Sie gibt Frauen Selbstvertrauen

Früher waren Cornelia Lautenschlager Meisterschaften und Events wichtig. Heute bevorzugt sie das Zwischenmenschliche in ihrem Beruf.

Visagistin war nicht Cornelia Lautenschlagers Traumberuf, aber heute liebt sie ihn sehr. (Bild: cl)

27. Januar 2021
15:16

Das Kosmetikstudio von Cornelia Lautenschlager befindet sich im unteren Stock ihres Hauses an der Bifangstrasse. Die hübsche junge Frau zeigt ihr kleines, gemütliches Reich. Ein grosser Tisch, etwas abgetrennt eine grosse Liege für Gesichts- und Wimpernbehandlungen, ein Sofa. An der Wand hängen diverse Zertifikate, auch Bilder von den Meisterschaften, an denen sie teilnahm und ins Finale kam. Hier schminkt die 32-Jährige die Frauen, macht Gesichts- und Wimpernbehandlungen, gibt Kurse und Beratungen. «Ich mag die Abwechslung in diesem Beruf», sagt Cornelia Lautenschlager. Bei all ihren Tätigkeiten stehe aber immer der Mensch im Zentrum. «Es ist schön zu sehen, dass das Selbstbewusstsein der Kundinnen gestärkt wird, und sie zufrieden und dankbar sind,» sagt sie. Gerade jetzt, wo das Leben eingeschränkt ist, würden es die Frauen umso mehr geniessen, sich etwas Gutes zu tun.


Flexibilität ist gefragt
Der Lockdown im letzten März änderte alles. Hochzeiten wurden abgesagt, Kurse fielen aus, die Visagistenschule musste schliessen. «Ich musste mir etwas einfallen lassen», erzählt Cornelia Lautenschlager rückblickend. Sie suchte Lösungen und fand sie. Sie machte Videos über verschiedene Themen, gab online Schminkkurse und optimierte ihren Bestellservice. Glücklicherweise kann sie auf einen treuen Kundenstamm zurückgreifen. «Die Frauen reagierten sehr positiv darauf und schätzen den Service», führt sie aus. Viele Frauen suchten auch nach einem neuen Hobby oder einem neuen Job. Mit ihrer breiten Erfahrung und den vielen Kontakten kann sie diesen Frauen oftmals zu einer neuen Beschäftigung verhelfen. Mittlerweile hat sie auch wieder Termine für Hochzeits-Make-ups. Gerade an diesem Morgen habe sie ein Probeschminken mit einer Frau gehabt, die im Frühling heiratet. Sie konnte die Kundin kennenlernen, sich ein Bild von ihr und der bevorstehenden Hochzeit machen und so ein auf sie zugeschnittenes Make-up wählen. Ihre Aufgabe sei, die Persönlichkeit der Braut zu unterstreichen. «Es ist mir wichtig, dass die Frau das Gefühl hat, sie selber zu sein», betont Lautenschlager.


«Etwas Kreatives machen»
Vor zehn Jahren liess sich Cornelia Lautenschlager zur Visagistin ausbilden und ist noch immer begeistert von diesem Beruf. Dabei war er in ihrer Jugend nie ihr Traumberuf. «Wenn man mir als Teenager gesagt hätte, dass ich einmal ein Kosmetikstudio besitzen würde, hätte ich es nicht geglaubt», erzählt sie lachend. Sie machte sich weder aus Schminken noch aus Mode etwas. Auch als sie von ihren Eltern einen Schminkkurs geschenkt bekam, zeigte dieser keine nachhaltige Wirkung. Das Interesse erwachte viel später, als sie nach einer kreativen Tätigkeit suchte, die ihr neue berufliche Möglichkeiten eröffnet.


Wurzeln in Ehrendingen
Aufgewachsen ist Cornelia Lautenschlager in Ehrendingen. Dort absolvierte sie auch auf der Gemeinde ihre KV-Lehre. Nach der Lehre fand sie eine Stelle in einer Anwaltskanzlei in Baden. Sie arbeitete Teilzeit, damit sie einen Lehrgang an der Textilfachschule besuchen konnte. Doch sie merkte schnell, dass dies nicht der Weg war, den sie weiterverfolgen wollte. Die Möglichkeiten sind unendlich, und die Arbeit wird nur wenig anerkannt. Ganz anders als Visagistin, wo das Ziel klar gesteckt ist. «In erster Linie geht es darum, dass die Frau sich schön fühlt und zufrieden ist», erläutert sie. Zudem wusste sie schon lange, dass sie ein freiheitsliebender Mensch ist. In ihrer aktuellen Lebenssituation kann sie ihren Tagesablauf flexibel selber gestalten, was sie sehr schätzt.


Ein Haus ganz nach ihren Bedürfnissen gebaut
Vor sieben Jahren ist Cornelia Lautenschlager nach Wettingen gezogen. Ursprünglich stand dort das Haus ihrer Grossmutter. Sie liess es abreissen und ein neues nach ihren Bedürfnissen bauen. So hat sie oben ihre Wohnung, und unten betreut sie die Kundinnen. Sie fühle sich sehr wohl in diesem Quartier, da sie einige Nachbarn bereits seit ihrer Kindheit kennt.

Obwohl sich seit Corona vieles verändert hat, blickt Cornelia Lautenschlager optimistisch in die Zukunft. «Ich will offen und innovativ bleiben» sagt sie. Und die zwischenmenschlichen Beziehungen hätten an Bedeutung gewonnen. «Sie sind mir wichtiger, als die Teilnahme an Meisterschaften oder Events.»

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