Von der Ruine in die Turnhalle

Der Fechtclub Baden führte das alljährliche Kaiser-Albrecht-Turnier wetterbedingt in der Turnhalle durch statt auf der Ruine.

Beim Turnierkampf ist höchste Konzentration gefragt. (Bilder: isp)

02. September 2020
10:27

«Es wäre das Erlebnis schlechthin gewesen, auch in diesem Jahr unser Plausch-Fechturnier ‹Kaiser Albrecht›, das wir seit den 70er-Jahren organisieren, erneut auf der Ruine Stein durchzuführen», sagte Franz Sterchi, Präsident des Fechtclubs Baden. «Für einmal ist es nicht Corona, das uns einen Strich durch die Rechnung macht, diesmal ist es das Wetter», so Sterchi. Aber die rund 45 Teilnehmenden der Kategorien U8/U12, U14/U20 bis hin zur Open Class liessen sich die Stimmung nicht vermiesen und fochten, was die «Degen» hergaben. Viele Teilnehmenden nutzten dieses kaiserliche Turnier insbesondere dazu, sich in Form für die kommende Saison zu bringen. Trainiert wird nämlich mehrheitlich während der Herbst- und Wintermonate. Sportler im Rollstuhl konnten an den Wettkämpfen oder Plauschturnieren ebenfalls teilnehmen. Rollstuhlfechter Patrick Hofer landete auf dem dritten Platz und zeigte ein Beispiel gelebter Inklusion im Fechtclub Baden. Als Schiedsrichterin war unter anderem Angela Krieger, Fechtgesellschaft Luzern und Mitglied der Damen Nationalmannschaft, im Einsatz. Nach der Rangverkündigung gab es einen leckeren Spaghettiplausch, und so konnte dieses Turnier «kaiserlich» und ehrenvoll beendet werden.

 

  • Thomas Keller, Würenlos: «Schweizweit wurden bei vielen Vereinen sämtliche Wettkämpfe abgesagt. Gut, dass wir unseres durchführen können. Der Fechtclub ist 111 Jahre alt – wir feiern ein grosses Fest am 6. Dezember in der Aue, Baden.»
  • Jonathan Deshe, Baden: «Das Plauschturnier ist ein ‹Aufwärmen› und eine Vorbereitung für die nächste Saison. Wir haben glücklicherweise absolut keine Nachwuchsprobleme. Fechten wird so (fast) alltäglich.»
  • Finnja Vögeli, Lengnau (17): «Seit dreieinhalb Jahren fechte ich, heute in der Kategorie U14/U20. Der Kinostreifen ‹Fluch der Karibik› hat mich zum Fechten gebracht. Ich fühle mich stärker mit dem Degen in der Hand.»
  • Nadja Hofer, Luzern: «Ich begleite unsere zwei Töchter ans Turnier. Den beiden hat es während einer Ostersportwoche ‹den Ärmel reingezogen›, um diese Sportart zu erlernen. Sie hat viel mit Präzision, Ausdauer und Taktik zu tun.»
  • Peter Mali, Luzern: «Mein Sohn ficht heute. Früher spielte er Fussball, aber Fechten liegt ihm mehr. Er wollte zudem mal was Neues ausprobieren. Fechten ist ein Einzelsport, der mit Schnelligkeit und auch Eleganz zu tun hat.»
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