Tempo 20 wird zur Realität

Der Versuch mit einer Begegnungszone rund um den Dorfplatz wird diese Woche in die Praxis umgesetzt. Die Polizei hat die Kinder instruiert.

Regionalpolizist Roger Schneider stellt den Schülerinnen und Schülern einen Flyer zum Thema Begegnungszone vor. (Bild: bkr)

08. September 2021
17:30

Rund 3400 Fahrzeuge queren tagtäglich das Lengnauer Dorfzentrum – unter ihnen viele Autos von Grenzgängerinnen und Grenzgängern, welche ab dem Zoll in Bad Zurzach auf ihrer Fahrt in Richtung Baden die Route über Baldingen-Lengnau wählen. Um die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität im Ortskern zu verbessern, ist der Lengnauer Gemeinderat zum Schluss gekommen, die Idee einer Begegnungszone in der Praxis zu prüfen. Begegnungszone heisst in der Kurzzusammenfassung Tempo 20 und auf der ganzen Fläche Vortritt für Fussgängerinnen und Fussgänger – was insbesondere auch der Verkehrssicherheit der Schülerinnen und Schüler dienen soll.

In einem Versuchsbetrieb, der für die Dauer eines Jahrs angelegt ist, will man die Begegnungszone austesten. «Nur» ein Versuch deshalb, weil er es erlaubt, Feinjustierungen durch­zuführen. Ziel ist, den Durchgangsverkehr möglichst erträglich zu gestalten und den Dorfkern zu einem Treffpunkt werden zu lassen. Als zweiten Schritt sieht die Zentrumsplanung auf dem Platz fixe Strom- und Wasseranschlüsse, wie auch Abwasserleitungen vor, damit ohne grossen Aufwand Events veranstaltet werden können.

Hält das Wetter, was der Bericht verspricht, ist die Begegnungszone bereits Ende Woche Realität. Schönwetter ist nötig, weil die Einfahrten in die neue Zone mit einer Art Schachbrettmuster auf dem Strassenbelag markiert werden müssen und man die nicht mehr zonenkonformen Fussgängerstreifen «wegradiert».

Fussgängerinnen und -gänger dürfen die Strassen einer Begegnungszone an beliebigen Orten queren. Damit die fehlenden Streifen die kleinsten unter den Schülerinnen und Schülern nicht irritieren, werden an ihrer Stelle gelbe «Fussabdrücke» auf die Strasse gesprayt, die als Pfad dienen sollen. Solche gab es im Rahmen einer Baustelle bereits einmal im Bereich der «Trattoria il Carpaccio».


Repol wird präsent sein

Damit das neue Verkehrsregime funktioniert, setzt der Gemeinderat auf eine breit angelegte Information der Verkehrsteilnehmenden. Die Regionalpolizei wird zum Start Präsenz zeigen und hält für die Motorfahrzeuglenkerinnen und -lenker Info-Broschüren bereit. Die Schulkinder wurden bereits letzte Woche informiert und geschult: Kindergärtner und Erstklässler in einer Praxisstunde auf dem Dorfplatz – die älteren Schülerinnen und Schüler mit einer Theorielektion in der Turnhalle Dorf durch Roger Schneider, Leiter Verkehrsinstruktion der Regionalpolizei Zurzibiet. Er erklärte den Kindern mit didaktischem Geschick, dass sich eigentlich gar nicht so viel ändert. «Eine Strasse bleibt eine Strasse und wird mit der neuen Zone nicht zum Spielplatz», schärfte er den Zuhörenden ein. Zum Schluss bekam jedes Kind einen Flyer mit auf den Heimweg – für die Eltern bestimmt. Für sie ändert sich am Steuer eines Autos einiges.

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