Stille oder teure Wahl?

Beim ersten Wahlgang für den Gemeinderat holte Adrian Mayr am meisten Stimmen. Nun deutet vieles auf eine stille Wahl hin.

Adrian Mayr will vakanten Gemeinderatssitz erobern. (Bild: zVg)

07. April 2021
21:47

In der Formel 1 begiessen die Zweit- und Drittplatzierten bei der Ehrung den Sieger mit einer Flasche Champagner. In Spreitenbach geschieht aktuell Ähnliches. An der Ersatzwahl zum Gemeinderat in Spreitenbach gab es vorvergangenen Sonntag einen Sieger: Adrian Mayr (parteilos). Die anderen Kandidaten zollen ihm Respekt und geben auf.


Abstand auf Flavio Zani

Zwar erreichte auch Adrian Mayr nicht das absolute Mehr von 614 Stimmen, mit 526 verwies er seinen engsten Konkurrenten Flavio Zani (CVP) aber auf den zweiten Platz. Zani erhielt immerhin 526 Stimmen, rechnete sich aber wenig Chancen für den zweiten Wahlgang vom 13. Juni 2021 aus.

Auch Peter Grass (parteilos) erachtete seine Chancen als zu gering, um eine Trendwende herbeizuführen. Grass kam auf 102 Stimmen und verzichtete bereits letzte Woche auf Runde zwei. Einzig Mario Hofer (ebenfalls parteilos) war sich damals noch unsicher. Wie er nun der «Rundschau Süd» gegenüber mitteilte, will er aber nicht nochmals antreten. Der Abstand zu Mayr sei zu gross. Hofer kam im ersten Wahlgang auf 123 Stimmen.


Adrian Mayr muss noch warten

Mit diesem Schritt erhöhen sich für Adrian Mayr die Chancen, in stiller Wahl zum Gemeinderat gewählt zu werden. Auf einen zweiten Wahlgang kann nämlich dann verzichtet werden, wenn nur so viele Kandidaten zur Wahl antreten wie auch freie Sitze zur Verfügung stehen. Sollte innert Frist (bis gestern Mittwoch) nur Mayr für den freien Gemeinderatssitz im zweiten Wahlgang angemeldet sein, wird nächste Woche eine 5-tägige Nachmeldefrist publiziert. Erst wenn sich auch dann keine zweite Person anmeldet, ist er gewählt

Der 49-jährige Kandidat ist deswegen verhalten optimistisch. Den früheren Konkurrenten, die nun alle auf den zweiten Wahlgang verzichten, windet er aber ein Kränzchen: «Ich danke ihnen für einen fairen ersten Wahlgang.»

Sollte sich niemand mehr für den offenen Gemeinderatssitz bewerben, spart die Gemeinde letztlich auch Geld. «Die Kosten für einen Wahlgang», so Gemeindeschreiber Jürg Müller, «belaufen sich in Spreitenbach auf rund 8500 Franken.» Vom Kanton werden keine Kosten übernommen.

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