Viel Applaus für Frau Gemeindeammann

Rund 500 Gäste kamen an den privat organisierten ­Neujahrsapéro in Obersiggenthal. Der Anlass ­geniesst einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung.

Blumen für Bettina Lutz Güttler: eine schöne Geste von «Gastgeber» Daniel Cortellini (Bild: pg)

von
Peter Graf

14. Januar 2020
09:00

Erwartungsvoll strömte die Bevölkerung am vergangenen Samstag kurz vor 17 Uhr der Mehrzweckhalle entgegen. Bald war ein Durchkommen kaum mehr möglich, und als Daniel Cortellini vor rund 500 Gästen das Wort ergriff, waren alle Augen auf ihn gerichtet. Innerhalb von vier Tagen hatte der Badener Weinhändler zwischen dem 13. und 16. Dezember einen Anlass auf die Beine gestellt, der es in sich hatte. In launigen Worten erläuterte er seine Beweggründe, einen Neujahrsapéro zu organisieren, nachdem die Gemeinde aus Spargründen darauf verzichten wollte. 

Ein beachtliches Netzwerk und seine gewinnende Art erlaubten es ihm, innert Kürze einige Mitstreiter sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer für das Vorhaben zu gewinnen. Alkoholfreie Getränke, Bier und regio­nale Weine wurden ihm aus Obersiggenthal und Ennetbaden zugesichert. Für die Bereitstellung der Apéro-Häppli stiess er im Zentrum für Alter und Gesundheit Gässliacker auf offene Ohren. Sponsoren fand er auch für die Homepage und den Druck der Flyer, wofür er sich bei allen herzlich bedankte. Charmant bedankte er sich auch bei den Obersiggenthalerinnen, welche über 30 selbst gebackene Kuchen mitgebracht hatten, sowie bei der flott aufspielenden Musikgesellschaft. Er ermahnte die Anwesenden, auch künftig nicht nur zu fordern, sondern sich ebenso zu engagieren und vielleicht auch zu exponieren.

 

Veränderung der Wahrnehmung

Es gebe nur gute Gründe, in Obersiggenthal Wohnsitz zu nehmen. Mit diesen Worten wandte sich die neue Frau Gemeindeammann Bettina Lutz Güttler an die gut gelaunte Bevölkerung und rief dabei zur Veränderung der Wahrnehmung auf. Sie strich die Vorteile der Gemeinde heraus: die sonnigen Wohnlagen, die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, das breite Bildungsangebot bis hin zur familienergänzenden Kinderbetreuung. Ihr Hinweis, dass den Organisatoren des Apéros die Saalmiete erlassen werde, verdankten die Anwesenden mit kräftigem Applaus. Die im Sommer 2019 eingesetzte Geschäftsführung in der Verwaltung ermögliche es dem Gemeinderat, dem notabene auch drei neue Mitglieder angehören, sich künftig vermehrt der strategischen Ziele anzunehmen, welche zeitnah in einer Klausur definiert werden. Zudem sei man bestrebt, die Kommunikation gegenüber der Bevölkerung zu verbessern, wobei man darauf hoffe, dass sich daraus auch ein Dialog mit der Bevölkerung ergibt.

 

Alles hat seinen Preis – 2021 müssen Steuern erhöht werden

Frau Gemeindeammann kam aber nicht umhin, auch die angespannte finanzielle Lage anzusprechen. Die steigenden Schülerzahlen erfordern die Schaffung von neuem Schulraum, in dessen Planung nun der bereitgestellte Projektierungskredit fliesst. Für die Sanierung des Hallen- und Gartenbades ist ein Sanierungskonzept in Ausarbeitung. Belastend auf die Finanzen wirken sich auch die gesetzlich vorgeschriebenen Abgaben an den Kanton aus. So kam Bettina Lutz Güttler nicht umhin, in ihrer Ansprache eine Steuererhöhung für das Jahr 2021 anzukündigen. 

Nicht nur der durch Private organisierte Neujahrsapéro, sondern auch die überwältigende Teilnahme an den Informationsveranstaltungen zur «Oase» haben gezeigt, dass gelebte Gemeinsamkeit wichtig ist. Bettina Lutz Güttler rief dazu auf, sich noch bis zum 17. Januar im Mitwirkungsverfahren zum Verkehrskonzept Oase einzubringen. 

Ihre abschliessenden Glückwünsche zum neuen Jahr wurden mit ­tosendem Applaus und einem durch Daniel Cortellini überreichten Blumenstrauss verdankt. Den Abschluss des Abends bildete ein erfrischendes Querbeet durch Mani Matters Nachlass, dargeboten durch das Trio Mattermania, welches nicht zuletzt auch durch das Engagement der Ortsparteien FDP, CVP und SVP ermöglicht wurde.

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