«Sei mutig und setze dir hohe Ziele»

Im festlich aufgemachten Trafo Baden konnte Kunstturner Oliver Hegi vor 700 Gästen den NAB-Award in die Höhe stemmen.

NAB-CEO Roland Herrmann und der frisch gekürte Aargauer des Jahres 2018 Oliver Hegi
NAB-CEO Roland Herrmann und der frisch gekürte Aargauer des Jahres 2018 Oliver Hegi (Bilder: ub)

von
Ursula Burgherr

04. Dezember 2018
11:15

«Wir sind im Kanton Aargau verwurzelt, ohne ihn gäbe es die Bank nicht. Darum wollen wir unserer Kundschaft etwas zurückgeben», meinte NAB-Verwaltungsratspräsident Josef Meier auf die Frage, was für ihn der NAB-Award bedeute. Wie immer begrüsste er jeden Gast am Eingang zur Halle 37 persönlich. Im Kerzenschein der riesigen Kandelaber gab sich die Aargauer Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur ein Stelldichein. Darunter Daniel Knecht, Thierry Burkart, Urs Hofmann und Urs Wehrli (Ursus und Nadeschkin). Letzterer war unter den sieben Nominierten, schaffte es aber nicht ins Finale. Nationalrätin Ruth Humbel findet den NAB-Award wertvoll, weil «er Menschen in den Fokus stellt, die sonst nicht ständig in den Medien sind.» Unternehmer Otto H. Suhner bekundete: «Ich bin tief beeindruckt vom Engagement der Persönlichkeiten, die dieses Jahr von der Jury ausgewählt wurden.» Und der ehemalige Badener Stadtammann und langjährige NAB-Verwaltungsratspräsident Josef Bürge meinte: «Wer im Bruchteil einer Sekunde 40 Menschen das Leben rettet, hätte einen Preis verdient.» Damit verriet er der Journalistin auch gleich seine Favoritin: Zugführerin Franziska Aellen aus Oftringen. Sie verhinderte am 26. Mai 2018 dank ihrer Vollbremsung eine Katastrophe, als ein 10 Tonnen schwerer Kranausleger in die von ihr geführte S-Bahn krachte. Einen grossen Sympathiebonus gab es auch für Pascal Jenny, den gebürtigen Wohlener, der als Tourismusdirektor von Arosa diesen August mit der Eröffnung des «Bärenlands» von sich reden machte. Mit dem ehemaligen Zirkusbären Napa hat der erste von fünf Bären diesen Sommer ein artengerechtes Zuhause im Bündnerland gefunden. Doch der NAB-Award ging mit 34,7 Prozent der Stimmen aus Online- und Publikumsvoting an Kunstturner Oliver Hegi aus Schafisheim, der an den European Championships 2018 in Glasgow Gold am Reck und Bronze am Barren holte und die Schweiz an der Olympiade 2020 in Tokio vertreten will. Natürlich strebt er wieder das Siegertreppchen an. Die Stimmenverteilung war so knapp wie noch nie. Damit ist das Wesentliche schon vorweggenommen. 

  • Charity, von links: Matthias Klöti, Lucia Lanz und Daniele de Min konnten Checks für ihre Projekte in Empfang nehmen
    Charity, von links: Matthias Klöti, Lucia Lanz und Daniele de Min konnten Checks für ihre Projekte in Empfang nehmen

Projekte erhalten Unterstützung

Vor der Wahl des Aargauer des Jahres 2018 wurde der Spannungsbogen natürlich aufgebaut. In der dicht bestuhlten Trafohalle konnte die illustre 700-köpfige Gästeschar eine zweistündige Show geniessen, die von Sven Epiney sympathisch moderiert wurde. Filmeinspielungen auf Grossleinwand und ein beachtliches Scheinwerfer-Aufgebot setzten musikalische Acts wie die Frauen-Combo «Härz», Nick Mellow, Marius Bear und Stimm­artist und Beatboxer «Martin O.» wunderbar in Szene. Ein wichtiger Aspekt beim NAB-Award ist die Gemeinnützigkeit im In- und Ausland. Sibylle Lichtensteiger, Präsidentin des NAB-Charity-Vereins, stellte die Projekte vor, für die dieses Jahr im Vorfeld zu Spenden aufgerufen wurde (die NAB verdoppelte jeweils den von der Öffentlichkeit gespendeten Betrag). Lucia Lanz von der Stiftung Satis in Seon, die Wohn- und Arbeitsplätze für Männer und Frauen mit psychischer Beeinträchtigung bietet, konnte einen Check von 31'259 Franken für den Weiterausbau der Igel-Notpflegestation in Empfang nehmen. «Dank diesem Betrag können wir nächsten Frühling 20 Notfallplätze für Igel einrichten, die von unseren Klientinnen und Klienten betreut werden», zeigte sie sich glücklich. Matthias Klöti von 4africa, einer Nonprofit-Organisation, die Bildungsprojekte im südlichen Afrika initiiert und fördert, freute sich über 34'105 Franken für den Aufbau eines neuen Schulgebäudes inklusive Bibliothek und Küche in Malawi. «Die Kinder sitzen beim Unterricht zum Teil noch auf dem Boden. Schreiner von dort werden 100 Pültli für sie zimmern», erzählte er. Jugendkoordinator Daniele de Min von der Jugendarbeit Aargau AGJA war dankbar und gerührt über 16'501 Franken, die in die Organisation des Mädchen- und Bubenkulturtags 2019 fliessen. 

 

Bestätigung für den Sport

Bevor der finale Glitzerregen fiel und der total überwältigte Aargauer des Jahres Oliver Hegi den vom Wettinger Künstler Anton Egloff kreierten Award mit dem Sternenschweif in Empfang nehmen konnte, meinte Vorjahressieger und Kinderarzt Markus Wopmann als Tipp für den Sieger: «Sei mutig, setze dir hohe Ziele und verfolge sie beharrlich.» Das nimmt sich Hegi zu Herzen: «Diese Nomination gibt mir Schub für mein Training auf die Olympiade. Es ist eine riesige Bestätigung für den Sport und vor allem für das Kunstturnen.» Vielleicht könne er durch Medienaufmerksamkeit dank des NAB-Awards den einen oder anderen Sponsor an Land ziehen. «Das ist in meinen Sport enorm schwierig», gab er sich nach der Show im Interview offen. Den Sieg verdanke er zu einem grossen Teil der Unterstützung von Turnerkolleginnen und -kollegen. «Wir pflegen eine enge Gemeinschaft und halten zusammen.» Vom opulenten und deliziösen Aftershowdinner mit Spezialitäten aus verschiedenen Schweizer Kantonen gönnte er sich nur einige Häppchen. «Ich muss noch Auto fahren und bald wieder ins Training», meinte er. Und verschwand samt Eltern, Freundin und dem neu erworbenen Preis ganz bescheiden und unauffällig in die Nacht. 

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