Rücktritt der Schulpflege gefordert

Geri Müller soll ab 1. August Schulleiter im Brugger Bodenackerschulhaus werden. Der Personalentscheid der Schulpflege polarisiert weiter.

Geri Müller: «Inzwischen ist alles verdaut.»
Umstrittene Wahl von Geri Müller als Schulleiter in Brugg (Bild: Archiv)

30. Juli 2020
09:00

Nach der Stellungnahme der Brugger Schulpflege im General-Anzeiger vom 16. Juli meldet sich das Komitee «Schulleiterwahl überprüfen!» in einer Stellungnahme zu Wort. Den Vorwurf der «Stimmungsmache» lassen dessen Co-Präsidenten Miro Barp und Peter Haudenschild nicht gelten. Sie weisen die Vorwürfe der Schulpflege als unbegründet zurück, wollen von ihr wissen, wen genau sie der «Stimmungsmache» bezichtigen und fordern konkrete Beweise und Belege. 

 

«Demokratisches Recht»

Am 16. Juli hatte das  Komitee der Schulpflege einige Fragen zur Wahl von Geri Müller als Schulleiter gestellt. «Alle diese Fragen waren bei einem professionellen Bewerbungsverfahren ohnehin zu beantworten. Sie betreffen keine heiklen Daten», so die Co-Präsidenten. Sie schreiben: «Die Schulpflege stimmt mit ihrem Vorwurf damit in den Chor unter anderem von Einwohnerräten und ehemaligen Grossräten aus anderen Gemeinden ein, die dem Komitee, den Petitionären und zustimmenden Leserbriefschreibern ‹Hetze›, ‹Rufmord›, ‹Schmutzkampagne›, ‹Schlammschlacht›, ‹Lynchjustiz› und so weiter vorwerfen. Und das bloss, weil das Komitee sein demokratisches Recht mit einer Petition wahrnimmt und fordert, dass bei der Anstellung eines Schulleiters die Grundsätze einer professionellen Personalauswahl mit einem Abgleich des Anforderungsprofils der Stelle mit dem Bewerberprofil angewendet werden. Das ist bedenklich für eine politische Behörde, besonders wenn deren Abschaffung im Raume steht.»

Die Tatsache, dass die Schulpflege erst an ihrer nächsten Sitzung vom 17. August beraten will, wie sie mit den Fragen des Komitees umgeht, bezeichnen Haudenschild und Barp als «Verzögerungstaktik». Es sei unklar, ob sie die konkreten Fragen überhaupt diskutieren, geschweige denn beantworten wolle. Dieses Vorgehen lasse auf «Dienst nach Vorschrift» statt «Dienst am Bürger» schliessen. Das Komitee folgert daraus: «Somit nimmt die Schulpflege die über 650 Petitionäre nicht ernst. Das ist demokratisch nicht akzeptierbar.»  

 

«Auftrag nicht wahrgenommen»

Eine Schulpflege, welche die Brisanz der Wahl von Geri Müller als Schulleiter, Vorgesetzter und Vorbild für Primarschüler sowie Lehrpersonen nicht erkenne und das Wahrnehmen demokratischer Rechte anonym als «Stimmungsmache» bezeichne, nehme ihren Auftrag nicht wahr und gehöre abgeschafft, schreibt das Komitee und fordert: «Diese Schulpflege möge zurücktreten.» Der anonyme Vorwurf der «Stimmungsmache» via Medien wiege zu schwer. Das Komitee würde allerdings statt einer weiteren Eskalation der Situation eine Lösung des Problems «Schulleiter Geri Müller im Bodenacker» bevorzugen, heisst es abschliessend in der Medienmitteilung.

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