Wahlfeier mit der «First Family»

Mit Familie, Freunden, Arbeits­kollegen und seiner Partei ­feierte Martin Uebelhart am Sonntag, 9. Februar seine Wahl. Und am Montag trat er sein Amt an. 

Martin Uebelhart (Mitte) mit Ehefrau Brigitte (r. neben ihm), einigen seiner sieben Geschwister sowie seinem Göttimeitli in der Cafeteria Sonnmatt. Sogar seine 87-jährige Mutter Lina (sitzend Mitte) war aus Oberbuchsiten SO angereist (Bild: zVg)

von
Ilona Scherer

13. Februar 2020
09:00

Auch zwei prominente Politikerinnnen gesellten sich zur Wahlfeier von Martin Uebelhart in der Cafeteria des Altersheims Sonnmatt. «Dass sich unsere Grossratspräsidentin Edith Saner und Nationalrätin Marianne Binder ebenfalls die Ehre gaben und mitfeierten, freute mich besonders», so Uebelhart, der bereits am Montag die Nachfolge der zurückgetretenen Susanne Voser antrat. Für die Nachfolge von Andreas Muff wird ein zweiter Wahlgang am 29. März nötig, da keiner der weiteren sechs Kandidaten das absolute Mehr von 588 Stimmen erreichte.

 

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Sie machen damit den Schritt zum ­Berufspolitiker. Welches Gefühl überwiegt: Vorfreude oder Respekt?

Meine Vorfreude ist sehr gross. Es gibt viele spannende Themen, die in nächster Zeit auf Neuenhof zukommen. Hier gilt es, uns intensiv einzubringen und unsere Sichtweise zu vertreten. Respekt habe ich vor allem davor, dass ich bis Ende Mai noch bei der Huba Control angestellt bin und mich gleichzeitig in das Amt des Gemeindeammanns einzuarbeiten habe. Am Montagmorgen übergab mir Vizeammann Petra Kuster Gerny die Akten.

 

Welches Thema hat für Sie nun oberste Priorität?

Die tiefe Finanzkraft ist der grösste Nachteil von Neuenhof. Wir müssen haushälterisch mit unseren Mitteln umgehen. Sowohl im Alltag mit vielen kleinen Ausgaben als auch bei grös­seren Anschaffungen. Investitionen können wir nur tätigen, wenn sie nicht mehr verschoben werden können oder es sich nicht mehr lohnt, etwas hinauszuzögern. Mit dem Finanz- und Lastenausgleich, der vor einigen Jahren eingeführt wurde, haben wir jedoch das Fundament erhalten, auf dem wir aufbauen können, um unsere Lage zu verbessern. 

 

Welches sind die Vorzüge Neuenhofs?

Unsere Verkehrslage mit dem direkten Anschluss an die Autobahn und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist sicher ausgezeichnet. Da können nicht viele Gemeinden mithalten. Ebenso befindet sich unsere In­frastruktur zu einem grossen Teil in einem guten bis sehr guten Zustand.

 

Das umstrittene regionale Verkehrskonzept Oase ist aber auch für Neuenhof eine ­Herausforderung. Wie ist da Ihre Haltung?

Wir können die Bevölkerungs­zunahme um 30 Prozent bis 2040 sowie die entsprechende Verkehrszunahme nicht ignorieren. Die grösste Herausforderung ist bei der Oase die Abstimmung aller Verkehrsträger wie motorisierter Individualverkehr und Bahn, Limmattalbahn, Bus, Velo und Fussverkehr. Wenn wir keine Zunahme des Autoverkehrs wollen, so bedeutet das für den öffentlichen Verkehr, dass sie rund eine Verdopplung der Kapazitäten zur Verfügung stellen müssen.

 

Sie gelten als Befürworter der ­Limmattalbahn (LTB) durchs Dorf.

Tendenziell ja. Ich sehe darin die Chance, neue Quartiere zu erschlies­sen, etwa Dietikon oder das Spital Limmattal in Schlieren, das durch die LTB direkt erreichbar wäre. Viele Neuenhofer sind nicht nur nach Baden, sondern auch nach Zürich orientiert. Unsicher bin ich jedoch bei der Linienführung durchs Dorf, da hat mich keine der Möglichkeiten bisher überzeugt. Aber wir bringen lieber dem Kanton Vorschläge, um aktiv am Prozess teilnehmen zu können. Der grösste Fehler wäre, passiv zu bleiben und dann nicht an die LTB angeschlossen zu werden. 

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