Rücktritt gefordert

Das Komitee «Schulleiterwahl überprüfen» sammelte im Rahmen einer Petition über 500 Unterschriften gegen die Wahl Geri Müllers als Schulleiter in Brugg. 

Geri Müller: «Inzwischen ist alles verdaut.»
Rücktritt von Geri Müller gefordert (Bild: Archiv)

08. Juli 2020
18:00

Unter dem Titel «Herr Geri Müller, treten Sie als Schulleiter zurück!» veröffentlichte das Brugger Komitee gegen die Wahl des neuen Schulleiters im Bodenackerschulhaus gestern erste Resultate. «Über 500 Bürgerinnen und Bürger, darunter Lehrpersonen, Väter und Mütter, Unternehmer, Politikerinnen und namhafte Persönlichkeiten aus Brugg fordern den Rücktritt von Geri Müller», schreiben die Co-Präsidenten Miro Barp und Peter Haudenschild. Diese Zahl dürfte ihrer Meinung nach noch deutlich steigen, erwarten sie doch einige Unterschriftenbögen auch noch Tage nach dem Eingabeschluss vom 7. Juli. Zitiert wird in der Stellungnahme auch der langjährige Schulratspräsident des Bezirks Brugg, René Müller, mit der Aussage: «Geri Müller ist für die Schulleiterposition ungeeignet.»

Die Petitionäre halten die Zahl an Unterschriften für bemerkenswert, sei diese doch «trotz Corona-Einschränkungen, Büscheliwoche, Ferien und Repressionsängsten» erreicht worden. So habe man laut Peter Haudenschild nicht aktiv an Haustüren oder in Einkaufszentren Unterschriften gesammelt. Weiter heisst es im Communiqué: «Viele hätten die Petition gerne unterschrieben, taten es aber aus Angst nicht. Dies ist ein schlechtes Klima für Bildung und Erziehung.»

 

Genügend Unterschriften für eine Volksabstimmung

Hochgerechnet hätte das Komitee zwar genug Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt, wie es betont. Entscheide der Schulpflege seien aber abschliessend, und es gebe daher keine Einsprachemöglichkeit. Allein Geri Müller selbst könne zurücktreten und die Schulpflege dem zustimmen. «Als Vorgesetzter von Lehrkräften und Kontaktperson für Eltern wird Geri Müller nicht breit als Vorbild akzeptiert werden. Er integriert nicht, sondern spaltet», heisst es in der Mitteilung des Komitees. 

Man habe zwar versucht, Müller zu erreichen, um ihn zum Rücktritt aufzufordern, doch habe er einzig mit der Abschaltung seiner Homepage reagiert. «Ist diese Gesprächsverweigerung Ausdruck der Sozialkompetenz, die er als Schulleiter pflegen würde?», fragt das Komitee. Es ist überzeugt: «Die von Geri Müller aus dem Stadthaus Baden verschickten Intimbilder werden sein Image auch in seiner neuen Funktion prägen. Das schadet der Schule Brugg. Es handelt sich ja nicht um eine ‹Jugendsünde›, sondern um eine Fehlhandlung, die einer Magistratsperson mit Vorbildfunktion nicht ‹passieren› darf.» Das Komitee fordert die Wahlbehörde auf, mit Geri Müller eine einvernehmliche Lösung zu treffen – und dies möglichst noch vor seinem Antritt als Schulleiter Bodenacker am 1. August.

War dieser Artikel lesenswert?
7

Wir setzen uns mit Herzblut und Know-how für gute Geschichten aus Ihrer Region ein. Wenn auch Sie hochwertigen Journalismus schätzen, können Sie uns spontan unterstützen. Wir danken Ihnen – und bleiben gerne für Sie am Ball.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Dem Traumberuf nähergekommen

Da ich schon länger am Journalismus interessiert bin, habe ich die Chance… Weiterlesen

«Die mit Abstand beste Bundesfeier»

Die meisten Gemeinden verzichten auf ein offizielles 1.-August-Fest. Und wie… Weiterlesen

region

«Wir tragen eine grosse Verantwortung»

Seit März 2019 suchte die Stadt Brugg einen Käufer für die Brunnenmühle. Mit… Weiterlesen

blog

Vogel des Jahres hat Nachwuchs

Junge Neuntöter lernen die Jagd im Anschauungsunterricht von ihren Eltern. Auf… Weiterlesen

region

Der weisse Hirsch von Königsfelden

Im Königsfelder Hirschpark kamen zwischen dem 13. Juni und 1. Juli fünf Kälber… Weiterlesen