Stabwechsel an der Spitze

Stiftungsratspräsident Peter Müller übergibt sein Amt per 1. Januar 2021 nach mehr als vier Jahrzehnten an seinen Nachfolger Philipp Küng.

Noch-Stiftungsratspräsident Peter Müller mit seinem Nachfolger Philipp Küng. (Bild: mw)

25. November 2020
16:14

Ab Beginn des kommenden Jahres wird in der Führung der in Hausen domizilierten Stiftung Domino für Menschen mit Behinderung Region Brugg-Windisch ein Wechsel mit richtungsweisender Bedeutung für die weitere Zukunft der am 7. Dezember 1979 gegründeten Institution stattfinden. Peter Müller gibt mit  75 Jahren die damals übernommene Leitungsaufgabe in jüngere Hände weiter. Anlässlich einer Medieninformation hielt er vorab auf die vier Jahrzehnte seines Engagements Rückschau, dies unter anderem mit der Feststellung: «Es war mir immer eine grosse Freude und Genugtuung, dass ich mich während rund vierzig Jahren für ein erfolgreiches Gedeihen der Stiftung einsetzen durfte.» Und weiter: «Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, sehe ich viele Meilensteine, Zeugen der kontinuierlichen Entwicklung aus kleinen Anfängen zu einem mittelgrossen, gut vernetzten sozialen Unternehmen.»


Heute ein stattliches KMU
Gemäss seinen Ausführungen entstand die Stiftung aus dem Elternverein, dem heute noch existierenden Verein insieme Brugg-Windisch heraus, in dessen Vorstand Vizepräsident Müller als Vater eines Sohnes mit Trisomie 21 seit jeher ebenfalls aktiv ist. 1983 konnte an der Habsburgstrasse die Einweihung der Regionalen Werkstatt Windisch gefeiert werden. 1985 folgte die Eröffnung einer Filiale in Brugg, und fünf Jahre später kam eine Aussenwohngruppe in Brugg hinzu. Zur Jahrtausendwende stand  die Einweihung des Wohnheims Domino in Hausen auf dem Programm. Und weiter ging es «Schlag auf Schlag» mit folgenden Meilensteinen in der dynamisch verlaufenden Geschichte: 2008 Einweihung der Werkstatt Hausen sowie Eröffnung Mikado Café & Shop im Werkstattgebäude Windisch, Wechsel von der Bezeichnung Stiftung für Behinderte Region Brugg-Windisch zu Stiftung Domino (2013), Wiedereröffnung Mikado nach umfassender Sanierung (2018) und Spatenstich für neues Wohnhaus Hausen (14. September 2020), das 2022 bezugsbereit sein wird. Das 40-Jahr-Jubiläum der Stiftung konnte wegen der gravierenden Corona-Pandemie nicht gefeiert werden. Aktuell sind in Brugg-Windisch und Hausen 51 Wohnplätze plus 156 Arbeits- und Beschäftigungsplätze im Angebot. 2019 bestanden 108 Arbeitspensen für Angestellte (entsprechend 76 Vollzeitstellen), die für die Klienten tätig sind. Der Betriebsumsatz betrug 11,46 Millionen Franken. Der Stiftungsrat umfasst 19, die Betriebskommission 10 und die Geschäftsleitung 6 Personen.


Ein Nachbar als Nachfolger
Der künftige Stiftungsratspräsident Philipp Küng ist auf der Reutenen, in unmittelbarer Nähe der HPS Windisch und des heutigen Mikado, aufgewachsen und deshalb auch Nachbar von des hier wohnhaften Peter Müller. Dieser kennt seinen designierten Nachfolger seit dessen Kindheit. Der nunmehr 56-jährige Jurist (lic. iur. und Rechtsanwalt) ist Mitglied der Geschäftsleitung der Migros-Pensionskasse in Schlieren. Dem Vater eines 17-jährigen Sohnes und einer 15-jährigen Tochter stehen Menschen mit besonderen Bedürfnissen nahe, was sich in seinem Mitwirken im Verein insieme zeigt, für den er vor Jahren bei der Durchführung und Organisation von Ferienwochen mithalf. Für die Jugend setzte er sich von 2010 bis 2017 auch als Mitglied beziehungsweise Präsident der Schulpflege Windisch ein. Im Gegensatz zu Peter Müller hat Küng keine familiär bedingte Verbindung zur Stiftung Domino, sondern eine intensive nachbarschaftliche. In der zehnköpfigen Betriebskommission konnte er sich seit 2019 auf seine künftige Aufgabe vorbereiten.


Ein magischer Zauberstab
Peter Müller erklärte zum Führungswechsel: «Wir haben für diesen Übergang das Bild des Stabwechsels gewählt. Deshalb habe ich einen Zauberstab mitgebracht, mit dem der neue Präsident künftig bei Bedarf auch magische Kräfte mobilisieren kann. Die wirbelnden farbigen Teile im Innern des Stabes möchte ich auch als Sinnbild sehen für die grosse Vielfalt der Menschen mit besonderen Bedürfnissen, für die und mit denen die Stiftung Domino unterwegs ist.» Und wer Peter Müller kennt, weiss, dass er sein Aufgabenpensum zwar reduziert, aber als sozial denkender Mensch seine Hände wohl kaum in den Schoss legen wird. Affaire à suivre…   

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