«Sponsoren sind enorm wichtig»

Das Budget für das Brugger Stadtfest beläuft sich auf eine Million. Rund die Hälfte davon wird durch Sponsoren gedeckt. Rolf Wolfensberger erklärt das Konzept.

OK-Mitglied Rolf Wolfensberger hat schon unzählige Stunden für die Sponsorensuche investiert; sie ist dank seiner guten Kontakte erfolgreich verlaufen
OK-Mitglied Rolf Wolfensberger hat schon unzählige Stunden für die Sponsorensuche investiert; sie ist dank seiner guten Kontakte erfolgreich verlaufen (Bild: sha)

von
Stefan Haller

10. März 2019
09:00

Rolf Wolfensberger, 54

Der gebürtige Winterthurer Rolf Wolfensberger hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach einer Banklehre arbeitete er als Kreditsachbearbeiter und als Firmenkundenberater. 1994 trat er als stellvertretender Kreditchef in die NAB ein und war ab  Dezember 2006 verantwortlich für den Firmenkundenbereich in Brugg. Seit Juli 2015 ist er als Regionleiter Brugg verantwortlich für das Privatkundengeschäft, das Private Banking und das Firmenkundengeschäft. Rolf Wolfensberger ist Betriebswirtschafter HF und verfügt unter anderem über einen Master of Advanced Studies FHNW in Corporate Finance CFO. Er engagiert sich als Vizepräsident im Vorstand der AIHK Region Brugg und im VR des Medizinischen Zentrum Brugg (MZB). 

Der 54-jährige Familienvater ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau (einer Auensteiner Ortsbürgerin) und seinem Sohn seit über 20 Jahren in Auenstein, wo er auch Präsident der Steuerkommission ist. Seine Freizeit verbringt Rolf Wolfensberger gern im Kreis seiner Familie und beim Lesen. Sportlich ist er unter anderem als Golfspieler aktiv.

Die Vorarbeiten für das Stadtfest Brugg 2019 laufen auf Hochtouren. Der Grossanlass an zwei Wochenenden Ende August und Anfang September wird die Prophetenstadt mottogetreu «verfärben» und soll sie in einem ganz anderen Licht erstrahlen lassen. Eine der Schlüsselpositionen im Organisationskomitee inne hat Rolf Wolfensberger. Der Regionenleiter Brugg ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Neuen Aargauer Bank (NAB). Davor leitete der in Auenstein wohnhafte Bankangestellte während acht Jahren das Firmenkundengeschäft Brugg und ist in der Region bestens vernetzt. E-journal hat sich mit ihm über das Stadtfest-Sponsoring unterhalten.

 

Herr Wolfensberger, Sie sind im Stadtfest-OK fürs Sponsoring verantwortlich. Wie wichtig sind die Sponsoren für den Grossanlass?

Enorm wichtig! Am Anfang eines solchen Festes existierten ja viele Ideen, und es entstehen Konzepte. Irgendwann merkt man: Diese Ideen sind mit Kosten verbunden. Umsetzen können wir sie nur, wenn die Finanzierung gesichert ist. 

 

Wie kamen Sie zu diesem verantwortungsvollen Posten im OK?

Ich stiess als Letzter im OK dazu. Das war Ende 2017. Via Präsident Jürg Baur landete das Dossier auf meinem Tisch. Vermutlich hatte sich niemand wirklich darum gerissen (lacht). 

 

Es tönt nach viel Arbeit, die sie zu bewältigen haben. Weshalb nahmen Sie diese auf sich?

Das kann man sagen. Vor allem zu Beginn war es ein enormer Aufwand, den ich vielleicht etwas unterschätzte. Man investiert unheimlich viele Stunden. Aber das ist auch bei anderen OK-Mitgliedern so. Da leisten ganz viele Leute sehr viel ehrenamtliche Arbeit. Mein Beweggrund ist unter anderem auch dieser, dass ich der Region mit meinem Engagement etwas zurückgeben möchte. So ein Stadtfest ist für die Region eine riesige Möglichkeit, nachhaltig etwas zu bewegen. 

 

Mittlerweile steht bereits ein Grossteil des Sponsoringkonzepts. Ist nun ihre Arbeit beendet?

