Wasserratten müssen sich noch gedulden

Die Freibadsaison steht vor der Tür, und der Drang nach Badi-Besuchen steigt. Im Tägi Wettingen bereitet man sich auf eine Eröffnung am 8. Juni vor.

Die Rutsche kann momentan noch nicht genutzt werden – vorerst darf nur der Schwimmclub trainieren (Bild: zVg)

20. Mai 2020
09:00

Die Einwohnergemeinde Wettingen hat 1974 das Tägi realisiert, das zu den grössten Freizeit-, Sport- und Eventzentren der Schweiz zählt und den Besucherinnen und Besuchern auch künftig ein abwechslungsreiches und ganzjähriges Angebot bieten wird. Nebst den vielfältigen Sportangeboten bieten der neue Eventsaal und die grosse Sommer-Outdoor-Eventfläche beste Voraussetzungen für einzigartige Anlässe, Konzerte, Messen und Ausstellungen. Nachdem der Bundesrat am 16. März für die Schweiz die «ausserordentliche Lage» erklärt hat, verhinderte die Corona-Pandemie nach der zweijährigen intensiven Um- und Ausbauphase die auf den 8. Mai angekündigte Wiedereröffnung des Tägi-Sport- und Erholungszentrums.

 

Probelauf für Schutzkonzept

Am 22. April hat Bundesrätin Viola Amherd erstmals in Aussicht gestellt, dass Sportarten, bei denen die vorgeschriebenen Hygienevorschriften umgesetzt werden können, voraussichtlich ab Anfang Mai den Trainingsbetrieb unter bestimmten Auflagen wieder aufnehmen dürfen. Die Ämter wurden in Zusammenarbeit mit den Sportverbänden beauftragt, ein entsprechendes Rahmenkonzept zu erarbeiten. Auch der Verband Hallen- und Freibäder (VHF), in welchem Marco Baumann, CEO der Tägi AG, mitwirkt, hat in dieser Zeit für die Bäderbetriebe ein Rahmenschutzkonzept ausgearbeitet, das den Badbetreibern als Hilfsmittel dient, um ihr individuelles Schutzkonzept zu erstellen. Der Bundesratsbeschluss vom 29. April lässt nun wieder Vereinstrainings in einer Gruppengrösse von maximal fünf Personen zu. Auf Basis des Schutzkonzeptes des Schwimmverbandes, welches durch BASPO und Swiss Olympic genehmigt wurde und dem betriebseigenen Schutzkonzept der Tägi AG, das aufgrund der Vorgaben des Bundes nochmals angepasst werden musste, finden nun im Tägi erste, stark begrenzte Trainings des Schwimmclubs Wettingen statt.

Für den späteren Betrieb liefern diese Trainings wertvolle Erfahrungswerte für die Umsetzbarkeit der Hygiene- und Abstandsregelung bei einer weiteren Lockerung der Corona-Restriktionen mit einem öffentlichen Bäderbetrieb.

 

Chlor tötet Viren zuverlässig ab

Marco Baumann hofft, dass in einer zweiten Phase ab dem 8. Juni die Hallenbäder für das allgemeine Publikum geöffnet werden können. Dabei werden wohl weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gelten. Am gleichen Datum oder etwas später – je nach Entwicklung der Fallzahlen – sollen auch die Freibäder in Betrieb gehen. Baumann bezeichnet diesen Schritt als grosse Herausforderung. Der neuralgische Punkt in einem Bad, so Baumann, sei nicht das Wasser selbst, welches die Viren durch die Chlorierung zuverlässig abtötet. Die grosse Herausforderung liege vielmehr in der Einhaltung der Abstände auf der gesamten Anlage, so etwa im Eingangsbereich, in den Garderoben, bei den Durchgängen, den Duschen, in und um die Becken, den Liege- und Gastrobereichen. Hier wird pro zehn Quadratmeter Liegefläche voraussichtlich eine Person zulässig sein. Demzufolge dürften sich im Tägi bei einer Gesamtfläche von über 30'000 Quadratmeter gleichzeitig mehr als 3000 Personen aufhalten, sofern nicht zusätzlich die Vorgaben für Grossveranstaltungen zum Tragen kommen, die Anlässe mit mehr als 1000 Besuchern bis Ende August verbieten. Dies erfordert nebst einer kontrollierten Eingangssituation auch eine entsprechende Ausgangskontrolle. Den Entscheid, ob und unter welchen Voraussetzungen die Anlage öffnet, wird durch den Betreiber in Abstimmung mit der Gemeinde festgelegt.

Wann und in welcher Art die verschobenen Eröffnungsfeierlichkeiten für die ganze Anlage stattfinden werden, steht noch nicht fest und wird kommuniziert, sobald eine gemeinsame Feier möglich und angebracht ist. Weitere Informationen unter www.taegi.ch.

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