Sie glauben fest ans «EigeFäscht»

Ursprünglich sollte das Dorffest von Birr und Lupfig – das EigeFäscht – 2021 stattfinden. Nun ist man froh um den Verschiebungsentscheid.

Eingespieltes Team: Andreas Bender (links) und Ivano Colomberotto vom OK «EigeFäscht 2022»: «Wir wünschen uns ein multikulturelles Fest!» (Bild: sha)

16. September 2020
14:21

Gewerbeausstellung Eigeschau erst 2023

Die Gewerbeausstellung Eigeschau in Birr hätte im Oktober 2020 stattfinden sollen, musste aber Corona-bedingt verschoben werden. Darüber haben die Organisatoren bereits im Frühjahr informiert. Nun steht das neue Datum für die nächste Eigeschau fest: Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. Oktober 2023. «Für die Durchführung benötigen wir beide Mehrzweckhallen des Schulhauses Nidermatt in Birr, und diese sind durch das Militär und Sportvereine bereits weit im Voraus ausgebucht», so der OK-Präsident Thomas Burkard. «Ich freue mich, dass die Kollegen aus dem OK mehrheitlich wieder dabei sind und wir – wenn auch mit Verspätung – eine tolle Ausstellung im Eigenamt organisieren können.» Bei allen Unternehmen und Organisationen, die sich für dieses Jahr angemeldet haben, sowie auch Partnern und Lieferanten möchte sich das OK herzlich bedanken. Man freue sich auf viele gute Begegnungen im Jahr 2023, wie es in einer Pressemitteilung heisst.

Die beiden Co-Präsidenten des EigeFäschts kennen und verstehen sich glänzend: Andreas Bender (Birr) und Ivano Colomberotto (Lupfig) haben schon oft im OK des jährlich stattfindenden Brötliexamens zusammengearbeitet. Auf die Frage, wann denn das letzte gemeinsame Dorffest ausserhalb des Brötliexamens stattgefunden habe, schauen sie sich aber zweifelnd an. «Das muss vor 50 Jahren gewesen sein, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Gemeinden», erklärt Colomberotto schliesslich, und Bender fügt lachend an: «Da können wir uns halt kaum noch dran erinnern, denn so alt sind wir ja noch nicht.»

Nun sind fünf Jahrzehnte ins Land gezogen, und die Zeit ist wieder reif, um die gute Nachbarschaft gebührend zu feiern. Die Gemeindeversammlungen von Birr und Lupfig haben je einen Kredit von 90 000 Franken für das Fest gesprochen, dessen Budget folglich 180 000 Franken beträgt. Eigentlich stand das EigeFäscht unter dem Motto «Zäme fiire» für das kommende Jahr auf dem Programm.


Schon zwanzig fixe Anmeldungen
Doch unter den gegebenen Umständen, ist das OK froh, dass das Dorffest um ein Jahr auf den 19. bis
21. August 2022 verschoben werden konnte. In den letzten Monaten hat man intensiv an verschiedenen Konzepten und Reglementen gefeilt. Und: Trotz Coronabedingtem Stillstand hätten sich schon erfreulich viele Vereine und Gruppierungen für das EigeFäscht angemeldet: zwanzig fixe Anmeldungen liegen vor. Da vereinsinterne Dikussionen in dieser Zeit schwierig und Generalversammlungen im ersten Halbjahr praktisch unmöglich waren, hat das OK die Anmeldefristen vom Frühjahr auf Ende 2020 verlängert. «Wir wünschen uns nach wie vor einen multikulturellen Mix mit ganz grossen, aber auch kleinen Festbetrieben», informiert Andreas Bender anlässlich einer Medienkonferenz.


Info-Abend am 24. September
Gerade von den ausländischen Gruppierungen – in den Eigenämter Gemeinden leben Menschen aus 50 verschiedenen Nationen – hätten sich noch nicht viele angemeldet. Hier gebe es noch Nachholbedarf. Am Donnerstag, 24. September, findet um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Breite in Lupfig deshalb ein Informationsabend statt. Auch Vereine oder Gruppierungen aus den umliegenden Gemeinden sind willkommen. Die Dauer der Information wird auf etwa eine Stunde geschätzt.
Jeder Verein soll selbst bestimmen dürfen, welche Speisen er anbieten möchte. «Wir wollen ihnen nicht dreinreden, sondern bloss koordinieren, damit nicht alle das Gleiche kochen und servieren», so Hans Utz, der für das Marketing im OK zuständig ist. Man wolle beraten und niemandem im Regen stehen lassen.
Was bereits feststeht: «Wir fordern von den Festbeizen eine Umsatzbeteiligung ein. Im Gegenzug stellen wir den Vereinen sehr viel Infrastruktur zur Verfügung, die wir nicht verrechnen», erklärt Andreas Bender.


Knacknuss Bierkartell
Aber nicht nur die Speisen sorgen im Vorfeld eines Festes für Diskussionen, sondern auch das nicht minder wichtige Flüssige: Das gute, alte Bierkartell schwirre immer noch in den Köpfen herum. Man erklärte dem OK mehrfach, im Eigenamt werde Feldschlösschen getrunken. Doch man entschied sich für die Badener Biermarke Müller Bräu als Exklusivlieferanten, und dies aus gutem Grund: «Müller Bräu baut bis 2022 in Lupfig ihr neues Auslieferungslager und ist uns als regionale Brauerei zudem sehr gewogen», so Co-Präsident Ivano Colomberotto zum Entscheid des OK. Die Badener Marke habe achtzehn verschiedene Biere und natürlich auch viele andere Getränke im Sortiment, weswegen für alle etwas dabei sein sollte.


«Wollen ein Begegnungsfest»
Für das musikalische Line-up des EigeFäschts 2022 ist die Kulturkommission zuständig. Zusammengefasst sieht der Plan für Freitagabend Bands der Sparten «Rock und Oldies» vor, am Samstag ist eher das Genre «Urbane Bands und Charts» gefragt, und am Sonntag schliesslich «Volkstümliche Lieder und Musik». Generell sind regionale Band im Fokus, sofern aber Sponsoren gefunden werden können, stünde auch dem Engagement eines Publikumsmagneten nichts im Wege, wie es hiess. Bezüglich ihrer Beizen will das OK den Vereinen keine Vorgaben machen. Aber: Dass die Bauten gemütlich seien, liege im eigenen Interesse jedes Vereins. Genauso wie die Tatsache, dass der Bau keine allzu grossen Kosten verschlingen sollte. Livemusik in den Beizen sei selbstverständlich erlaubt, aber die Lautstärke sollte 97 Dezibel nicht überschreiten. «Wir werden die Lautstärke messen», verspricht Bender und bekräftigt: «Es soll schliesslich ein Begegnungsfest sein, an dem man einander versteht.

Apropos Begegnungen: Das OK hofft auf rund 8000 Besucherinnen und Besucher pro Tag. Diese können voraussichtlich auch mit dem «Eigenämter Blitz» – einem Tschu-Tschu-Bähnli zum Festperimeter gelangen.
Kein Zweifel: Die beiden Co-Präsidenten versprühen grosse Vorfreude und strahlen Zuversicht aus. «Bis 2022 sollte die Pandemie hoffentlich vorbei sein.» Dazu passt auch folgendes Zitat von ihnen: «Wir glauben fäscht ans EigeFäscht!»

 

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