So macht Französisch Spass

Am 30. Mai führen die 5. und 6. Primarschulklasse Freienwil ihr Theaterstück «La Nouvelle» auf. Mit dem Erlös wird das Abschlusslager finanziert.

Die Schüler proben für das Stück «La Nouvelle»
Die Schüler proben für das Stück «La Nouvelle» (Bilder: zVg/Sabrina Pugliatti)

von
Ilona Scherer

24. Mai 2018
09:00

Erste Szene: Baden, Busbahnhof. Jim chillt am Handy. Offensichtlich spielt er ein Game. John gesellt sich dazu. «Hey, was geht?» – «Easy, nüt Neus. Ah doch, bin es Level wiiter …» Sie starren in ihre Handys, nebeneinander sitzend. Vani und Leonie kommen dazu, werden aber nicht beachtet. «Typisch Jungs», motzt Vani. Leonie nickt: «Wenn’s am Zocke sind, dänn lauft nüt meh …» – Vani: «Weisch no i de Vierte? Da hätt mer mit ihne no chöne spiele …!»

* Dieser Text ist in Zusammenarbeit mit der Sechstklässlerin Shanna Allemann entstanden.

 

Ja, lang ists her: Aus den Buben von damals sind Jugendliche geworden, die im Sommer an die Oberstufe wechseln und damit auch irgendwo Abschied von ihrer Kindheit nehmen. Bevor sie die Schule Freienwil aber verlassen, gehen die Sechstklässler zusammen mit der 5. Klasse Ende Juni ins traditionelle Abschlusslager. Diesmal ist das Ziel Genf, wo sie eine Woche lang mit dem Velo die französische Schweiz erkunden. Um die Reise zu finanzieren, führt die Doppelklasse am 30. Mai ein Theaterstück auf: «La Nouvelle» stammt aus der Feder ihres Lehrers François Ruedin. Die Klasse – vor allem die Sechstklässler, die bereits Französischunterricht haben – muss auf der Bühne auch fliessend Französisch sprechen. 

  • Die 5. und 6. Klasse beim Proben im Saal des Weissen Windes
    Die 5. und 6. Klasse beim Proben im Saal des Weissen Windes
  • Irina Meier (links) führt Regie, Lea Hirschi spielt die Hauptperson Laurianne
    Irina Meier (links) führt Regie, Lea Hirschi spielt die Hauptperson Laurianne

Band mit zwei Rappern

Ruedin, der als Musical-Autor (Taxi, The American) bekannt ist, führt jedoch nicht selbst Regie bei «La Nouvelle» (die Neue) – das ist Aufgabe der Fünftklässlerin Irina Meier. «Die Klasse versucht, möglichst viel selber zu planen und zu organisieren, da das Stück von Herrn Ruedin geschrieben wurde», schreibt die Medienabteilung in einer Pressemitteilung. Auch die Schüler, die nicht auf der Bühne stehen, sind ins Projekt eingebunden: Sie designen die Flyer und Plakate, planen die Bühnenbilder sowie die (selbst gemachten) Snacks und Getränke, die im Weissen Wind gratis offeriert werden.

Das Stück handelt von einem Mädchen namens Laurianne (gespielt von Lea Hirschi), das aus der französischen Schweiz neu in die Klasse kommt und hier nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Schliesslich verschwindet auch noch ihre teure Designer-Jacke. Die taucht zwar wieder auf, aber unter mysteriösen Umständen. Der Lehrer (nicht gespielt von François Ruedin!) beauftragt seine Klasse, eine Vorstellung zu planen, bei der jeder Einzelne einbezogen ist. Die Klasse entscheidet sich dafür, eine Band mit zwei Rappern und zwei Tänzerinnen zu gründen. Diese Vorstellung wird am Ende des Theaters auch tatsächlich auf der Schaukastenbühne aufgeführt. 

 

Witzige Szenen

In den dreizehn kurzweiligen Szenen gibt es auch viel zu lachen. Etwa wenn die Schüler wehmütig an frühere Unterrichtsmethoden zurückdenken: «D Ufträg, d Wucheplän, alles isch klar gsi, mer hät sich chöne uf d Arbet konzentriere!», oder: «Dä Lehrer hät en Vogel mit sine Kompetänze!» Die Jugendlichen durften die Namen ihrer Rollen selber wählen. Für die Charaktere brauchte Lehrer François Ruedin gar nicht viel Fantasie: «Jeder spielt im Stück quasi sich selbst», sagt er schmunzelnd. Da ist der hoch aufgeschossene Klassenstar «Jason», der ständig «für kleine Jungs» muss. Oder der Bergler «Kurt», der selbst im Winter mit kurzen Hosen zur Schule kommt. «Kira» ist eine Streberin, die manchmal nervt, weil sie so klug ist. Und «Vani» und «Leonie» sind Tussis, die ausser Kleidern, Jungs und Schminke nicht viel im Köpfchen haben. 

Natürlich sind die Rollen total übertrieben dargestellt, aber hey: Das ist ein Theaterstück! 

Mittwoch. 30. Mai, 18 und 19.30 Uhr
Saal im 1. Stock, Weisser Wind
Freienwil

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