Wenn das Jenseits an die Türe klopft

Bei der Schnägge-Bühne Neuenhof wird es turbulent. Die Truppe studiert eine Komödie in drei Akten ein. Die Proben sind in den letzten Zügen.

Das Ensemble der Schnägge-Bühne Neuenhof ist bereit für seinen jüngsten Streich
Das Ensemble der Schnägge-Bühne Neuenhof ist bereit für seinen jüngsten Streich (Bilder: ag)

von
Annabarbara Gysel

13. März 2019
18:05

In der Blüte seines Lebens wird Thomas Herzog (Urs Oppliger) jäh aus dem Leben gerissen. Er stirbt bei einem Autounfall und hinterlässt seine Lebensgefährtin Eva (Nicole Blaser). Was die trauernde Fast-Witwe nicht weiss: Thomas war ein begnadeter Frauenheld. Als Haushälterin Lily (Claudia Boutellier) im Schreibtisch des Verstorbenen eine Trophäensammlung an Reizwäsche findet, ist Eva aber von dessen unlauterem Treiben überzeugt. Doch nun steht sie vor einem Problem: Es ist kein Geld mehr da. Sie hat ihr gesamtes Vermögen in die Firma von Thomas gesteckt, und es gibt weder Belege dafür noch ein Testament, das sie als Begünstigte hervorheben würde. Und da rennen ihr auch schon Willi Herzog (Michael Merkli) und seine Gattin Hildi (Helga Baumann) die Tür ein, um sich als einzige lebende Verwandte auf das Erbe zu stürzen. Dem nicht genug: Eva wird von der Polizei verdächtigt, beim Autounfall nachgeholfen zu haben. 

Nun kann nur noch einer Licht in die Sache bringen. Der Verstorbene selbst. Mit einer Geisterbeschwörung will Wahrsagerin Jacky (Bettina Schmid) ihn im Jenseits kontaktieren. Obwohl niemand an den Hokuspokus glaubt, steht Thomas Herzog kurz darauf mitten im Wohnzimmer. Er ist zurückgekommen, um sein altes Leben zu bereinigen. Für die Aufgabe bleiben ihm 48 Stunden. Sonst bleibt ihm der Weg in den Himmel verwehrt…

Der unsichtbare Tote

Ob Thomas es schafft, wird sich am kommenden Samstag zeigen. Dann findet in Neuenhof die Premiere von «Wer glaubt scho a Geischter» statt. Bis dahin hat das Ensemble der Schnägge-Bühne, zu dem auch Zdenek Porš (Prokurist Jan Kocourek) und Primin Ursprung (Oberinspektor Harry Klein) gehören, noch Zeit, an den letzten Feinheiten zu schleifen. «Die grösste Herausforderung ist die Hektik, die ab Erscheinen des Geistes auf der Bühne herrscht», sagt René Sethmacher. Wie der Regisseur erklärt, können die Charaktere, abgesehen von Eva, den Verstorbenen weder sehen noch hören. Für die Darsteller gilt es, sich von ihm in ihrem Spiel nicht stören lassen. Sie dürfen ihm weder ausweichen, wenn er im Weg steht, noch auf sein Gerede und Gezeter reagieren. «Das macht das Spielen sehr anspruchsvoll», so Sethmacher. «Zum Glück hat die Mehrheit bereits Bühnenerfahrung. Sonst hätten wir uns wohl nicht an dieses Stück gewagt.» Der Regisseur ist aber überzeugt, dass das Experiment gelingen wird. Während der Proben muss er kaum mehr Korrekturen anbringen. «Jetzt sind sie scharf und wollen spielen. Sie sind reif für die Aufführung.»

 

Aufführungsdaten:
- Samstag, 16. März, 20 Uhr
- Sonntag, 17. März, 17 Uhr
- Samstag, 23. März, 20 Uhr
- Sonntag, 24. März, 17 Uhr
- Freitag, 29. März, 20 Uhr
- Samstag, 30. März, 20 Uhr

Kath. Pfarreiheim Neuenhof
Reservation: www.sbn.ch

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