Sparmassnahmen haben gegriffen

Die Rechnung 2017 der Einwohnergemeinde Wettingen schliesst mit einem bescheidenen Ertragsüberschuss von 152'700 Franken ab.

Gemeindehaus Wettingen
Gemeindehaus Wettingen (Bild: Archiv)

von
Peter Graf

11. April 2018
10:35

Das Budget 2017 der Einwohnergemeinde Wettingen sah eine ausgeglichene Erfolgsrechnung vor. Nun, so Vizeammann und Finanzvorsteher Markus Maibach, resultiert im Rechnungsabschluss 2017 zwar ein knapper Überschuss, aber eben auch ein negatives operatives Ergebnis von 1,24 Millionen Franken. Dieses konnte, wie bereits im Vorjahr, durch einen Landverkauf und die budgetierte Entnahme aus der Aufwertungsreserve infolge Mehrabschreibungen ausgeglichen werden. Vom Ergebnis zeigte sich auch Gemeindeammann Roland Kuster zufrieden. Man sei auf Kurs, so Markus Maibach, aber noch nicht über den Berg. Weitere Einsparungen von rund 850'000 Franken konnten vor allem beim Personalaufwand erzielt werden. Zu verzeichnen gab es auch Einsparungen von ­­330'000 Franken beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand. Maibach hielt fest, dass trotz Sparbemühungen der bauliche Unterhalt von Liegenschaften und Strassen nicht vernachlässigt wurde.

 

Punktlandung bei Einnahmen 

Ein erheblicher Mehraufwand resultiert aus den Bereichen Pflegefinanzierung (plus 1,3 Millionen Franken) und Sozialhilfe (Nettoaufwand plus 1,3 Millionen Franken). Während im Bereich der Sozialhilfe bereits im vergangenen Herbst Massnahmen ergriffen wurde, welche auch greifen und sich nun im Budgetrahmen bewegen, sei man bei der Pflegefinanzierung auf Prognosen angewiesen. Die durch den Kanton vorfinanzierten Beiträge werden an die zivilrechtlichen Wohnsitzgemeinden, welche die Restkosten der Pflege schliesslich tragen, weiterverrechnet. In seinen Ausführungen stellt Martin Frey, Leiter der Finanzverwaltung fest, dass in den Jahren 2012 bis 2015 die Fehlbeträge zwischen den budgetierten und den vereinnahmten Steuererträgen besonders gross waren. So sei die Differenz von 109'000 Franken zwischen Budget (50'740 Millionen Franken) und Rechnung (50'631 Millionen Franken) als Punktlandung zu bezeichnen. Frey sprach auch die schlechte Zahlungsmoral an. Von rund 13'000 Steuerpflichtigen muss jeder vierte gemahnt werden. Er verwies auch auf den Aufwand, welcher die Ausarbeitung von Stundungen sowie die Betreibung jedes neunten Steuerpflichtigen mit sich bringt.

 

Schulden werden ansteigen

Die 2017 vorab in Schulbauten getätigten Investitionen werden mit 18,9 Millionen Franken beziffert. Mit 3,83 Millionen Franken liegt die Selbstfinanzierung bei 20,3 Prozent. Obwohl man momentan von den historisch tiefen Zinsen profitiere, sich aber ein Anstieg abzeichne, gelte es, dies nicht aus den Augen zu verlieren. Mit rund 30 Millionen Franken werden die Investitionen aber auch im laufenden Jahr zu Buche schlagen und die Schulden weiter ansteigen lassen. Im vergangenen Jahr lag die Nettoschuld pro Einwohner mit 3770 Franken deutlich über dem kantonalen Richtwert von 2500 Franken. Maibach wies darauf hin, dass man sich gegenwärtig in einer intensiven Investitionsphase befinde. Die Investitionen in die Infrastruktur tragen aber auch zu einem erheblichen Mehrwert bei. Diese Schulden, so Martin Frey, lassen sich in einer grossen Gemeinde künftig auch besser abbauen als in einer kleineren Gemeinde. Als strategisches Ziel hat der Gemeinderat vor einem Jahr in Aussicht gestellt, künftig ein positives operatives Ergebnis und eine ausgeglichene Erfolgsrechnung ohne Sondereffekte anzustreben. Die bewilligte Steuerfusserhöhung um drei Prozent sowie die beschlossenen Sparmassnahmen der LOVA 2 sollen dazu beitragen. Der Gemeinderat ist bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Er wird dabei durch eine fachkompetente, effiziente und schlanke Verwaltung unterstützt.

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