Wellnessprogramm für die Seele

Geht nicht, gibts in der Welt von Mandala-Designerin Suzana Senn-Benes nicht. Mit ihren bunten Kreationen will sie die Welt verschönern.

Suzana Senn-Benes mit Hund «Bobi» in ihrem wohligen Zuhause. (Bild: is)

22. Dezember 2021
13:05

Vor dem glitzernden Weihnachtsbaum mit grossen silbernen Sternen steht eine Reh-Familie, aus dem Hintergrund dezent mit bläulichem Licht bestrahlt. Sanfte Weihnachtsmusik sorgt für eine behagliche Atmosphäre im ehemaligen Doktorhaus in Nussbaumen. Suzana Senn-Benes liebt es, ihr Zuhause zu jeder Jahreszeit in ein passendes Kleid zu hüllen. Die Ideen sprudeln nur so aus ihr heraus. In der Corona-Pandemie hat die 56-Jährige Mandalas als «bunte Kraftquelle entdeckt, die mich täglich nähren und in eine andere Welt mitnehmen». Schon in ihrer Kindheit war sie von Farben und Formen fasziniert und konnte sich in dieser Welt verlieren. Während des ersten Lockdowns begann sie, vermehrt Mandalas zu entwerfen – und entdeckte, dass sie ihr Kraft verliehen: «Die Kreismuster halfen mir, im Chaos von Vorschriften, Massnahmen und Ungewissheit meine Mitte zu finden, mich in einer phantasievollen und wohltuenden Welt zu verlieren und dabei zur Ruhe zu kommen.» 

Zwar zeichnet sie nach wie vor von Hand, allerdings nun mit digitaler Unterstützung: «Ich habe mich mit meinem iPad angefreundet.» Und sie ist überall kreativ. Gerne im Sommer auch im Garten oder auch mal auf dem Sofa – je nach Saison und Lust und Laune. Mittlerweile hat MandalAna – hier hat sie das «A» zwecks Wiedererkennung bewusst grossgeschrieben – schon gegen 3000 verschiedene Motive zum Leben erweckt. Die filigranen Zeichnungen gefielen auch dem Luzerner Traditionsunternehmen Emmi: Im Sommer 2017 erschien eine Serie von Kaffeerahmdeckeli mit dreissig Motiven von Suzana Senn-Benes – allerdings nicht in Farbe, sondern in Schwarz-Weiss. Aber es gefiel ihr: «Die Bilder wirkten elegant wie Scherenschnitte.»

Beim Betrachten eines fertigen Werks verspührt sie stets ein Gute-Laune-Gefühl. «Es freut mich natürlich, wenn ich dieses Gefühl auch bei meinen Mitmenschen entfachen kann und sie sich von meinen Werken berührt fühlen», so MandalAna. Schon der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung habe entdeckt, dass Mandala-Bilder den Menschen und sein Inneres beeinflussen können, erzählt sie: Mandalas hätten eine positive und heilsame Wirkung auf die menschliche Psyche, auch auf das Unterbewusstsein. «Die Motive helfen, eine neue Bewusstseinsebene zu erreichen und sich so von sorgenvollen Gedanken zu befreien.»

 

Die bunte Welt der Mandala-Künstlerin: MandalAna und ihre Kreationen. (Bild: zVg)

 

Zusammenhalt in der Familie
In ihrer bunten Welt fühlt sich Suzana Senn-Benes zu Hause. Mit ihrer Familie und dem quirligen Maltipoo «Bobi» lebt sie in Nussbaumen. Geboren wurde sie in Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens. Durch ihren Ehemann Peter, mit welchem sie dieses Jahr 31 Jahre glücklich verheiratet ist, wurde sie Doppelbürgerin. Ihre Eltern leben nebenan in einer Einliegerwohnung, und auch die erwachsenen Kinder Sara und Timo sind noch regelmässig daheim. «Das Familienleben und der Zusammenhalt zeigen mir, wie wertvoll das Miteinander ist. Für diese Lebensmomente bin ich unendlich dankbar und schätze es, gesund, neugierig und voller Ideen im Kopf meinen Mitmenschen zu begegnen», erklärt Suzana Senn-Benes.

Neben ihren Mandalas ist auch die Natur eine wichtige Energiequelle für die 56-Jährige: «Ich liebe es, mit unserem Hund Bobi lange Spaziergänge durch Feld und Wald zu unternehmen und auf diese Weise den Augenblick zu verlängern», so Senn-Benes. Regelmässig hält sie diese Augenblicke auch mit ihrer Kamera fest.

Schon seit Jahren lebt die kreative Obersiggenthalerin nach dem Motto «Gib Glück – es kommt zurück!». Sie war Initiantin und fünfzehn Jahre lang Präsidentin des Kinderhilfswerks «Pipapo», das sich für benachteiligte Kinder im In- und Ausland einsetzte. Auch ihren eigenen  Kindern wollte sie damit ein gutes Vorbild sein und gab ihnen mit auf den Weg, dass Menschlichkeit und Herzlichkeit ein wichtiger Teil unseres Daseins sein sollten. «Fünf Mal liess ich mit der Kids Parade Kinder für Strassenkinder auf den Strassen tanzen. Es waren stets fröhliche Veranstaltungen», erinnert sich die Künstlerin.


Baden zeigte Herz
2009 hat sie mit vielen Helfern einen Sommer lang die Stadt Baden in ein Herzen-Meer verwandelt. «Ich habe die Einwohner, Geschäfte und Institutionen bewogen, Herz zu zeigen, indem sie grosse Kunststoffherzen kreativ und bunt bemalten, welche in der ganzen Stadt ausgestellt wurden.» Die Herzen wurden versteigert, der Erlös ging an das Schulbildungsprojekt der Margrit-Fuchs-Stiftung in Ruanda.

Suzana Senn-Benes hat sich zum Ziel gesetzt, dass der Ausdruck «Es geht nicht» bei ihr keinen allzu grossen Stellenwert bekommt. «Stattdessen frage ich mich lieber: Wie geht es?» Sie habe die Erfahrung gemacht, dass sich der Kreis immer wieder schliesse und alle miteinander verbunden seien: «Von Herz zu Herz. Dies wiederum passt prima zu meinen Mandalas: Die Kreisform, die ich mit viel Leidenschaft und Herzblut fülle», strahlt MandalAna.

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Kommentare (1)

  • Emanuel Akala
    Emanuel Akala
    am 06.01.2022
    Ich kenne SuzAna nun schon seit einigen Jahren persönlich und verfolge ihre kreative Arbeit & innovativen, sowie künstlerischen Ideen immer sehr gespannt. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Herz-Mensch, den man einfach sofort in Herz schliesst, wenn man ihr begenet - Danke, dass es dich gibt <3

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