Stärken ausgespielt

Von funkig bis melodiös präsentierte das Jugendspiel Surbtal an seinem Jahreskonzert in Ehrendingen Grossartiges. Dazu gab es ein rasantes Online-Quiz.

Die Begeisterung des Jugendspiels ist bei jedem Stück hörbar
Die Begeisterung des Jugendspiels ist bei jedem Stück hörbar (Bild: ce)

von
Claudio Eckmann

22. Mai 2019
10:00

Schon beim Einmarsch merkte man den jungen Musikanten ihre Spielfreude an: Vierreihig marschierten sie durchs Publikum zur Bühne, und sogleich gab es den ersten frenetischen Begrüssungsapplaus. Was macht das Jugendspiel Surbtal so attraktiv? Zwei ehemalige Spielerinnen erzählen: Es sei halt schon etwas Besonderes, nach dem Musikschulunterricht zum ersten Mal in einem grossen Orchester – aktuell hat das Jugendspiel 32 Mitglieder – mitzumachen. Klar gebe es auch im Musikunterricht Ensembles, aber da sei man nur etwa zu sechst. Dann der grosse Schlagzeugblock beim Jugendspiel, das gebe dem Spiel einen unglaublich satten Boden. Und die vielen Showelemente machten die Konzerte jedesmal zu einem Erlebnis.

 

Auch das Publikum kam zum Zug

Und genau so war es beim Jahreskonzert am Samstag. Die Schlagzeugtruppe, unauffällig im Hintergrund platziert, lieferte den soliden Background, und die Bläser überzeugten mit hochwertigem Spiel. Showmässig kam das Publikum gleich von Anfang an zum Zug: Beim Online-Quiz mit modernsten Mitteln konnte jeder per Smartphone mitspielen. Fragen und Resultate waren rasant auf dem riesigen Bildschirm projiziert – das Ganze übrigens pannenfrei. Die teils witzigen, teils schwierigen Fragen drehten sich etwa um das Lagerleben in der Musikwoche in Sedrun, was das Antworten nicht gerade leicht machte.Musikalisch überzeugten die jungen Musiker im ersten Konzertteil besonders bei «Uptown Funk», die typisch funkigen, schwierigen und raschen Einwürfe waren sehr präzise gespielt sowie beim Stück «Perfect» mit den vielen Soloauftritten. Im zweiten Konzertteil blühte das Jugendspiel noch mehr auf. Beim bekannten Stück «Music» kamen die Spielerinnen und Spieler ganz aus sich heraus, bei den kraftvollen wie auch bei den feineren Passagen. Das Stück «Hey Jude» war klanglich wunderbar intoniert.

  

Das Zauberwort lautet «Üben» 

Zentrale Figur des Jugendspiels ist Dirigent Yves Jordi, der sich selbst nicht als Dirigent, sondern lieber als Bandleader bezeichnet. Wie schafft er das hohe Qualitätsniveau? Er versuche stets eine Kombination aus Motivierung und einer gewissen Strenge, meinte er im Gespräch. Denn das Zauberwort laute halt nach wie vor «Üben». Wie erfolgt die Stückeauswahl? Er als Bandleader mache Vorschläge, dabei tausche man sich laufend untereinander aus, via Smartphone würden Musikbeispiele übermittelt, bevor sich die Truppe auf die Stücke einige. 

Fast wie ein Fremdkörper kam einem im diesjährigen Programm der zwar bekannte, aber halt doch traditionelle Marsch «Marignan» vor. Es sei ihm wichtig, bei seinen Musikanten den Horizont breit zu halten und sich nicht auf eine Stilrichtung zu beschränken, betonte Jordi. Die weitere musikalische Zukunft der jungen Musiker – mit etwa 22 Jahren endet die Karriere im Jugendspiel – sei ja vielfältig: Einige wagen sich an eigene Bandprojekte, viele wechseln in die örtlichen Musikgesellschaften. Yves Jordi ist es ein grosses Anliegen, die Freude an der Musik vermitteln zu können. Und was ist mit den Gerüchten, dass er selber seine Tätigkeit im Jugendspiel bald beenden werde? Nein, meinte er, es laufe so gut und die Stimmung sei – gegenseitig! – so gut, da werde er sicher noch eine Weile weitermachen.

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