Windisch übt Kritik an KESD

Noch in der Konsolidierungsphase sieht sich der Verband Sozialer Dienstleistungen Region Brugg mit einem Austrittsbegehren konfrontiert.

Sitz des Gemeindeverbandes Soziale Dienstleistungen in Brugg
Sitz des Gemeindeverbandes Soziale Dienstleistungen in Brugg (Bild: sha)

von
Annegret Ruoff

22. September 2017
09:00

Anfang 2017 herrschte noch eitel Freude an der Schulthessallee 1. Damals eröffnete der Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen die neuen Räumlichkeiten mitten in der Stadt Brugg. Unter seinem Dach vereint sind die einstigen Vereine Jugend- und Familienberatung JFB, Mütter- und Väterberatung MVB sowie Kindes- und Erwachsenenschutzdienst KESD. Angeschlossen sind insgesamt 25 Gemeinden der Region. «Wir finden einen Weg. – Gemeinsam», heisst es auf der Homepage des Verbands. Dieses Motto scheint nun gefährdet. Zumindest, was die Zusammenarbeit mit Windisch angeht. Dessen Gemeinderat hat den Anfang Januar 2016 gegründeten Verband in den letzten Monaten immer wieder stark kritisiert. Nun hat er dem Einwohnerrat den Austritt aus dem KESB empfohlen. «Leider musste festgestellt werden, dass auf die Anliegen von Windisch weder eingegangen wird noch diese ernst genommen werden», formuliert der Gemeinderat in seinem Schreiben. Eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit mit dem KESD sei nicht möglich und führe zu einem grossen Mehraufwand innerhalb des Sozialdienstes, so der Gemeinderat weiter. 


Kündigung per Ende 2018

Der Austrittsbotschaft ging ein monatelanger Konflikt voraus, der seinen Anfang im Sommer 2016 nahm. Am 25. Oktober desselben Jahres fand dann ein erstes Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Gemeinde Windisch und den Verantwortlichen des KESD statt. Sechs Tage später reichte der Gemeinderat beim Verband die vorsorgliche Kündigung per Ende 2018 ein. Es folgte eine Phase von Besprechungen, zum Schluss wurde gar eine Mediatorin beigezogen. Die Gesprächssituation ist nach wie vor verhärtet, am Begehren von Windisch, aus dem Verband auszusteigen, hat sich nichts geändert. 


Ausserordentliche Versammlung

«Der Verband will nicht, dass Windisch austritt», machte Reto Wettstein, Brugger Stadtrat und Präsident des Verbands Soziale Dienstleitungen,  an der Pressekonferenz vom vergangenen Montagabend deutlich. «Wir streben an, dass die Aufgaben weiterhin gemeinsam von den 25 Gemeinden wahrgenommen werden», ergänzte er. Dem pflichtete auch Vizepräsidentin Marianne Möckli, Gemeindeammann von Villnachern, bei. Einberufen wurde die Pressekonferenz, um die Medien noch vor der ausserordentlichen Abgeordnetenversammlung, die am vergangenen Dienstagabend, nach Redaktionsschluss, stattfand, über die schwierige und komplexe Sachlage zu informieren. Haupttraktandum der Abgeordnetenversammlung war eine Statutenrevision. Dabei ging es um die Präzisierung der Modalitäten für einen Austritt aus dem Gemeindeverband oder den Verzicht auf gewisse Leistungen. Der Mangel in den Statuten war bereits Verhandlungspunkt an der letzten Abgeordnetenversammlung. Damals scheiterte die entsprechende Änderung der Satzungen allerdings knapp. 


Zu Lasten der Betroffenen

Reto Wettstein bedauert die aktuelle Situation sehr, zumal sich Schwierigkeiten innerhalb der Kommunikation auf strategischer Ebene immer auch auf die Zusammenarbeit auf operativer Ebene auswirkten. So sei in diesem Fall der Austauch zwischen den Beiständen, angestellt vom Verband,  und den Sozialdiensten der Gemeinde Windisch betroffen, und nicht zuletzt der Umgang mit den Klienten.

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