«Weniger Bachelor, mehr Traumhochzeit»

Das Ziel, die Fusion mit Turgi per 1. Januar 2024 zu vollziehen, wurde an der Badener Einwohnerratssitzung verschiedentlich als sehr ambitiös bezeichnet.

Zukunftsvision Fusion: Erhält Baden in Turgi eine zweite Bahnhofstrasse? (Bild: pg)

16. September 2020
14:44

Auf eine offizielle Anfrage durch den Gemeinderat Turgi im November 2019 hat der Badener Stadtrat entschieden, die Prüfung einer Fusion der beiden Gemeinden im Sinne eines Pilotprojekts voranzutreiben. Mit der Zustimmung von 41 Ja- zu bloss einer Nein-Stimme, bei einer Enthaltung, stimmte der Einwohnerrat letzte Woche dem Projektierungskredit von 277 000 Franken zu. Damit wurden die Signale für das Projekt, das in zwei Phasen abgewickelt werden soll, auf Grün gestellt. In der ersten Phase werden in ausgewählten Themenbereichen Grundlagen erarbeitet, aufgrund derer in einer Volksabstimmung im Juni 2021 der Auftrag der Bevölkerung zur Ausarbeitung des Fusionsvertrags abgeholt werden soll.


«Ziele setzen und verfolgen»
In den Fraktionsvoten war der Wille zur Fusion klar zu spüren. In Erinnerung an die gescheiterte Fusion mit Neuenhof verwies Olivier Funk (team) darauf, dass vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen, die vor den Gemeindegrenzen nicht haltmachen, die Fusion der richtige Weg sei. Trotzdem sollte man sich genügend Zeit nehmen. Fusionsprojekte seien mit Emotionen verbunden, die in der Bevölkerung zu Grundsatzdiskussionen führen. Diese, so Stefanie Kessler (SP), fehlen in der Vorlage, welche sie als zu technisch und verwaltungslastig bezeichnete. Angebracht wäre also quasi «weniger Bachelor, dafür mehr Traumhochzeit». Sarah Wiederkehr (CVP) begrüsste den Einbezug der Bevölkerung an Workshops und erachtete auch die zwei angedachten Abstimmungen als sinnvoll. Stadtammann Markus Schneider (CVP) erklärte, dass man sich des sportlichen Zeitplans bewusst sei und der Kommunikation ein hohes Gewicht beigemessen werden soll. Es sei jedoch wichtig, Ziele zu setzen und diese zu verfolgen.


Neuer Schulraum in Dättwil
Bedingt durch die steigenden Schülerzahlen, werden in Dättwil ab dem Schuljahr 2021/22 zwei zusätzliche Abteilungsräume benötigt. Da diese nicht innerhalb der Schulanlage Höchi realisiert werden können, soll die Schule die Räumlichkeiten im Obergeschoss der nahe der Schulanlage stehenden Liegenschaft Husmatt 7/9, nutzen. Diese wurde 2017 von den Ortsbürgern erworben. Die Raumkapazitäten erlauben es auch, die schulergänzende Kinderbetreuung unterzubringen. Seit Jahresbeginn werden die durch die Fachabteilung Bildung und Gesellschaft gemieteten Räume genutzt. Obwohl die ehemaligen Büroräumlichkeiten in einem guten Zustand sind und weitestgehend für den Unterricht übernommen werden können, gilt es, einige notwendige Umbauarbeiten auszuführen. Nebst dem sicherheitsrelevanten Glasersatz an den raumhohen Fenstern soll mit dem Lifteinbau auch die hindernisfreie Erschliessung sichergestellt werden. Obwohl der beantragte Projektierungs- und Baukredit in Höhe von 1,75 Millionen Franken hinterfragt wurde, sprach sich der Einwohnerrat für die Realisierung aus.


Ja zur Erschliessungsbucht
Die Mellingerstrasse in Baden ist eine der meist belasteten Hauptverkehrsstrassen im Kanton. Die Häuserzeile gegenüber dem Schadenmühleplatz wurde in den 1920er-Jahren gebaut. Dieser Abschnitt ist für den Fussverkehr ausgesprochen mangelhaft erschlossen. Die Hauszugänge der Liegenschaften münden direkt auf die viel befahrene Strasse. Die Grundstücke verfügen weder über eine Zufahrt und Garagierung noch eine Möglichkeit zum Warenumschlag. Ein in diesem Bereich öffentlicher Treppenaufgang wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das Ausbauprojekt sieht nebst Fahrbahnen und Radstreifen einen zwei Meter breiten Gehweg vor. Mit den Fachstellen und den Grundeigentümern wurde eine Lösung gesucht, bei welcher der Bereich der künftigen Tiefgaragenzufahrt auch dem Güterumschlag dient. Der Bau der Erschliessungsbucht ist auf das Strassenbauprojekt abgestimmt. Da eine spätere, vom kantonalen Projekt losgelöste Realisierung zu massiven Mehrkosten und grossen Verkehrsbehinderungen führen würde, hat der Einwohnerrat dem Baukredit von 540 000 Franken zugestimmt.
 

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