Traumerlebnisse und innere Bilder

Bruno Mühlethaler – Ausstellung zum 90. Geburtstag: Nach einer Werkschau 2005 aus Anlass seines 80. Geburtstages zeigt der Maler nun vorwiegend in den letzten fünfzehn Jahren entstandene Werke.

Bruno Mühlethaler zeigt eines seiner Bilder
Für Bruno Mühlethaler ist das Malen mehr als ein Hobby, es ist zur Passion geworden (Bild: zVg)

14. September 2015
10:11

Ausstellungsinfos

Zehntenstock Oberflachs

Vernissage: 18. September, 18 Uhr

19., 20., 23., 24. und 27. September: 14 bis 18 Uhr

25. und 26. September:
14 bis 20 Uhr

 

Bruno Mühlethaler, geboren 1925, ist in Brugg als Sohn des Kunstmalers und damaligen Zeichenlehrers der Bezirksschule, Ernst Mühlethaler, aufgewachsen. Das Atelier des Vaters war gleichzeitig sein Spielzimmer, er erlebte seinen Vater aus der Nähe bei der Arbeit, beim Farbenmischen, beim Porträtieren und im Gespräch mit seinen Künstlerkollegen. Diese Erfahrungen, aber auch die Tatsache, dass die Familie auf das Lehrereinkommen des Vaters angewiesen war, gaben den Ausschlag, die eigene Malerei als Hobby zu betreiben.

 

Beruf: Naturwissenschaftler

Nach der Kantonsschule Aarau entschied er sich für ein Studium in Chemie und Physik, das ihn beruflich als Leiter des chemisch-physikalischen Labors des Landesmuseums in die Konservierungsforschung und in seinen letzten Berufsjahren als naturwissenschaftlicher Experte für Farbmaterialien ans Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft führte. Er verheiratete sich mit der Schinznacherin Elisabeth Buob, die er in der Kantonsschule kennengelernt hatte.

 

Ferien: Familienmensch

Die Familie, zu der bald auch zwei Kinder gehörten, verbrachte ihre Ferien jeweils in Klosters, wo über viele Jahre hinweg zahlreiche Landschaftsbilder entstanden. Diese sind nach der Flutkatastrophe vom 22. August 2005 zu Dokumenten einer einst intakten Landschaft geworden, die es so heute nicht mehr gibt. Das Bild «Requiem einer Landschaft» wurde etwa 14 Tage vor dem zerstörerischen Unwetter gemalt – das Bild «Renaissance einer Landschaft» entstand 2014 an derselben Stelle und zeigt den seither stattfindenden Wandel.

 

Passion: Maler

Nach der Pensionierung wurde das Hobby zur Passion, der Hobbymaler zum Künstler. Anstelle von Abbildungen der Landschaft traten vermehrt Stimmungen, etwa Föntage oder das Erwachen der Natur am frühen Morgen, und neu auch Bilder, die zunehmend vom Gegenständlichen ins Symbolhafte hin­übergleiten: Traumerlebnisse und innere Bilder mit starken Farbkontrasten, die dem Betrachter oftmals Rätsel aufgeben. Themen wie Stille und Weite liegt die Auseinandersetzung mit der Zentralperspektive zugrunde; Kompositionen entstehen ausgehend vom goldenen Schnitt oder der Diagonale sowie farblich von Komplementärkontrasten, aber auch ganz einfach aus im Kopf gespeicherten visuellen Eindrücken. «Ich bilde weniger ab, was ich sehe, sondern wie ich es empfinde – oder wie ich es sehen möchte.»

 

 

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