Start in unbekanntes Abenteuer

Seit neun Jahren spielt Jessica Müller aus Endingen leidenschaftlich Handball. Nun wechselt die U-16-Nationalspielerin an die Handballakademie in Cham.

Jessica Müller spielt im Rückraum Mitte beim LK Zug (Bild: zVg)

24. Juni 2020
09:30

Dass sie eine von den wenigen auserwählten Personen ist, die es an die neue Spitzensportakademie geschafft haben, macht Jessica Müller richtig stolz: «Das ganze Umfeld im OYM ist etwas vom Besten, was es in Europa gibt», gerät die 16-Jährige ins Schwärmen. Neben der Förderung im Training wird dort auch die Ernährung und das ganze Umfeld von Profis wissenschaftlich begleitet und unterstützt. Jessica freut sich auf ein «gros­ses, unbekanntes Abenteuer». Ein bisschen nervös sei sie jedoch schon, gibt die Endingerin zu.

 

Als Siebenjährige den Handball entdeckt

Handball ist Jessica Müllers grosse Leidenschaft, seitdem sie sieben Jahre alt ist. Schliesslich wuchs sie in der Handball-Hochburg Endingen auf. «Schon nach dem Schnuppertraining beim TV Endingen wusste ich: Das ist genau mein Sport. Tempo, Kampf und Taktik, ein gemeinsames Ziel erreichen – all dies ist unglaublich schön.» 

In den ersten Jahren durfte sie mit den Jungs spielen. Davon habe sie profitiert, ist sie heute überzeugt. «Nachdem ich ihnen und den Gegnern bewiesen hatte, was ich kann, zeigten sie Respekt vor mir und akzeptierten mich als ihre Mitspielerin.» Ein Highlight war der Schweizer Meistertitel mit der U-13-Mannschaft, ein Jahr später folgte die Vizemeisterschaft.

Die Leistungen der Endingerin fielen auch dem Handballtrainer der Sportschule in Buchs-Aarau auf. Er kontaktierte die Familie und wollte Jessica für einen Wechsel begeistern. Die damals 13-Jährige musste sich das gut überlegen, denn alleine nach Aarau zu pendeln, war neu für sie. «Am Ende war ich aber überglücklich, dass ich mich dafür entschieden habe. So konnte ich jeden Tag trainieren – und war schon wieder das einzige Mädchen unter älteren Jungs.» Im Juli beendet sie das letzte Semester an der Bezirksschule der Sportschule.

 

Wechsel zum Traditionsklub LK Zug

Seit zwei Jahren spielt Jessica Müller  beim LK Zug, einem der traditionsreichsten Vereine im Frauenhandball. «Es war die beste Entscheidung, nach Zug zu wechseln», ist die Rückraum-spielerin überzeugt: «Hier konnte ich von einem noch professionelleren Umfeld profitieren.» Nun ist die 16-Jährige bereit für den nächsten Meilenstein in Richtung ihres gros­sen Ziels, des Auslands. Seit 2019 ist sie Mitglied des U-16-Nationalteams und im Förder­kader der Frauen Schweiz. 

Ihre Eltern haben Jessica auf ihrem Weg stets unterstützt. «Ich bin ihnen dafür sehr dankbar, aber auch meiner älteren Schwester, die oft hinten anstehen musste, wenn die Familie fast jedes Wochenende an ein Spiel reiste», ist Jessica bewusst. Mit dem Wechsel nach Cham kommen nun jährliche Kosten von rund 15 000 Franken auf die Familie zu. Schulgeld, SBB-Generalabonnement, Trainingslager, medizinische Betreuung, Ausrüstung, Mentaltraining und vieles mehr muss die Familie selber finanzieren. 

Um ihre Eltern zu unterstützen, hat die junge Sportlerin deshalb ein Projekt auf der Crowdfunding-Plattform «I believe in you» gestartet. So hofft Jessica, ihren Eltern etwas für ihre grosse Hilfe zurückgeben zu können.

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