Verkehr und Badi im Fokus

Im Vorfeld der nächsten ­Gemeindeversammlung vom 24. Juni informierte der ­Gemeinderat zu vier anstehenden Themen.

Gemeindeammann Ralf Werder stellt den Kommunalen Richtplan und die Finanzplanung für die nächsten Jahre vor (Bild: af)

11. Mai 2022
17:14

Bisher informierte der Gemeinderat die Endinger Bevölkerung immer auf sogenannten Dorfspaziergängen. Neu heissen diese Infoanlässe «Endingen – hier zusammen informiert sein». Der Name lehnt sich an den Slogan der Gemeinde an, «Endingen – hier zusammen sein». Rund sechzig Personen fanden sich bei der «Premiere» am Montagabend in der Aula der Bezirksschule ein.

Als erstes Thema stellte Gemeindeammann Ralf Werder den Kommunalen Richtplan vor. Dieser beinhaltet vor allem eine Änderung des Verkehrs. Der Marktplatz, der heute auch als Bushaltestelle und Wendeplatz dient, ist nicht behindertengerecht. Die Postautohaltestellen sollen auseinandergenommen werden. Diejenige in Richtung Tegerfelden wird in Richtung «Schützen», die andere in Richtung Würenlingen an die Hirschengasse und jene in Richtung Lengnau an die Marktgasse versetzt.

Die Abzweigung in Richtung Würenlingen soll zu einem überfahr­baren Kreisverkehr umgewandelt werden. Der Marktplatz wird damit vom öffentlichen Verkehr befreit und erhält Platz für Lastwagen, welche das Gewerbe beliefern. Ausserdem sollen mehrere Parkplätze geschaffen und Bäume gepflanzt werden. Die genaue Gestaltung befindet sich noch in der Planungsphase. Ausserdem soll der Gehweg an der Hirschengasse bis zum Blumenweg verlängert werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Ebenfalls geplant sind Werkleitungssanierungen an der Hirschengasse und der Marktgasse. Diese sind die Fortsetzung der Werkleitungssanierungen an der Rankstrasse.


Sanierung des Schwimmbads
Das Schwimmbad Endingen, welches in den Jahren 1965 bis 1967 gebaut wurde, braucht neue technische Anlagen. Die Umwälzungsanlage funktioniert nicht mehr richtig, und auch die Drucksandfilteranlage weist bereits Korrosionsschäden auf. Revisionen werden immer teurer, und Ersatzteile sind teilweise nicht mehr erhältlich. Ausserdem gibt es um das Becken herum Schäden am Beton, und im Bassin müssen die Folien ersetzt werden. Wie die verantwortliche Gemeinderätin Alessia Stampanoni erklärte, standen drei Optionen zur Auswahl: sofortige Schliessung und Rückbau, die Weiterführung des Betriebs, bis das Schwimmbad aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss – oder eine Sanierung.

Auch im Hinblick auf die neue Schwimmlernpflicht an der Primarschule, die im Lehrplan 21 verankert ist, strebt der Gemeinderat die Sanierung an. Dafür sind rund 1,9 Millionen Franken vorgesehen, über welche an der kommenden Gemeindeversammlung abgestimmt wird. Dabei wird unterschieden in die essenzielle Sanierung der Technik, welche rund 1,6 Millionen Franken kostet und für einen sicheren Betrieb des Schwimmbads nötig ist, und eine wünschenswerte Badewassertemperierung. Ausserdem muss das Schwimmbad mit der Sanierung auch gleich hindernisfrei werden, denn auch hier greift das Behindertengleichstellungsgesetz.


Neues Mehrzweckgebäude
Das dritte Bauprojekt betrifft den alten Kindergarten neben dem Bezirksschulhaus. Das Gebäude ist undicht, sodass bei Regenfällen standardmässig Eimer platziert werden müssen, um das Wasser aufzufangen. Deshalb soll es abgerissen und durch ein Mehrzweckgebäude ersetzt werden. Dieses bietet Platz für die Tagesstrukturen («Taste») sowie weiteren Schulraum und eine Dorfbibliothek.

Severin Schwaller, der Präsident der Raumplanungskommission, stellte das Projekt vor. Die am Projektwettbewerb beteiligten Architekturbüros kommen aus der Region, und man wolle auch bei den Baustoffen und Baufirmen möglichst auf Regionalität setzen. Das Ziel sei, dass das Gebäude in den Frühlingsferien 2024 bezogen werden kann.

Zum Schluss machte Gemeinde­ammann Ralf Werder einen Ausblick auf die Finanzplanung von Endingen. Er ist zuversichtlich, dass sich die Gemeinde gut entwickelt und für die nächsten Jahre gerüstet ist. Dies führt er insbesondere auf ausreichend Baulandreserven und eine leicht anwachsende Bevölkerung zurück. Eine Steuerfusserhöhung ist derzeit nicht nötig, allerdings wird der Abwasserpreis leicht ansteigen.

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