Sitzbänke werden Corona-konform

«Gesundheit kommt an erster Stelle»: Damit der nötige Abstand ­garantiert ist, lässt der ­Gemeinderat die Sitzfläche auf den 32 roten Bänken in ­Endingen anpassen – für rund 12'000 Franken.

Gemeindeammann Ralf Werder und Hanspeter Keller vom Hausdienst ­präsentieren den Prototyp beim Gemeindehaus Endingen. (BILD: IS)

01. April 2021
06:00

Die Gemeinde Endingen hat seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder mit innovativen Ideen für Aufsehen gesorgt. Auch der neuste «Coup» der Surbtaler Gemeinde dürfte bald Nachahmer finden: Am Montag entschied der Gemeinderat einstimmig, dass die roten Sitzbänke in den Dorfteilen Endingen und Unterendingen umgebaut werden müssen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. «Auf einer normalen Bank besteht schnell die Gefahr, dass der Abstand nicht mehr garantiert ist», begründet Gemeindeammann Ralf Werder: «Wir haben unseren Hausdienst deshalb gebeten, nach einer Lösung zu suchen.»

Anfang Woche präsentierte Hauswart Hanspeter Keller den Prototyp, der beim Gemeinderat sofort auf Zustimmung stiess: Das lange Mittelstück wurde entfernt, sodass die Bank nun nur noch zwei einzelne Sitzflächen mit gebührendem Abstand hat. Der Prototyp wird künftig beim Schalter in der Gemeindekanzlei platziert.

 

Spielraum für Fehler in der Beschriftung

 

Die Umrüstung soll ab dem 1. April beginnen. «Ziel ist, dass alle Bänke bis zum Sommer ersetzt sind», so Werder. Die Kosten für die gesamte Aktion betragen 350 Franken pro ­Exemplar, bei 32 Bänken also total 11'200 Franken. Um noch etwas Spielraum zu haben – etwa für Tippfehler bei der Beschriftung –, hat der Gemeinderat sogar einen ausserordentlichen Budget­betrag von 12'000 Franken bewilligt. Denn jedes der 32 Bänklein, die in den beiden Dorfteilen Endingen und Unterendingen verteilt stehen, ist mit einem eigenen, zum Standort passenden Spruch beschriftet: «endingen.ch hier zusammen …» Die Idee dazu war 2014 nach der Fusion der beiden Dorfteile entstanden. 

­Ammann Werder ist überglücklich über die innovative Idee seiner Angestellten: «Die Gesundheit unserer Einwohnerinnen und Einwohner steht für die Gemeinde an erster Stelle. Nun können sie wieder ohne schlechtes Gewissen auf den Bänken zusammen sitzen und plaudern.»

Die Idee kommt auch andernorts gut an: Dem Vernehmen nach haben die Stadträte von Baden und Brugg bereits in Endingen nachgefragt, ob das Corona-Bänkli patentiert sei.

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Kommentare (1)

  • Isabel Steiner Peterhans
    Isabel Steiner Peterhans
    am 01.04.2021
    Was für eine wunderbare Idee! Vielleicht könnte man ja (auch) noch Plastikwände auf den Bänklis montieren, so wäre man auf der sicheren Seite. Diese würde ich dann gerne sponsern ;).

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