Von Leuthard bis De Meuron

Ein Whoʹs who der Nordwestschweiz: Die Svizra27 präsentierte die Jury für die nächste Landesausstellung und die Inhalte der Ausschreibung.

Kurt Schmid (links) und Thierry Burkhart mit Jury-Mitglied und Ex-Bundesrätin Doris Leuthard (Bild: Svizra27 | Fabio Baranzini)

24. Juni 2020
09:25

In sieben Jahren soll unter dem Motto «Mensch – Arbeit – Zusammenhalt» eine Landesausstellung in der Nordwestschweiz stattfinden. Am Montag lancierte der Verein Svizra27 unter der Führung von Präsident Kurt Schmid den Ideenwettbewerb, bei dem ab sofort Projektideen eingegeben werden können. Die 16-köpfige Jury wird von einem Juryrat mit der ehemaligen Bundesrätin Doris Leuthard, Star-Architekt Pierre de Meuron sowie dem Basler Uni-Professor Manuel Herz präsidiert. «Pierre de Meuron ist absolut begeistert von unserer Sache», freut sich Kurt Schmid. Auch Doris Leuthard habe ganz spontan zugesagt, verrät der Lengnauer: «Das ist nicht selbstverständlich.»  

Der Jury gehören weitere wichtige Persönlichkeiten aus den beteiligten Kantonen Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Solothurn und Jura an, darunter Sam Keller (Museums­direktor Fondation Beyeler), Pierre-Yves Maillard (Präsident Schweizerischer Gewerkschaftsbund, Nationalrat) und Anita Hugi, die Direktorin der Solothurner Filmtage. 

Das Motto «Mensch – Arbeit – Zusammenhalt» war bei der Suche nach Jury­mitgliedern ein gutes Argument. «Dieses Thema spricht alle an, denn die Menschen definieren sich über ihre Arbeit. Wir erhielten auf allen Ebenen positive Rückmeldungen», so Kurt Schmid. Und gerade in der ­Corona-Krise habe man noch mehr ­realisiert, was Arbeit für die Gesellschaft bedeute – und was passiert, wenn sie eben wegfällt.

Moderne Gesellschaften sind stark um Arbeit herum organisiert. Themen wie Digitalisierung, demografischer Wandel oder ökologischer Umbau führen in den nächsten Jahren zu grossen Transformationen. Was bedeuten diese für die Schweiz, für die Menschen und die Gesellschaft? Und was will die nächste Arbeitsgeneration? Svizra27 sucht eine Umsetzung dieses Themas, welche die Bevölkerung verblüfft, zu neuen Perspektiven anregt, in Debatten verwickelt und nach Lösungen suchen lässt. Wie wollen wir künftig arbeiten, zusammenleben?

 

Eingabeschluss 2. Oktober  

Der Ideenwettbewerb wird in einem dreistufigen Verfahren durchgeführt. Die Eingabe von Projektideen ist ab sofort und bis zum 2. Oktober 2020 möglich. «Wir erhoffen uns für die Stufe 1 viele spannende Ideen von kreativen und visionären Projektteams, die das Motto auf überraschende Art und Weise aufnehmen und konkretisieren», so Jost Huwyler, der Gesamtprojektleiter von Svizra27. Die Ideen können auf A2-Papier eingereicht werden.  

Ab Stufe 2 können die Ideen ausgeschiedener Projektteams weiter genutzt werden. «Dies nennt man Open- Source-Verfahren», erklärt Kurt Schmid. Die zehn besten Projektideen erreichen Stufe 2, und in die letzte Phase schaffen es schliesslich noch fünf Projekte. Die Sieger werden im Herbst 2021 erkoren. Die Ausschreibungsunterlagen sind auf der Website www.simap.ch abrufbar.

Ständerat und Vizepräsident Thierry Burkart sieht die Landesausstellung Svizra27 als Generationenprojekt: «Svizra27 soll ein lebendiger Ausdruck der Generationen werden. Welche Werte sie bestimmen, welche Ziele sie verfolgen oder wie sie von aus­sen betrachtet werden», erklärt der Badener. 

Das Kultur- und Wirtschaftsprojekt verfügt über eine breite politische Abstützung. Sowohl die Wirtschaft, als auch die Kantone und die Arbeitnehmerorganisationen unterstützen Svizra27. «Ohne die Regierungen hätten wir die Übung abgebrochen, und ohne die Arbeitgeber könnte man es auch nicht realisieren», ist Kurt Schmid bewusst. Nach Abschluss der Bewerbungsphase wird eine Machbarkeitsstudie prüfen, ob das Siegerprojekt umsetzbar ist. Der Bundesrat muss das Projekt noch absegnen. Svizra27 ist eines von mehreren Projekten, die die kommende Landesausstellung durchführen möchten. 

Weitere Informationen sind unter www.svizra27.ch zu finden.

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