Vizeammann Linus Egger verabschiedet

Neben zahlreichen Ver­abschiedungen standen im Einwohnerrat die Themen ­Littering und Verwaltungsanalyse im Zentrum.

Der scheidende Vizeammann Linus Egger, Gemeindeammann Bettina Lutz Güttler und Daniel Jenni, der Einwohnerratspräsident der vergangenen zwei Jahre. Er verbleibt im Einwohnerrat. (Bild: pg)

10. Dezember 2021
09:12

Mit Dankesworten und Präsenten verabschiedeten die Fraktion und Gemeindeammann Bettina Lutz Güttler den Obersiggenthaler Vizeammann Linus Egger (Die Mitte) aus der Exekutive. Acht Jahre lang war Egger Mitglied im Gemeinderat, davon vier als Vizeammann. In den vorangegangenen acht Jahren war er im Einwohnerrat und Präsident der Finanzkommission. Nun sei es Zeit, jüngeren Kräften das Feld zu überlassen, erklärte Egger, der sein Amt mit Sachwissen und grossem Engagement ausgeführt hat. Er wird die Hände auch künftig nicht in den Schoss legen: Der Familienmensch möchte seine freie Zeit künftig als Volunteer bei Sportanlässen einbringen.

Der Reigen der Verabschiedungen war mit zwölf Ratsmitgliedern eröffnet worden. Die langjährige Einwohnerrätin und Präsidentin der Finanzkommission, Ursula Haag (SVP), wurde mit einem Präsent bedacht. Der bisherige Rats-Vizepräsident, Peter Marten (FDP), war im September in den Gemeinderat gewählt worden und konnte somit auf der anderen Seite des Tisches Platz nehmen. In den vergangenen zwei Jahren hat Daniel Jenni (Die Mitte) sein Amt als Ratspräsident mit Bravour gemeistert. Bettina Lutz Güttler lobte seine besonnene Art in den sieben durch die Pandemie geprägten Sitzungen. Jenni wird dem Einwohnerrat erhalten bleiben.


Ja zur Verwaltungsanalyse
In der letzten Einwohnerratssitzung der laufenden Legislatur gab es aber auch noch einige wichtige Geschäfte zu erledigen. Das Geschäftsleitungsmodell, mit welchem im Juli 2019 gestartet wurde, hat sich nach einer nicht zu unterschätzenden Einführungszeit für das Verwaltungspersonal, aber auch für die Bevölkerung weitgehend etabliert und kann als abgeschlossen bezeichnet werden. Die Frage, ob die Gemeindeverwaltung mit ihren Stabstellen, den technischen Diensten und den Eigenwirtschaftsbetrieben über genügend personelle Ressourcen verfügt, begleitet den Einwohnerrat und den Gemeinderat stetig.

Digital ist die Gemeinde­verwaltung vergleichsweise gut aufgestellt, und die Abläufe werden konstant hinterfragt. Während sich die einen auf den Standpunkt stellen, es seien genügend Stellenprozente vorhanden, sind andere der Meinung, dass der Stellenetat unbedingt aufgestockt werden müsse. Nun möchte man von unabhängiger Seite mittels einer Verwaltungsanalyse Aufschluss über die Ausgangslage erhalten. Dabei soll der Fokus jedoch nicht allein auf die Anzahl Vollzeitstellen gelegt werden, sondern es sollen auch die Organisationsstruktur und die Zuständigkeiten überprüft werden.

Während Erich Schmid (Die Mitte) den vorliegenden Bericht und Antrag als umfassend und die Analyse als richtig und notwendig bezeichnet, wird der Nutzen einer Analyse zum gegenwärtigen Zeitpunkt von der SVP-Fraktion bezweifelt, zumal in der Abteilung Bau und Planung erhebliche personelle Vakanzen zu verzeichnen sind. Demgegenüber wird jedoch darauf hingewiesen, dass in verschiedenen Abteilungen, namentlich in den Abteilungen Kanzlei, Soziales und Steuern, erhebliche Fortschritte im Bereich Teamstabilität erzielt wurden. Diese Entwicklung im Bereich der Kontinuität hat sich zudem auf die Qualität der Dienstleistungen aus­gewirkt, was auch im Einwohnerrat zu überzeugen vermochte. Dem Kredit über 65 000 Franken für die ­Vornahme einer Verwaltungsanalyse wurde mit 20 Ja zu 11 Nein bei 3 Enthaltungen zugestimmt.


Videoüberwachung ist zu teuer
Bekanntlich ist Littering nicht nur in Obersiggenthal ein Problem. Vielmehr handelt es sich um ein Erscheinungsbild, welches auch in anderen Gemeinden auftritt und das nicht allein mit einer Videoüberwachung gelöst werden kann. Littering ist nicht nur an Entsorgungsstellen, sondern auch an anderen, wechselnden Orten zu beobachten. Das hält der Gemeinderat in seinem Bericht fest, und so kann der Fokus denn auch auf mögliche Massnahmen gelegt werden. Eine Videoüberwachung der Hotspots wird mit Kosten von rund 350 000 Franken beziffert und lässt sich derzeit nicht finanzieren. Verschiedene Ratsmitglieder votieren für eine gesamtheitliche Lösung, welche die Einbindung aller Akteure, vom Schüler bis zum Senior, erfordert. Der gemeinderätliche Bericht wurde zur Kenntnis genommen.

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