Start für Innovationscampus

200 Gäste aus Wirtschaft, Forschung, Industrie und Politik feierten am 7. November den Baubeginn für die Erweiterung des Innovations-Parks in Villigen.

Der 7. November 2019 war für den Park Innovaare und für den Kanton Aargau ein historischer Moment: mit dem Spatenstich-Festakt auf dem Bauareal an der Villigerstrasse, vis-à-vis dem PSI, begann der Ausbau des Parks Innovaare (Bild: sha)

12. November 2019
15:00

Auf 23'000 Quadratmetern Fläche entsteht in den nächsten vier Jahren in Villigen ein forschungsorientierter Bau. Dieser wird Büros, erschütterungsfreie Forschungslabore und Reinräume enthalten – und damit ein Hightech-Ökosystem kreieren, in dem sich Innovateure aus der Wirtschaft und Forschungsabteilungen gegenseitig inspirieren sollen. Hauptmieter der ersten Stufe des Ausbaus ist mit rund 70 Prozent das Paul Scherrer Institut (PSI), realisiert wird der Bau vom Totalunternehmer Erne AG aus Laufenburg. Der Park Innovaare ist einer von fünf Innovationsparks der nationalen Initiative «Switzerland Innovation».

 

«Gut Ding will Weile haben»

Martina Hirayama, Direktorin des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation in Bern, erinnerte in ihrer Ansprache an die zehnjährige Vorlaufzeit des Projekts: «Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Und ein solch gutes Ding ist der Schweizerische Innovationspark.» Mit dem PSI habe man ein renommiertes Forschungsinstitut sozusagen Tür an Tür, was besten Nährboden für innovative Forschung und Platz für Wachstum biete, sagte Hirayama. Sie zitierte US-Unternehmer Warren Buffett: «Preis ist, was Du bezahlst, Wert ist, was Du bekommst.»

Auch Landammann Urs Hofmann kam nochmals auf die Vorgeschichte des Parks Innovaare zu sprechen, seit am 28. Oktober 2009 vom EDI die Gesetzesgrundlagen für die Schaffung eines Schweizer Innovationsparkes geschaffen worden waren. Der Kanton Aargau habe sofort begonnen, sich Gedanken zu machen, wie man sich positionieren könne. «Für uns stand fest, dass der Aargau zur Exzellenz des Innovationsstandortes Schweiz beitragen kann.»

Für Remo Lütolf, VR-Präsident Innovaare AG, ist der 7. November «der wohl bedeutendste Tag seit Gründung des Parks Innovaare». Er sei ein Symbol für die Öffnung unseres Landes gegenüber der Welt. «Der Park Innovaare ermöglicht Forschung und Entwicklung in neuen Dimensionen», ist Remo Lütolf überzeugt.

10 Jahre Planungszeit sind vorbei – mit dem Drücken des Buzzers fiel der Startschuss (Bild: zVg | Markus Fischer, PSI)

 

Investor seit Juni bekannt

Ein kurzer Blick zurück: Im Juni dieses Jahres konnte die Geschäftsführung des Parks Innovaare bekannt geben, dass der Hauptinvestor für das grosse Campus-Gebäude gefunden ist: Die CPV/CAP Coop Pensionskasse investiert 155 Millionen Franken in den komplexen, auf Forschung, Entwicklung und Innovation ausgerichteten Neubau an der Villigerstrasse, vis-à-vis dem Areal West des PSI. Damit war der Startschuss für die Erweiterung des Parks Innovaare gegeben, der seit seiner Gründung im Jahr 2015 bereits 14 Hightech-Start-ups ansiedeln konnte. Bis Ende 2019 werden es 16 Firmen sein. 

Der CEO des Parks Innovaare, Benno Rechsteiner, freute sich sehr über diesen bedeutenden Moment: «Wir können unseren bestehenden Mietern jetzt viel mehr Platz für ihre geplante Expansion anbieten. Durch die Ansiedlung von Forschungsabteilungen von in- und ausländischen Firmen, KMU und weiteren Start-ups werden wir im Park Innovaare einen äusserst spannenden Firmenmix kreieren.» 

Auch Thierry Strässle, PSI-Direktor ad interim, wandte sich an die Anwesenden: «Park Innovaare sehen wir als ein Instrument, mit dem das PSI verstärkt seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen kann, Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung der Industrie zur Verfügung zu stellen, damit diese daraus innovative Produkte oder Prozesse entwickelt und auf den Markt bringt.» Diesen Technologietransfer von der Forschung in die Industrie wolle man mit dem Park Innovaare intensivieren. Und als Zeichen, dass dies dem PSI ein zentrales Anliegen ist, zügle man selbst mit einigen Organisationseinheiten in den Park – das PSI mietet etwa zwei Drittel der ersten Etappe des Parks Innovaare langfristig.»

 

Für 2023 geplante Eröffnung

Für Erich Erne, VR-Präsident der Bauunternehmung Erne AG, ist der Park Innovaare spürbar eine Herzensangelegenheit. In den zehn Planungsjahren habe man viele Hochs und Tiefs erlebt, aber niemals den Glauben verloren, so Erne. Mit dem Engagement des ehemaligen CEO des Parks Innovaare, Daniel Kündig, im Jahr 2013 habe das Projekt definitiv an Fahrt aufgenommen. Für Erne steht fest: «Es ist ein Leuchtturmprojekt.» Dieses zeige auf, dass man mutig sein und mutig bleiben müsse, um langfristig Erfolg zu haben. 

 

Respekt vor Schwerverkehr

Der Villiger Gemeindeammann René Probst begrüsste die Gäste humorvoll mit «Willkommen in Villigen Valley» und zog Parallelen zum Silicon Valley in der San Francisco Bay Area. Dort sei durch die Hightech-Revolution seinerzeit ein Bauboom ausgelöst worden. «Bei uns ist zwar Wohnungsnot noch nicht in Sicht», meinte Probst schmunzelnd. Er sei indes überzeugt,  dass der Park Innovaare eine grosse Chance für die ganze Region bedeute. Nicht unerwähnt liess er, dass man Respekt vor den rund vierjährigen Bauarbeiten und dem damit verbundenen Schwerverkehr durch das Dorf habe. Ende 2023 soll der Innovations-Campus in Betrieb gehen. 

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