Wettingen kann Turnfest

In einem Jahr findet in Wettingen und Umgebung das Aargauer Kantonalturnfest statt. Das OK verbreitete am Start-Event Hochstimmung.

Das OK-Team trifft sich physisch zum ersten Mal und ist stolz auf den offiziellen Turnfest-Bus. (Bild: zvg | Christoph Laube)

23. Juni 2021
13:17

Es war ein bisschen wie ein Blind Date. Die über sechzig Männer und Frauen vom OK sahen sich am 15. Juni zum ersten Mal. Über Monate hinweg kommunizierten sie via E-Mail oder über Videokonferenzen. Wahrscheinlich ist dies das erste Mal, dass ein Fest in dieser Dimension im Homeoffice vorbereitet wurde.

Doch je näher der Beginn des Kantonalturnfest heranrückt, desto intensiver gestalten sich die Vorbereitungen. Der offizielle Startschuss war darum umso wichtiger für die Mitglieder, neuen Elan für die nächsten 365 Tage zu schöpfen. Das Treffen in der Outdoor-Eventarena des Tägis war aber auch als Stelldichein für die Partner, Trägervereine, Gemeindevertreter, Medien und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Sport gedacht.


Entscheidung fällt Ende September

Dem jungen SRF-Sportmoderator Calvin Stettler gelang es in erfrischender Weise, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Trotz praller Sonne und
Sicherheitsabstand im Publikum schaffte er es, immer wieder Lacher zu provozieren. In der «Elefantenrunde» entlockte er dem Präsidenten des Aargauer Turnverbands, Jörg Sennrich, dass dieser «früher» auf der Kurzstrecke immer der Schnellste war. Und der Wettinger Gemeindeammann Roland Kuster hat früher Handball gespielt. Nur Regierungsrat Markus Dieth kramte keine persönliche Sporthistorie hervor. Dieth ist Ehrenpräsident des Aargauer Kantonalturnfests. Darauf angesprochen, sagte er vergnügt: «Das Amt eines Ehrenpräsidenten ist toll: Ich muss eigentlich nichts machen, aber ich darf.»

Der Anlass fand mitten in der Austragung der Euro 2020 statt. Ein OK-Mitglied stänkerte ein bisschen in Richtung Fussball: «Nichts gegen die Spieler, aber neunzig Minuten nur einem Ball nachrennen, das ist nicht so mein Ding.» Der Spruch kam im ­Publikum gut an. Die Freude am bevorstehenden Anlass war ungekünstelt. Als dann noch Kinder und Jugendliche ihr Können auf der Matte zeigten, klatschten die Zuschauer begeistert zur Musik.

An der Veranstaltung wurden aber auch ernste Themen besprochen. Die Corona-Lage lässt sich nicht wegdenken. Zwar fallen die Zahlen, aber wie sich die Lage nach dem Spätsommer zeigt, ist ungewiss. Häufig wurde der Begriff «Point of no Return» erwähnt. Also der Zeitpunkt, zu dem man Tacheles reden muss. In diesem Fall: Findet das Turnfest statt oder nicht? Präsidiumsmitglied Roli Steiner sagte es unmissverständlich: «Ende September werden wir die Sachlage nüchtern analysieren und entscheiden, ob der Anlass stattfinden wird oder nicht.»


Sauberer RVBW-Bus

Die Veranstalter rechnen für ihr zehntägiges Fest mit 15'000 Teilnehmenden sowie 30'000 Besuchern. Noch geklärt werden muss die Frage nach komfortablen Übernachtungsmöglichkeiten.

Der eigentliche Höhepunkt war dann die Enthüllung des offiziellen Turnfest-Autos, das in den kommende zwölf Monaten Werbung auf den Schweizer Strassen machen wird. «Das hier hat aber noch einen grossen Bruder», meinte Stettler lakonisch. Und dann brummte die Musik. Ein Linienbus der RVBW fuhr ein, ebenfalls mit dem offiziellen Logo ausgestattet. Der Bus ist mit einem umweltfreundlichen Hybridantrieb ausgestattet und wird in den nächsten zwölf Monaten im RVBW-Netz Werbung für das Turnfest betreiben.

Als der Bus kam, jubelten die Zuschauer. Markus Dieth und Roland Kuster nahmen zwei Flaschen Schaumwein und weihten den Bus offiziell ein. Zeitgleich flogen Ballone in die Luft. Wenn das mit Corona durchgestanden ist und das Wetter mitspielt, könnte das Aargauer Kantonalturnfest das erste richtige Volksfest nach langer Zeit werden.

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