Sie hat die Politik im Blut

Michaela Huser ist der politische Shootingstar im Kanton. Die SVP-Politikerin erzielte bei den Grossratswahlen das beste Ergebnis. Wer ist sie?

Michaela Huser an einem ihrer Lieblingsplätze beim Schloss Schartenfels. (Bild: gk)

18. November 2020
18:15

Exakt 10 033 Stimmen– dies war die magische Zahl nach den Grossratswahlen im Oktober dieses Jahres. So viele Stimmen hatte nur Michaela Huser, 33 Jahre alt. Huser gehört zur jungen und aufstrebenden Generation auf dem Aargauer Politparkett. Das Schloss Schartenfels ‒ hoch über Wettingen – ist einer der Lieblingsplätze Husers. Ihr Blick schweift hinab in die Weite. «Diese Stimmenzahl hat mich sehr gefreut», sagt sie. «Es ist ein schönes Zeichen der Bevölkerung, dass sie meine Politik unterstützt. Das motiviert mich sehr. Und es zeigt auch, dass bürgerliche Werte und liberale Ideen nach wie vor gefragt sind.» Huser gehört seit 2017 dem Grossen Rat des Kantons Aargau an. Seit 2014 ist sie im Einwohnerrat in Wettingen.


Master in Volkswirtschaft
Im Oktober 2019 kandidierte sie zum ersten Mal für den Nationalrat. Ihre Wahlplakate waren auffallend. Ihr attraktives Äusseres mit den leuchtend blauen Augen zog einige Blicke auf sich. Doch darauf will sich Huser nicht reduzieren lassen: Huser hat einen Master in Volks- und Betriebswirtschaft und arbeitet als Ökonomin bei der Helvetia Versicherung im Vorsorgebereich.

Die Politik hat Huser im Blut, oder besser in der DNA. Sie wurde in Wettingen in einen KMU-Betrieb hineingeboren; die Huser Gebäudetechnik AG wurde von ihrem Ur-Ur-Grossvater gegründet. Heute ist ihr Vater der Inhaber und Geschäftsführer. Michaela Huser und ihre beiden jüngeren Schwestern sitzen im Verwaltungsrat der Firma. Huser erzählt, dass das Unternehmen auch künftig in der Familie bleiben soll. Und so spürt man, dass ihr Vater, Daniel Huser, immer wichtig war für sie. «Mein Vater war viele Jahre in Wettingen im Gemeinderat. So habe ich das politische Leben quasi immer hautnah miterlebt», so Huser. «Ich habe mir lange geschworen, das tue ich mir nie an! Das kostet zu viele Nerven!»


Prompt in den Einwohnerrat gewählt
Und dann doch! Wie kam das? «Bei meiner beruflichen Tätigkeit wurde mir immer wieder bewusst, dass wir unserem Wirtschafts- und Werkplatz Sorge tragen müssen. Ich wollte die Chancen in unserem politischen System nutzen und mitwirken – nicht nur zuschauen. Vor sieben Jahren habe ich für den Einwohnerrat in Wettingen kandidiert. Ich wurde prompt gewählt. Und mit den Debatten im Einwohnerrat bekam ich Spass am Politisieren!»

Jung, aufstrebend und intelligent – so der erste Eindruck von Michaela Huser. Trifft man sie persönlich, so stellt sie eine spannende Mischung dar. Knallharte SVP-Frau auf der einen Seite, persönlich sehr einfühlsam auf der anderen Seite. Doch wer ist Michaela Huser? «Mir geht es um die Sache. Ich setze mich aus Überzeugung für eine Politik ein, die Wettingen, den Aargau und die Schweiz langfristig erfolgreich und lebenswert machen. Ich ärgere mich immer wieder über unnötige Gesetze und zu viel Bürokratie. Dagegen kämpfe ich.» Huser, im Sternzeichen Zwilling geboren, meint: «Die Kombination von Berufsleben und Politik gefällt mir. Perspektivenwechsel macht das Leben spannend. Wichtig ist für mich, dass ich jeden Tag mit einem guten Gefühl in den Spiegel schauen kann.» Freiheit ist ein wichtiger Wert in ihrem Leben. «Freiheit und Selbstverantwortung gehören eng zusammen. Das bedeutet, dass man auch die Konsequenzen seiner Entscheide tragen muss. Ich finde es falsch, dass der Staat immer mehr regulieren will und so die Unternehmen einschränkt, aber auch die Bürger bevormundet.»


Bundesbern wäre ein mögliches Ziel
Ein wesentlicher Wert in ihrem privaten Leben sei ihre Heimat. Huser, Ortsbürgerin von Wettingen, sagt: «Ich bin hier verwurzelt. Meine Familie und meine Freunde sind hier, und ich finde, Wettingen hat einen speziellen Charme.» Und wo sind ihre weiteren politischen Ziele? «Klar wäre Bern ein Ziel, aber ich könnte mir auch ein Exekutivamt vorstellen. Doch das Wichtigste ist: Ich will meine Arbeit als Grossrätin und Einwohnerrätin gut machen.»

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