«Romeo» veweist auf die Römer

Die 1979 gegründete Stiftung Domino nimmt den Ausbau ihrer Kapazität in Angriff. Der Neubau wird auf der Wiese an der Hauptstrasse in Hausen realisiert.

Während mit Schaufeln ausgerüstete Bewohnerinnen und Bewohner kräftig Hand anlegten, präsentierten andere Klienten mit Buchstaben die künftige Bezeichnung des entstehenden Wohnhauses. (Bild: mw)

16. September 2020
14:28

Peter Müller hiess am künftigen Standort Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner, Mitglieder der Geschäftsleitung und der Baukommission sowie die für die Planung und Ausführung verantwortlichen Vertreter willkommen. Der Präsident zeigte sich erfreut über den vierten Spatenstich in der Geschichte der ursprünglich als Stiftung für Behinderte Region Brugg-Windisch geführten und 2013 in Stiftung Domino umgetauften Institution. 1982 starteten die Arbeiten an der Regionalen Werkstatt Windisch (heute Mikado), 1998 begann die Realisierung des Wohnheims Domino in Hausen und 2006 jene der neuen Werkstatt Hausen. Nach der Vereinfachung der Bezeichnungen lauten die Namen nun Wohnhaus Domino und Werkstatt.


Ein langer Weg
Heute verfügt die Stiftung über 162 Arbeits- und Beschäftigungsplätze sowie über 52 Wohnplätze. Nun sollen auf der 2009 als längerfristige Landreserve erworbenen Parzelle mit einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern weitere 20 betreute Wohnplätze, 5 Wohnplätze mit integrierter Beschäftigung und 22 Atelierplätze (wovon
14 neue und 8 wegen anderweitigem Raumbedarf im Wohnhaus Domino verlegte) sowie eine unterirdische Parkierung mit 34 Abstellfeldern entstehen.

Die Vorgeschichte hatte gemäss Baukommissionspräsident Peter Schmidlin im  November 2013 mit der Planung durch die Baukommission begonnen. Die im Dezember 2014 anberaumte Jurierung des Projektwettbewerbs endete mit dem Sieg der Metron Architektur AG in Brugg, die bereits an der Planung der regionalen Werkstatt in Windisch beteiligt gewesen war. Nach einem mehrjährigen Moratorium mit einer generellen Überprüfung aller Wohn- und Beschäftigungsplätze im Aargau genehmigte das Departement Bildung, Kultur und Sport im April 2018 die Freigabe für die Weiterplanung, und daraufhin bewilligte der Stiftungsrat Ende 2019 das Bauprojekt und den Kostenvoranschlag im Umfang von rund 13 Millionen Franken. Die von der Stiftung aufzunehmende Hypothek soll im Lauf von 33 Jahren via Tarif refinanziert werden. Die Baueingabe erfolgte im Januar 2020, und nach Eintreffen der Baubewilligung konnte nun mit den Arbeiten begonnen werden.


Rund zwei Jahre Arbeit
Nach dem Abtragen der Humusschicht wird die Kantonsarchäologie voraussichtlich in den kommenden drei Wochen die nicht mehr funktionierende römische Wasserleitung unter dem Baugelände kartieren, bevor der Aushub beginnt. Die andere Leitung, welche von Hausen nach Windisch führt und nach wie vor den Springbrunnen vor dem Hauptgebäude der Klinik Königsfelden speist, wird nicht tangiert. Gemäss Architekt und Projektleiter Nico Abt und Bauleiter Georg Strassburg sollen die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner ihr neues Zuhause im Juni 2022 beziehen können. 


Alphornklänge am Spatenstich
Der von rund hundert Personen verfolgte, von Heinz Waefler, Leiter der Gartengruppe der Abteilung Hauswartung, mit Alphornklängen umrahmte Spatenstich ging mit drei Baggern der Logistik- und Baufirma Hans Meyer AG in Birr über die Bühne. Während mit Schaufeln ausgerüstete Bewohnerinnen und Bewohner kräftig Hand anlegten, präsentierten fünf andere Klienten mit Buchstaben die künftige Bezeichnung des entstehenden Wohnhauses.

Peter Müller erklärte den Namen «Romeo» einerseits mit der Tatsache, dass die Römer mit dem Bau der Wasserleitung vor 2000 Jahren hier tätig waren und damit, dass «Romeo» gut zu «Domino» passe.

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