

Kommentare (2)

  1. Brigitte Brüschweiler
    Brigitte Brüschweiler am 26.03.2019
    Ich finde es schön, dass Herr Urech sich die Mühe gemacht hat, ein Andenken zu erstellen. Es ist auch toll, dass wir davon erfahren durften. In dem Zusammenhang mache ich gerne auf meine Römerschmuckstücke aufmerksam. Als erste Goldschmiedin arbeitete ich mit der Kantonsarchäologie zusammen. Alle Schmuckstücke stammen aus der Grabung beim Campus Brugg.
    Antworten

    Neue Antwort auf Kommentar schreiben

  2. Reto
    Reto am 22.03.2019
    Eine tolle Idee! Ein wenig Glück aus einer ruhigeren Zeit hilft jedem Motorradfahrer.
    Viel Erfolg in der neuen Werkstatt!
    Antworten

    Neue Antwort auf Kommentar schreiben

Coop geht, Lidl kommt

Ende Juni hat der Grossver­teiler Coop nach 20 Jahren Präsenz im Shoppi Tivoli... Weiterlesen

«Der Beruf ist schön, aber das System hinkt»

Corinne Zurlinden (30) unterrichtete acht Jahre lang eine Mittelstufenklasse,... Weiterlesen

gemeinde

Repair Café Brugg-Windisch

Reparieren statt wegwerfen. Konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss tun. Weiterlesen

region

Sommervergnügen für die ganze Familie

Das Maislabyrinth am Lugibach, zwischen Wettingen und Würenlos, verspricht ein... Weiterlesen

blog

Der Blindgänger – Niels Walter

Er war jahrelang ein Phänomen – der «sehende Blinde». Sein Fall wurde in den... Weiterlesen