Weiermatt soll attraktiver werden

Die Weiermatt soll sich verändern. Entstehen soll ein urbanes, neues Quartierzentrum in Brugg-Ost mit grosszügigem Park und einem Platz an der Zurzacherstrasse.

Blick auf den Weiermattring mit Häusern der Wohnbaugenossenschaft für Bundespersonal (rechts) und öffentlichem Spielplatz. (Bild: sha)

25. November 2020
16:17

Die Ortsbürgergemeinde Brugg ist im Besitz der Parzelle 201 in der Weiermatt. Die14 540 Quadratmeter  grosse Parzelle befindet sich aktuell in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Mit Inkrafttreten der revidierten Bau- und Nutzungsordnung werden 3050 Quadratmeter der Parzelle in eine fünfgeschossige Wohn- und Arbeitszone (WAS) mit Gestaltungsplanpflicht umgezont. Der Perimeter des Gestaltungsplans umfasst auch die südlich an den Weiermattring angrenzenden Parzellen 1920 (private Grundeigentümerschaft) sowie 1921 und1929 (Wohnbaugenossenschaft für Bundespersonal in Brugg). Die Eigentümer dieser Parzellen beabsichtigen, ihre Parzellen entsprechend den Möglichkeiten der revidierten Bau-und Nutzungsordnung neu zu bebauen. Damit ergibt sich auch für die Ortsbürgergemeinde die Chance, den südlichen Teil ihrer Parzelle 201, auf dem sich heute ein öffentlicher Parkplatz und ein Spielplatz befinden, zu entwickeln. 


Machbarkeitsstudie als erster Schritt für die Quartierentwicklung Weiermatt
Im Hinblick auf eine künftige Neubebauung des Gestaltungsplangebiets Weiermatt soll laut Stadtrat in einem ersten Schritt gemeinsam mit den benachbarten Grundeigentümern eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden, um die generellen Rahmenbedingungen der Neubebauung, der Platz- und Freiraumgestaltung sowie der Erschliessung zu klären. Dabei geben die in der revidierten Bau- und Nutzungsordnung definierten Zielsetzungen für das Gestaltungsplangebiet Weiermatt den Rahmen vor: «Der Gestaltungsplan dient als Grundlage für die Entwicklung eines Quartierzentrums mit publikumsorientierten Nutzungen in den Erdgeschossen und einem grosszügigen Strassenraum, der einheitlich gestaltet ist. Der Lärmschutz ist mittels geeigneter Bebauungsstruktur und ohne Lärmschutzwände sicherzustellen. Die Einmündung Weiermatt ist städtebaulich (Bauten im Aussenraum) hervorzuheben. Im Gestaltungsplangebiet sind genügend Flächen für eine neue Bushaltestelle einzuplanen. Die bestehende Unterführung ist attraktiver zu gestalten.»

Diese Vorgaben basieren auf den Zielsetzungen der 2015/2016 von der Stadt Brugg und dem Kanton Aargau gemeinsam erarbeiteten Entwicklungsstudie Zurzacherstrasse, Zielbild 2040+, nämlich der Entwicklung des Gebiets Weiermatt zu einem urbanen, belebten Quartierzentrum. Die Entwicklungsstudie Zurzacherstrasse sieht für das Quartierzentrum Weiermatt eine Neubebauung mit drei höheren Gebäuden (sieben Vollgeschosse) sowie eine Platzbildung entlang der Zurzacherstrasse vor. Rückwertig soll der grosszügige Quartierpark mit einem vielfältigen Angebot für diesen Stadtteil erhalten und aufgewertet werden. Die publikumsorientierten Nutzungen (z.B. Quartierladen) im Sockelgeschoss, die Platzbildung an der Zurzacherstrasse und die Optimierung der Verkehrsführung für den Langsamverkehr sind wichtige Bestandteile, um die Zentrumsfunktion zu stärken.


Rolle der Ortsbürgergemeinde bei der Quartierentwicklung
Die Ortsbürgergemeinde könne bei der Quartierentwicklung Weiermatt verschiedene Rollen einnehmen, schreibe der Stadtrat in seiner Botschaft an die Ortsbürgergemeindeversammlung vom 8. Dezember. Sie könne sich entweder gar nicht engagieren, also die aktuelle Nutzung ihrer Parzelle beibehalten, die Gebietsentwicklung durch Dritte ermöglichen, indem sie den im Gestaltungsplanperimeter liegenden Teil ihrer Parzelle verkaufe oder im Baurecht abgebe. Andererseits könnte sie auch ein eigenes Immobilienprojekt realisieren. Die einzelnen Handlungsoptionen sollen anhand von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, basierend auf den Resultaten der Machbarkeitsstudie gegenübergestellt werden.


Kosten
Insgesamt wird für die Durchführung der Machbarkeitsstudie und für die Erarbeitung der Grundlagen für den Entscheid der Ortsbürgergemeinde hinsichtlich ihrer Rolle bei der künftigen Quartierentwicklung mit Kosten von rund 105 000 Franken gerechnet. Für die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie werden insgesamt 65 000 Franken veranschlagt. Darin enthalten sind eine Bebauungsstudie in Varianten, verkehrstechnische Abklärungen, die Beratung durch ein Landschaftsarchitekturbüro sowie die Definition der Rahmenbedin-gungen für den nächsten planungsrechtlichen Verfahrensschritt (Studienauftrag als Grundlage für die Erarbeitung eines Gestaltungsplans).

Es ist vorgesehen, ein Planungsteam, bestehend aus dem Architekturbüro Architheke AG, Brugg (Leitung), der Belloli Raum- und Verkehrsplanung GmbH, Brugg, und der SKK Landschaftsarchitekten AG, Wettingen, mit der Durchführung der Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Diese Planer waren bereits an der Erarbeitung der Entwicklungsstudie Zurzacherstrasse beteiligt und sind mit derThematik sowie der Situation vor Ort vertraut. Die weiteren im Planungsperimeter beteiligten Grundeigentümer werden sich an den Kosten für die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie gemäss ihren Grundstücksgrössen mit insgesamt 35 000 bis 39 000 Franken beteiligen. 


Würdigung und Antrag
Ausgelöst durch die laufende Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung und die Entwicklungsabsichten der benachbarten privaten Grundeigentümer, biete sich der Ortsbürgergemeinde die Möglichkeit, den südlichen Teil ihrer Parzelle 201 in der Weiermatt neu zu bebauen. Mit der Beteiligung an der Machbarkeitsstudie zur künftigen Bebauung sichere sich die Ortsbürgergemeinde die Möglichkeit, die Entwicklung des Quartierzentrums Weiermatt mitzugestalten, ist der Stadtrat abschliessend überzeugt.

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