Schulhaus Feldschen eingeweiht

Das neue Primarschulhaus Feldschen in Schinznach ist zweckmässig, hell und modern. Es fügt sich auch gelungen in die Umgebung ein.

Ansicht des Primarschulhauses Feldschen in Schinznach-Dorf – seit dem 10. August ist es in Betrieb. (Bild: ci)

02. September 2020
13:18

Der Gemeinderat beschloss, trotz der Einschränkungen durch die Covid-19-Epidemie eine Einweihungsfeier in kleinerem Rahmen durchzuführen. Für die ganze Bevölkerung soll dann im Frühjahr 2021 eine Einweihungsfeier stattfinden.


Es brauchte zwei Anläufe
Der Schinznacher Gemeindeammann Urs Leuthard konnte deshalb nur rund dreissig Personen in der neuen Aula begrüssen: Behördenmitglieder, Lehrpersonen, Vereinsdelegationen und am Bau Beteiligte. Leuthard erläuterte die Vorbereitungsarbeiten bis zur Einweihung des neuen Schulhauses. Bereits 2013 wurde festgestellt, dass die Primarschule zusätzliche Räume benötigt. Mit der Annahme des Lehrplans 21 akzentuierte sich der Raumbedarf. Um einen Wettbewerb durchführen zu können, erstellte man ein Pflichtenheft. Die schlichte und kompakte Bauweise des Projekts der Walker Architekten AG überzeugte und wurde zur Weiterbearbeitung empfohlen. Allerdings wurde 2017 der Baukredit von der Gemeindeversammlung zurückgewiesen. Vor allem die generelle Zugänglichkeit wurde bemängelt. Mit einer neuen Baukommission überarbeitete man das Projekt in der Folge. An der Gmeind vom 8. Juni 2018 wurde der Baukredit von 6,45 Millionen Franken schliesslich gutgeheissen. Zu Beginn der Sommerferien 2019 starteten die Abbrucharbeiten des ehemaligen Bezirksschulhauses und damit die Neubauarbeiten. Die neuen Räume konnten knapp ein Jahr später – rechtzeitig zum Schulstart am 10. August – durch die Schulkinder bezogen werden. Im Neubau können die neuen Lernformen umgesetzt werden. Urs Leuthard hofft, dass damit der daneben liegenden Bezirksschule zum Weiterbestand verholfen werden kann.


Schinznacher Stamm als Stütze
Projektleiterin Verena Hartmann vom Architekturbüro Walker erklärte, dass die verwendeten Materialien natürlichen Ursprungs seien. Die Fassade besteht aus unterschiedlich angeordneten Holzbrettern. Das Holz stammt aus Schweizer Wäldern. Ein Baumstamm aus Schinznach stützt die Decke des Eingangsbereichs. Hartmann dankte allen Beteiligten, vor allem der Baukommission und den Handwerkern für die konstruktive Zusammenarbeit. Nachdem sie als Schinznacher Bezirksschülerin von ihrem Biologielehrer einen Zweig von einer Christusdornpflanze bekommen hatte, gab Hartmann diese Pflanze in einem Topf an Schulleiterin Annina Clavadetscher weiter.


«Verschiebung hat sich gelohnt»
Für Architekt Norbert Walker hat sich die Verschiebung um ein Jahr gelohnt. Das Schulhaus habe dadurch qualitativ gewonnen. Als Geschenk wurde von seiner Firma eine Spielkiste aufgestellt. Symbolisch warf er Urs Leuthard einen Spielball zu, der noch in der Spielkiste fehlte.

Zum Schluss übergab Ulrich Salm als Präsident des Vorstandes der Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal Urs Leuthard zwei Tischtennisschläger zusammen mit einem Gutschein für weitere Spiele.


Ästhetisch wunderbarer Bau
Bei einem Rundgang konnte man sich von der zweckmässigen Anordnung und organisatorisch gut durchdachten Organisation der Räume sowie der guten Infrastruktur der Schulzimmer überzeugen.

Das 1923 erbaute Bezirksschulhaus mit der Turnhalle, die später als Aula benützt wurde, ist zurückgebaut worden. An seiner Stelle präsentiert sich nun ein ästhetisch wunderbarer Bau. Das kubusförmige Gebäude wirkt in Richtung zum Feldschenplatz. Ebenerdig – also auch rollstuhlgängig – kann man den Gang und das Treppenhaus betreten. Durch das grosse Oberlichtfenster strömt Tageslicht in das ganze Treppenhaus. Gleich neben dem Eingang ist auf der linken Seite der grosszügige Lift angeordnet. Anschliessend befinden sich zwei Schulzimmer mit Blick auf den grossen Feldschenplatz.

m Obergeschoss findet man vier weitere Schulzimmer und das Lehrerzimmer. Alle Schulzimmer sind modern eingerichtet und haben eine digitale Wandtafel. Insgesamt vier Gruppenräume laden zu individuellem Lernen ein.

Im Untergeschoss, das über den Lift wie auch über je eine breite Treppe von innen und aussen erreichbar ist, befindet sich das grosse Foyer als Zugang zur grosszügigen Aula. In dieser sorgen Vorhänge und eine durchdachte Deckenkonstruktion für optimale Akustik. Die Glasfront im Norden gibt einen wunderbaren Ausblick auf das Rebbaugebiet. Mit einem zusätzlichen Vorhang lässt sich der Raum verkleinern, sodass auch Veranstaltungen mit kleinerer Besucheranzahl möglich sind. Eine mobile Bühne vervollständigt die Infrastruktur der Aula. Neben einer Küche sind weitere Nebenräume wie WC-Anlage, Künstlergarderobe, Materialraum und technische Räume im Untergeschoss angeordnet.

War dieser Artikel lesenswert?

Wir setzen uns mit Herzblut und Know-how für gute Geschichten aus Ihrer Region ein. Wenn auch Sie hochwertigen Journalismus schätzen, können Sie uns spontan unterstützen. Wir danken Ihnen – und bleiben gerne für Sie am Ball.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Eine Maske wie keine andere

Seit 1927 stellt die Firma Künzli aus Windisch Schuhe her. Nun wurde man… Weiterlesen

Sein Ziel ist die Weltspitze

Motorradrennfahrer Jordan Bartucca (14) aus Endingen gehört zu den ganz grossen… Weiterlesen

region

Vom Eisbär bis zur Giraffe

Von Eisbären und Bisons bis hin zu Tigern und Löwen: Der Wettinger Walter Benz… Weiterlesen

region

«Wir sind das Gegenstück zu Grossbanken»

Die Integration der NAB in die CS hat den Konkurrenzkampf der Banken verschärft.… Weiterlesen

region

A wie Abwasser, Z wie Zubetonierung

An der Videopräsentation vom 14. Januar beantworteten die Stadt- und… Weiterlesen