RVBW bereit für die Zukunft

Anlässlich der GV der RVBW wurden die wichtigsten Schritte in die Zukunft aufgezeigt. Es zeigte sich, dass die Stossrichtung stimmt.

Visualisierung des Elektrobusses für die Linie 8 der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (Bild: zVg)

von
Peter Graf

22. Mai 2019
09:15

Nebst den Vertretungen aus sieben der acht Aktionärsgemeinden durfte Lorenz Höchli, Präsident des Verwaltungsrates, auch zahlreiche Gäste zur 19. Generalversammlung der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen willkommen heissen. Er verwies darauf, dass der öffentliche Verkehr in der Schweiz einen exzellenten Ruf geniesst und der «Postautoskandal» dieser Tatsache nicht förderlich war. Ebenso skandalös sei es, dass dadurch die ganze Branche unter Kollektivverdacht gerate und die Vergangenheit zwingend aufgearbeitet werden müsse. Im vergangenen Jahr haben Lorenz Höchli und Stefan Kalt, Direktor der RVBW AG, alle Aktionärsgemeinden besucht. Im Zentrum der Gespräche standen eine allfällige Erneuerung des Aktionärsbindungsvertrags und ein Einbezug der Vertragsgemeinden Turgi, Gebenstorf, Birmenstorf und Untersiggenthal. Erfreut zeigte man sich darüber, dass die Aktionärsgemeinden mit den Leistungen der RVBW zufrieden sind und die gute Kommunikation und Zusammenarbeit geschätzt werden.

 

Die Zukunft selbst gestalten

Digitalisierung, automatische Verkehrssysteme und veränderte Kundenbedürfnisse sind für die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs Herausforderung und Chance zugleich. Dabei kommt auch der Verminderung der Umweltbelastung ein hoher Stellenwert zu. Die RVBW haben im Jahr 2018 einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Im Rahmen der Flottenpolitik hat der Verwaltungsrat beschlossen, in den kommenden Jahren auf elektrisch betriebene Stadtbusse zu setzen. Die Einführung soll schrittweise mit zwei «Innovationslinien» erfolgen und dazu dienen, Erfahrungen im Bereich der Elektromobilität zu sammeln. Die Linie 8 (Wettingen – Neuenhof) wird voraussichtlich noch in diesem Jahr die erste auf dem RVBW-Liniennetz sein, welche elektrifiziert wird. Zum Einsatz gelangen ein auf zwei Jahre gemieteter Elektrobus des schwedischen Herstellers Scania und eine Schnelladestation des Schweizer Unternehmens Furrer+Frey. Auf den Fahrplanwechsel 2020/2021 wird die Linie 5 (Baden Baldegg – Ennetbaden) dazukommen. Zudem soll in diesem Jahr der erste Hybrid-Gelenkbus beschafft werden, um die Hybridbus­flotte, bestehend aus vier Normal-Hybridbussen, zu ergänzen. Mit einer angepassten Unterhaltsstrategie, so Stefan Kalt, möchte man den Ersatz von zehn Dieselbussen, welche bereits seit 18 Jahren im Einsatz stehen, die Ersatzbeschaffung hinauszögern. Kalt geht davon aus, dass die ersten Elektrobusse 2024 eingesetzt werden können und die Gelenkbusse 2027 folgen werden. Mit der Unterstützung der Aktionärsgemeinden, dem Besteller und den verschiedenen Partnern blicken die RVBW in eine spannende, herausfordernde Zukunft des ÖV.

 

4'185'000 Kilometer zurückgelegt

Im vergangenen Jahr standen 52 Fahrzeuge der RVBW sowie 14 Busse der Transportbeauftragten Indermühle Bus AG und Twerenbold Bus AG im Einsatz. Gesamthaft wurden auf allen RVBW-Linien 4'185'000 Kilometer zurückgelegt. Die durchschnittlich gefahrene Strecke eines Normalbusses betrug 60'000 Kilometer, jene eines Gelenkbusses 71'000 Kilometer. Im Berichtsjahr wurden 13'495'000 Fahrgäste befördert. Der Frequenzrückgang von 1,7 Prozent wird auf das ungewöhnlich trockene Wetter von April bis November zurückgeführt, welches viele Fahrgäste dazu bewog, mit dem Velo unterwegs zu sein. Als Meilenstein bezeichnete Stefan Kalt die Eröffnung des Schulhausplatzes in Baden – eine der meistbefahrenen Kreuzungen der Schweiz. Am 23. Mai wird die neue Haltestelle Schlossbergplatz eröffnet und so können auch die RVBW den in dieser Form einzigartigen Bustunnel in Europa in Betrieb nehmen. An Werktagen fahren täglich über 620 RVBW- und PostAuto-Busse durch den Tunnel. Bestimmt wird dadurch die Schulhausplatz-Kreuzung entlastet.

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