Thriller im Gemeindehaus

Seit 15 Jahren macht Urs Augstburger aus seinen Geschichten Liveshows. In Gebenstorf präsentierte er sein neues Buch mit einem prominenten Gast.

Buchautor Urs Augstburger mit Sängerin Sina und Band
Buchautor Urs Augstburger mit Sängerin Sina und Band (Bild: zVg/Hansruedi Keusch)

von
Claudia Laube

21. März 2018
09:35

Es war ein ungewöhnlicher Mix aus Musik, Gesang, Videos und Lesung, den das Publikum an diesem speziellen «Heimatabend» im Gemeindesaal in Gebenstorf erwartete. Bereits zum dritten Mal beehrte der Brugger Urs Augstburger mit einer Liveshow die kleine Bühne. «Anders ist nur, dass es sich nun um einen Thriller handelt», erzählte der Autor nach der Vorführung entspannt, während er ein neues Exemplar von «Helvetia 2.0» signierte. «Es war uns deshalb besonders wichtig, während der Lesung immer noch für Auflockerungen zu sorgen.» 

Die Liveshow zum «brandaktuellen Thriller über die Wechselwirkung von Populismus und digitalem Medienwandel» begann leicht – leicht wehmütig und doch leicht ironisch, mit verwackelten Bildern aus scheinbar länger vergangenen Zeiten, begleitet von Keyboard, Gitarre und der glasklaren Stimme von Sina. Nach den letzten Tönen schwelgte das Publikum noch ein paar Sekunden selig in Gedanken, bis Urs Augstburger sie dabei unterbrach: «Die Bilder haben euch berührt oder?» Die Bilder der «Post­karten-Schweiz, gefilmt mit der Super-8-Kamera», da würden doch Erinnerungen aufkommen: Mittagessen vor dem Fernseher, wegen des Skirennens, Nachtessen, während «Teleboy» läuft, erste Küsse am Ufer der Reuss, der Aare, der Limmat. Da lag auf der Hand, dass Augstburger Sina auch nach ihren Küssen mit dem Sohn vom Pfarrer fragte. Diese antwortete spöttisch: «Dem habe ich das Kreuz zurückgegeben, der hat gesabbert beim Küssen!»

Dann wurde es ernst. Augstburger stellte die drei Hauptprotagonisten der Geschichte vor. Sina setzte die Lesebrille auf. Da flüsterte eine Stimme aus dem Publikum ganz erstaunt: «Auch Sina braucht eine Brille!» Beruhigend, dass berühmte Sängerinnen ebenfalls ganz weltliche Dinge wie Lesebrillen benötigen. Neben ihrer prägnanten Stimme war während der Lesung auch die Stimme von Hendrix Ackle ein akustisches Erlebnis, so brummelnd und fesselnd, dass sich die Redaktorin anstrengen musste, weiterhin dem Inhalt zu folgen. Die Anekdoten von Augstburger zu den Videos im Hintergrund, zur Entstehung des Buches und zu Bemerkungen seiner Tochter sorgten für die nötige Aufheiterung zwischendurch.


Bald mit Susanne Hochuli

Zur Stammformation gehören die beiden Musiker Hendrix Ackle und Roberto Caruso. Beide kennt Augstburger schon lange, stammen doch alle aus der Region Brugg. Für die ersten Lesungen zu früheren Büchern begleitete sie noch Moderatorin Monika Schärer. Auch Büne Huber war schon mit an Bord. In den Genuss von Sina durften vorläufig nur die Gebenstorfer kommen. Zufälligerweise «sind Sina und Büne für ein Polo-Hofer-Tribut eingespannt, wenn wir unsere nächsten Auftritte haben». Doch Augstburger hat bereits neue illustre Lese-Verstärkung gewonnen: die frühere Regierungsrätin Susanne Hochuli. 

Natürlich wäre es einfacher, immer mit derselben Person zusammenzuarbeiten, fand er: «Die Wechsel machen es schwieriger und die Proben aufwändiger.» Wenn aber schon die Möglichkeit bestehe, mit Sina aufzutreten, würde man noch ganz andere Aufwände betreiben.


Im Schnelldurchlauf

Am Ende war es nicht die Geschichte, die den Charme des Abends ausmachte. Auch wer sich nicht nur dem schönen Klang der Stimmen hingegeben hatte – der «Schnelldurchlauf» von «Helvetia 2.0» erlaubte es nicht, sich näher mit den Figuren auseinanderzusetzen. Sie blieben so unfassbar wie die ganze Geschichte. Kein Wunder, werden doch gerade einmal 44 von 300 Seiten vorgelesen. Auch Urs Augstburger gestand kurz vor Schluss: «Draus kam niemand!» Doch er hatte sogleich eine Lösung parat: «Deshalb müsst ihr nun das Buch kaufen.»

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