Sicherheit steht im Vordergrund

Intelligente Steuerung der Strassenbeleuchtung steigert das Sicherheitsgefühl der Verkehrsteilnehmer und reduziert die Lichtverschmutzung.

Diese Lampen werden durch Verkehrsteilnehmer gesteuert
Diese Lampen werden durch Verkehrsteilnehmer gesteuert (Bild: ci)

von
Lorenz Caroli

30. August 2017
09:00

Ausser im Zentrum und auf den Kantonsstrassen wird auf dem Stadtgebiet Brugg in der Regel die öffentliche Beleuchtung nachts zwischen ein und fünf Uhr ausgeschaltet. In diesen Gebieten fühlen sich Fussgänger unsicher. Seit vierzehn Tagen gibt es auf der Kanalstrasse ein neues Lichtkonzept. Die 24 Strassenlampen beleuchten die Strassen auch in der Nacht mit einer fünfprozentigen Grundbeleuchtung. Sobald die Sensoren der ersten Lampe ein Auto, einen Radfahrer, einen Fussgänger oder ein grösseres Tier erfassen, so wird die Beleuchtung dieser Lampe um ca. 15 Prozent auf 20 Prozent erhöht. Je nach der Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer steigern auch die folgenden Leuchten die Leuchtkraft. So begleiten die Lampen die Bewegung des Verkehrsteilnehmers. Nach einer gewissen Zeit gehen die Lampen des hinteren Strassenabschnittes in den ursprünglichen Zustand zurück.


Energieeffizient

Ein ähnliches System wurde vor bald zwei Jahren in der Ländistrasse installiert. Seither hat die Lieferfirma esa­ve ag aus Chur das System weiterentwickelt. Die Möglichkeiten der Steuerung und Überwachung wurden erweitert. Die IBB freut sich, dass sie ein System installieren konnte, das in der Schweiz entwickelt wurde und auch hier produziert wird. So sind die Wege kurz und die Ansprechpartner in der Nähe. Wichtig war auch, dass die bestehenden Kandelaber und das Stromnetz benutzt werden können. Über den Computer kann man im Büro ins System eingreifen und notwendige Änderungen machen. Jede einzelne Leuchte kann konfiguriert werden. Zusätzlich liefert das System verschiedene statistische Auswertungen. Der Stromverbrauch und die Anzahl Schaltungen jeder einzelnen Leuchte können ausgelesen werden. Dies gilt auch für den ganzen Stras­senzug. Mit der intelligenten Lichtsteuerung kann die Energieeffizienz gegenüber einer normalen LED-Stras­senbeleuchtung gesteigert werden. Das Dimmen der Beleuchtung trägt zudem einen Beitrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung bei. 


Erfahrungen

Seit acht Jahren ist die Lieferfirma esave ag auf dem Markt. CEO Rico Kramer gab bekannt, dass das System in Deutschland schon vielfach angewendet wird. Von der Produktion gehen 80 Prozent ins Ausland. Weltweit wurden bisher um 75'000 Leuchten mit den Komponenten der esave bestückt. Allerdings gibt es in der Schweiz auch Schwerpunkte. In Chur, wo bereits 3500 Leuchten montiert sind, und im Kanton Bern werden nur noch intelligente Strassenleuchten montiert. Kramer ist der Meinung, dass es nur so viel Licht braucht, wie notwendig ist. Die bisher gemachten Erfahrungen sind nur positiv. Seit Inbetriebnahme der neuen Strassenbeleuchtung in der Kanalstrasse sind bei der IBB keine Reaktionen eingegangen.

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