Urs Hofmann als treibende Kraft geehrt

Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor tritt bei den Wahlen im Oktober nicht mehr an. Im Campussaal wurde er geehrt.

Blick ins unter Einhaltung «Corona-mässiger» Abstände platzierte Publikum am 7. Jahresanlass des Hightech Zentrums Aargau. Im Vordergrund Mitte SP-Regierungsratskandidat Dieter Egli, potenzieller Nachfolger von Urs Hofmann. (Bild: mw)

26. August 2020
11:57

Urs Hofmann war im Hinblick auf die 2012 erfolgte Gründung des in Brugg domizilierten Hightech Zentrums die treibende Kraft. Damit hat er einen grossen Dank für seinen Einsatz zugunsten von KMU im Kanton verdient. Im Rahmen der von 246 Personen besuchten Veranstaltung blickte der seit dem 1. April 2009 in der Regierung tätige Politiker zurück auf die Geschichte und die Bedeutung der wertvollen Institution. Sie hat die Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen durch Wissenstransfer von der Fachhochschule Nordwestschweiz, vom Paul-Scherrer-Institut sowie von höheren Fachschulen im In- und Ausland zu interessierten Firmen zum Ziel. Dank fundierter Beratung können geeignete Kontakte für die Bearbeitung konkreter Projekte mit Lösungen für ihre Problemstellungen vermittelt werden.


Steigendes Projektvolumen
Wie die am 7. Jahresanlass (unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Vorschriften) anwesenden Gäste erfuhren, war das High Tech Zentrum auch 2019 wieder erfolgreich unterwegs.  Dies zeigte die von Geschäftsleiter Martin A. Bopp präsentierte Statistik. Im Zeichen der «Mission Innovation» besuchten die Teams der Technologie- und Innovationsexperten 241 Unternehmen zum ersten Mal. Der Start von 349 neuen Kundenprojekten bedeutete einen neuen Rekord. 85 dieser Fälle betrafen Kooperationen mit Hochschulen. Das Projektvolumen betrug 10,5 Millionen Franken, was aber durch die finanzielle Beteiligung der involvierten Betriebe einen wesentlich grösseren Effekt ergab. Seit dem Start im Jahr 2013 wurden insgesamt rund 2000 Vorhaben begleitet. Von 350 abgewickelten Hochschulprojekten lief rund die Hälfte in Zusammenarbeit mit der FHNW ab.

Eine aktuelle Kundenumfrage zeigt, dass 97 Prozent der unterstützten Unternehmer die Zusammenarbeit mit dem Hightech Zentrum weiterempfehlen würden. Dank den umgesetzten Projekten resultierten neue, für die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit relevante  Produkte und/oder Dienstleistungen.


Erfolg versprechende Beispiele
Eine Auswahl von Resultaten wurde anhand von Beispielen aus drei Firmen präsentiert. Die auf die Produktion massgeschneiderter Sonnen- und Wetterschutzsysteme spezialisierte Stobag AG mit Hauptsitz in Muri hat ein digitalisiertes Tool für effiziente Onlinebestellungen entwickelt. Die in Mägenwil domizilierte Medicoat AG ist im Bereich der Oberflächenbehandlung von Knochenimplantaten tätig. Ziel der Zulassungsbestrebungen ist es, mittels in Spezialverfahren  «aufgebrannten» Nanocat-Beschichtungen auf der Basis von Pulver eine  knochenähnliche Struktur zu erreichen, sodass die eingesetzten Teile besser anwachsen und haften. Als drittes Projekt präsentierte ein Vertreter der Traktionsabteilung der ABB Schweiz in Turgi ihre 2019 am Standort Baden eingerichtete automatische Batterieproduktion für mobile Anwendungen. Das Unternehmen produziert aus jeweils 48 Zellen bestehende, rund 400 Kilogramm schwere Module als Energiequellen für den elektrischen Antrieb von Zügen und Bussen. Voraussetzung für die Umsetzung dieses Projekts war der Einstieg in die Technik des Laserschweissens, der vom Hightech Zentrum und von der Fachhochschule Brugg-Windisch begleitet wurde. Als FH-Vertreter nahm anschliessend Direktionspräsident Crispino Bergamaschi Bezug auf das Geheimnis erfolgreichen wirtschaftlichen Wirkens. Er hob vorab die Bedeutung der Menschen im Firmenumfeld hervor, betonte aber auch die Wichtigkeit von Marktanalysen. Welche Produkte und Dienstleistungen für potenzielle Kunden von Interesse sein könnten, sei eine entscheidende Frage im Hinblick auf den Start und die Umsetzung von Projekten. Bergamaschi lobte auch die enormen Vorteile des dualen Bildungssystems der Schweiz mit seiner Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Stufen, von der Volksschule bis zu den Hochschulen. Es gehe darum, für unsere Wirtschaft die besten Köpfe zu gewinnen und zu wissen, wo das Wissen abgeholt werden könne. Unterstützung böten in Sachen Innovationsförderung bei Bedarf unter anderem das Hightech Zentrum, die FHNW, das PSI, der Park InnovAare und der Forschungsfonds Aargau. Bergamaschi präsentierte vier Beispiele von Projekten, die bereits realisiert oder noch in Bearbeitung sind.


Laudatio zum Abschied
Seitens des Hightech Zentrums bedankten sich zum Abschluss des Anlasses Verwaltungsratspräsident Anton Lauber und Geschäftsführer Martin A. Bopp bei Regierungsrat Urs Hofmann mit einer Laudatio und Präsenten. Spezielle Erwähnung fand, dass die Kontakte und Verhandlungen mit dem «Vater» des HTZ in den Jahren seit dessen Gründung stets konstruktiv und trotz den anspruchsvollen Aufgaben in guter Atmosphäre verlaufen seien. Ein Dank ging auch an Herbert H. Scholl für die Moderation des Anlasses sowie an die Betreiber des Campussaals.

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