Oh, nein das ist noch nicht abgeschlossen (schmunzelt). Am 27. Februar haben wir einen Partneranlass im Salzhaus für alle Sponsoren organisiert. In dessen Rahmen wurden die Sponsoren aus erster Hand über den Stand der Aktivitäten informiert. Ein spezielles Highlight war eine Kostprobe des Theaterprojekts «Heimat 52». Zudem haben wir bereits einige Namen bekannt gegeben, die für die Musik am Stadtfest sorgen werden: Es sind dies Singer-Songwriter James Gruntz und Popstar Luca Hänni. Eines der Aushängeschilder an einem Event-Tag wird zudem Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi sein. Mit einem weiteren nationalen Musik-Topact sind wir in Verhandlung, da kann ich heute noch nichts weiteres dazu sagen. 

 

Klingt nach erheblichen Kosten, die für Gagen investiert werden! Wie hoch ist das Geamtbudget und wie sieht das Sponsoringkonzept aus?

Das Gesamtbudget des Stadtfests beläuft sich auf eine Million Franken. Davon kann rund die Hälfte durch Sponsoren gedeckt werden. Die andere Hälfte wird durch den Verkauf der Festpässe sowie Gebühren der Festwirtschaften generiert. Gerade bei der Anzahl der verkauften Festpässe kann man aber nicht so genau budgetieren. Wir rechnen einmal mit Einnahmen in der Grös­senordnung von 350 000 Franken für Festpassverkäufe an beiden Wochenenden sowie 50 000 Festbesuchern. Das Wetter spielt aber eine grosse Rolle und hat Auswirkungen auf die Zahl der Festbesucher. Die Sponsoren hingegen bilden eine feste Grös­se, deren Beiträge man exakt berechnen kann.

 

Wie sieht das Sponsoringkonzept des Stadtfests 2019 aus?

Wir haben zwei Patronatspartner, ohne deren grosszügigen Support die Durchführung eines Stadtfestes dieser Dimension nicht möglich wäre. Dies sind die Stadt Brugg, die unter anderem auch eine Defizitgarantie beisteuert, sowie die IBB Energie AG, welche unter anderem den Strom liefert. Wir haben acht Haupt-Partner (Sponsoringbetrag 20 000 Franken), zwölf Co-Partner (10 000 Franken), elf Partner (5000 Franken) sowie 13 Gönner (ab 1000 Franken). Mit Ausnahme der Gönner ist die Suche heute abgeschlossen. Wer aber noch Gönner werden möchte, kann sich gerne bei uns melden. 

 

Die Wirtschaftslage war auch schon besser als heute. Wie schwierig war es, die Sponsoren für ein Engagement zu gewinnen? 

Das OK spürte seitens des lokalen und regionalen Gewerbes eine sehr offene Haltung gegenüber dem Stadtfest. Klar, die Sponsoren hätten sagen können: «Weshalb sollte ich 10 000 Franken besteuern, was bringt mir das?» Es gelang uns jedoch, aufzuzeigen, dass der Nutzen vielleicht nicht unmittelbar sichtbar wird, aber die Nachhaltigkeit und die Wirkung der Präsenz gegeben ist. Dabei war uns immer klar: Es muss gelingen, Partner aus der Region zu gewinnen. Bei der Suche halfen mir sicher auch meine bestehenden Kontakte. Hervorheben möchte ich das gemeinsame Engagement der beiden Platzbanken AKB und NAB als Haupt-Partner, das ist für einen Grossanlass aussergewöhnlich. Wir haben aber auch viele lokale Dienstleister und Unternehmen aus dem Baugewerbe gewinnen können. Manche gelten ihren Beitrag durch Arbeitsleistungen ab, zum Beispiel ein Sicherheitsunternehmen, das es heute bei einem solchen Grossanlass braucht. Das ist dann eine ideale Kombination für beide Vertragspartner.

 

Gibt es auch Sponsoren, die sie ablehnten?

Ja, das kam vor. Wie gesagt, wollten wir auf die Region fokussieren. Die Sponsoren stammen aus einem Gebiet, das von Aarau bis Würenlingen reicht, mit Schwergewicht in der Kernregion Brugg. Eine Anfrage eines Tabakunternehmens haben wir abschlägig beurteilt.

 

Worauf freuen Sie sich am meisten am Stadtfest?

Im Gegensatz zu vielen OK-Kolleginnen und -kollegen habe ich das Glück, dass ich es während des Fests etwas ruhiger angehen lassen kann und ich deshalb sicher zum Feiern kommen werden. Ich freue mich darauf, mich zusammen mit meiner Frau unters Festvolk zu mischen und die vielen kulturellen und kulinarischen Höhepunkte geniessen zu dürfen. Auch freue ich mich auf gute und gesellige Kontakte. Das ist dann mein Lohn für die Arbeit und die Mitwirkung im OK.

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