Wie weiter mit dem Pferdezentrum?

Anfänglich mit viel Elan gestartet, kommt das Projekt «Pferdezentrum Bücklihof» in Freienwil immer wieder ins Stocken. Warum eigentlich?

Geplant von Stoos Architekten, Brugg: aktuell gültige Skizze des Bücklihofs, Ansicht Reservoirweg
Geplant von Stoos Architekten, Brugg: aktuell gültige Skizze des Bücklihofs, Ansicht Reservoirweg (Bild: zVg | Stoos Architekten)

von
Claudio Eckmann

11. April 2019
09:00

Aktuell liegt für die Spezialzone «Bücklihof» in Freienwil ein Gesuch um zeitliche Verlängerung vor. Denn gemäss rechtskräftiger Bauordnung müssten hier bis im September 2020 wesentliche Teile des Projekts nicht nur bewilligt, sondern auch realisiert sein. Davon ist man zurzeit weit entfernt: Anderhalb Jahre vor Frist liegt noch nicht einmal ein Baugesuch vor. Nun wird um eine Verlängerung bis 2025 ersucht.

 

Unsicherheit in der Bevölkerung

Doch alles von vorne. 2013 hat die Bevölkerung von Freienwil die Zonenänderung genehmigt, die nötig war, um dem Projekt «Bücklihof» das Feld zu bereiten. Geplant war ein «Kompetenzzentrum mit den Schwerpunkten Veterinärmedizin, Zucht, Forschung und Lehre», wie es später im Gestaltungsplan 2017 heisst. Im Jahr 2016 führte Bauherr Dominik Burger von der IG Bücklihof selbst mit einem Zwischenprojekt, welches die genehmigte Bautengrenze um mehrere Meter überschritt, zu einer Verzögerung. Das Projekt wurde damals fallen gelassen, den Einsprechern entstanden gemäss eigenen Angaben hohe Anwaltskosten. Damit war das Klima rund um die Causa Bücklihof zunehmend gestört. Durch die Überarbeitungs- und Anpassungsschritte des Konzepts seitens der Bauherrschaft wurde die Unsicherheit in der Bevölkerung grösser. Bauherr Dominik Burger begründete die Änderungen am Konzept damit, dass zu Beginn des Verfahrens seine Idee eines Pferderehabilitationszentrums noch beinahe einzigartig gewesen sei in der Schweiz. In der Zwischenzeit sind aber mehrere solcher Zentren entstanden. Deshalb hat Dominik Burger sein Konzept angepasst. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Interaktion Pferd-Reiter.

 

Gebäudehöhen sind umstritten

Was in der Vergangenheit ebenfalls zu Unsicherheit in der Bevölkerung geführt hat, sind die geplanten Gebäudehöhen. Das Areal Bücklihof unterliegt der Gestaltungsplanpflicht. Aufgrund einer Bestimmung in der kantonalen Bauverordnung dürfen in Gebieten mit Gestaltungsplan Gebäude ein Geschoss höher sein als gemäss den bewilligten Zonenvorschriften. Dies wurde beim Bücklihof ausgeschöpft.

 

Gestaltungsplan beim Kanton

Als die IG Bücklihof die Nutzungsordnung 2016 anpassen lassen wollte, was zur Vergrösserung der verbauten Fläche geführt hätte, gingen zehn Einwendungen ein. Daraufhin passte die IG Bücklihof ihr Konzept wieder an. Im darauf folgenden Mitwirkungsverfahren kam es wiederum zu Einwendungen. Die Parteien konnten sich nicht einigen, und so übergab die Gemeinde den Gestaltungsplan an den Kanton zur Genehmigung. Dort gingen vier Beschwerden ein, welche zurzeit behandelt werden. 

 

Abstimmung im November geplant

Aufgrund der komplexen Sachlage und der wiederholten Anpassung des Projekts ist das anfängliche Vertrauen der Bevölkerung ins Projekt Bücklihof, welches auch vom Gemeinderat stets unterstützt wurde, über all die Jahre zurückgegangen. Ob die verworrene Sachlage zu einem guten Ende findet, lässt sich noch nicht abschätzen. Noch bis zum 15. April liegt im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens der Antrag für die Teiländerung in der Gemeinde auf. Danach, voraussichtlich im Juni, erfolgt die öffentliche Auflage, im November muss die Gemeindeversammlung entscheiden. Ob der Entscheid nur eine Formsache ist oder ob es zu einer Grundsatzdiskussion kommt, wird sich zeigen. Stimmt die Gemeinde zu, ist die Genehmigung durch den Regierungsrat auf April 2020 zu erwarten.

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