Titelträume sind geplatzt

In einem umkämpften Halbfinale in Gebenstorf verliert das Team Argovia gegen den BC Uzwil. Der Traum der Titelverteidigung ist ausgeträumt.

Unter den Augen seiner Team-Kollegen kämpft Pedro Martins um die Punkte im Herreneinzel
Unter den Augen seiner Team-Kollegen kämpft Pedro Martins um die Punkte im Herreneinzel (Bilder: av)

von
Adrian Vonlanthen

28. März 2018
15:40

Play-off-Modus

In der Interclub-Saison im Badminton der Nationalliga A spielen die besten vier Teams der Quali­fikation um den Schweizer Meistertitel, wobei im Halbfinale der Erstplatzierte gegen den Viert- und der Zweit- gegen den Drittplatzieren antritt. Die Teams messen sich in einer Hin- und Rückrunde, die Anzahl der gewonnenen Spiele der verschiedenen Disziplinen (bspw. Herreneinzel, Damendoppel usw.) entscheiden über Sieg und Niederlage. Bei Gleichstand wird der Sieger anhand der Gewinnsätze respektive der erzielten Spielpunkte ermittelt. Der Schweizer Meister wird im Play-off-Finale ebenfalls in einer Hin- und Rückrunde erkoren.

Im Hinspiel am vergangenen Samstag in der heimischen Brühl-Halle rang das verletzungsgeschwächte Team Argovia dem favorisierten BC Uzwil immerhin ein 4:4-Unentschieden ab. Jedoch gelang den Aargauern am Tag darauf im Rückspiel kein erneuter Exploit. In der MZH Breite in Oberuzwil setzte es für das Team Argovia eine 1:5-Niederlage ab. Damit verabschiedete sich der amtierende Schweizer Meister vom Titelrennen und muss sich mit dem 3. Platz begnügen.

«Natürlich war die Enttäuschung direkt nach den Spielen gross. Trotzdem dürfen wir angesichts der schwierigen Ausgangslage mit dem 3. Platz zufrieden sein», erklärte der Medienverantwortliche des Team Argovia Olaf Stern nach dem Ausscheiden und sprach die Verletzungssorgen der letzten Wochen an. Zwar war der vor zwei Wochen von Krankheit geschwächte Tobias Künzi aufs Wochenende wieder fit geworden, doch mit Joel König, der einen doppelten Lungenriss erlitten hatte, fehlte ein wichtiger Spieler für die Play-offs.

Geschwächt gegen den Favoriten

Aufgrund der Abwesenheit von Joel König war bereits vor der Play-off-Halbfinalbegegnung gegen den BC Uzwil klar: Sollte der Finaleinzug gelingen, braucht es eine Topleistung aller Spielerinnen und Spieler, und gleichzeitig musste man darauf hoffen, dass der Favorit aus der Ostschweiz ein durchzogenes Wochenende einzieht. Denn der BC Uzwil startete als klarer Tabellenleader mit breiter Brust ins Play-off-Halbfinale. Das Team Argovia seinerseits qualifizierte sich erst am letzten Spieltag für die Play-offs. Den Aargauern reichte ein Unentschieden, weil der direkte Konkurrent aus Freiburg eine Niederlage kassierte. Der amtierende Meister aus dem Aargau konnte sich somit gerade noch in die Play-offs retten.

Lea Müller und Nikita Khakimov waren im Mixed-Doppel nahe dran am Sieg und mussten sich erst im Entscheidungssatz geschlagen geben
Lea Müller und Nikita Khakimov waren im Mixed-Doppel nahe dran am Sieg und mussten sich erst im Entscheidungssatz geschlagen geben

 

Olympiateilnehmer im Duell

Im Hinspiel am Samstag zeigte das Team Argovia hochklassiges Badminton. Mit vier Siegen aus den ersten vier Begegnungen gelang dem Team ein Traumstart. Das Dameneinzel konnte Ronja Stern gewinnen, die auch im darauffolgenden Damendoppel mit Lea Müller einen wichtigen Sieg einfahren konnte. Daneben überzeugten die Männer in den Doppelbegegnungen, die beide Partien gewannen. Insbesondere im zweiten Herrendoppel lieferten sich die Kontrahenten ein Badmintonspiel auf höchstem Niveau. Mit Pedro Martins (Team Argovia), Artem Pochtarev (BC Uzwil) und Christian Bösiger (BC Uzwil) waren in diesem Match gleich drei ehemalige Olympia-Teilnehmer involviert. Das «Highlight» des Tages konnten Pedro Martins und Tobias Künzi schliesslich im Entscheidungssatz für sich entscheiden. Nach vier Siegen des Heimteams spielte Uzwil seine Stärken aus und gewann alle drei Herreneinzel und zudem das Mixed-Doppel. Mit dem Resultat von 4:4 und einer leichten Überlegenheit nach gewonnenen Sätzen für das Team Argovia war die Ausgangslage für das Rückspiel komplett offen.

 

Taktische Meisterleistung

Weil in den Badminton-Play-off-Spielen das Heimteam jeweils die Abfolge der Begegnungen festlegen darf, lagen die Vorteile für einen gelungenen Auftakt in der Ostschweiz beim BC Uzwil. So überraschte es nicht, dass die Uzwiler ihre Stärken in den Herreneinzelpartien zu Beginn ausspielten. Mit einer geschickten taktischen Veränderung in der Teamzusammensetzung konnte der BC Uzwil zudem das Herrendoppel und das Frauendoppel für sich entscheiden, wobei Letzteres stark umkämpft war und erst im Entscheidungssatz denkbar knapp mit 19:21 zugunsten der Ostschweizer ausfiel. «Die Niederlage im Damendoppel war sicherlich ein Knackpunkt. Denn dort hatten wir mit einem Sieg gerechnet», bemerkte Olaf Stern und fügte an: «Es waren verschiedene Komponenten, die zusammenspielten. Schliesslich mussten wir aber eingestehen, dass in unserer momentanen Verfassung der BC Uzwil eine Nummer zu gross war.»

Obwohl die Leistungen des Team Argovia im Hinspiel durchaus gut waren, hätte es am Sonntag ohnehin nochmals eine klare Steigerung gebraucht, um den Finaleinzug zu schaffen. Erschwerend kam hinzu, dass der BC Uzwil insbesondere zu Hause auf lautstarke Fans zählen konnte, welche die Halle zum Beben brachten und den Heimvorteil auch diesbezüglich zu nutzen verstanden.

 

Kleine Verschnaufpause

Während für die meisten Argovia-Spielerinnen und -Spieler das Play-off-Out gegen den BC Uzwil das Saisonende bedeutet, bleibt für Tobias Künzi und Ronja Stern, die dem Schweizer Nationalkader angehören, kaum Zeit, die Niederlage zu verarbeiten. Es warten schon die nächsten Herausforderungen. Für beide stehen internationale Turniere auf dem Programm. Ronja Stern beispielsweise wird die Schweiz in zwei Wochen an den Finish Open vertreten und hat dann die Möglichkeit, ihre bereits gute persönliche Saisonbilanz weiter aufzubessern.

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