«Wir können etwas Tolles erwirken»

Cecilia Moreira hat das Brugger Einkaufsverhalten untersucht. Und dabei erforscht, was der Stadt fehlt. Und was sie stärken könnte.

Cecilia Moreiras Fazit der Umfrage: «Es ist viel Potenzial vorhanden» (Bild: sha)

von
Annegret Ruoff

09. Juli 2019
15:00

Was macht Brugg attraktiv? Diese Frage stand am Anfang der Diplomarbeit von Cecilia Moreira. Die stellvertretende Leiterin des SportXX in der Brugger City Galerie hat sich im Rahmen ihres Abschlusses als diplomierte Marketingmanagerin HF an der Business School in Zürich mit dem Brugger Einkaufs- und Konsumverhalten auseinandergesetzt. An der Umfrage, die von Dezember 2018 bis März 2019 online und schriftlich durchgeführt wurde, nahmen 1020 Personen teil, davon rund 35 Prozent Bruggerinnen und Brugger. 

  

Geografische Lage punktet

Untersucht hat Cecilia Moreira drei Schwerpunkte: das Einkaufs- und Konsumverhalten, die Gastronomie und die Altstadt. Auf die Frage «Warum kommen Sie nach Brugg?» gab die Mehrheit der Teilnehmenden den Detailhandel als Grund an. Ebenfalls punkteten die Einkaufsmöglichkeiten und die verkehrstechnisch gut erschlossene Lage. «Das ist eine erstaunlich gute Basis», so Moreira. Bei dieser könne man ansetzen, um die Stadt Brugg zukünftig noch attraktiver zu machen. 150 der Befragten nämlich finden Brugg alles andere als attraktiv. Auf ihre Frage, was denn fehle, bekam Cecilia Moreira vorwiegend die Antwort: ein Baumarkt, ein Warenhaus, eine Metzgerei und eine Käserei. Dass die Befragten in Brugg einiges vermissen, zeigte auch das Umfrageergebnis auf, laut welchem nur knapp ein Drittel der Befragten angibt, in Brugg alles zu finden, was benötigt wird.

 

Gartensitzplätze und Nachtleben

Obwohl die Mehrheit der Befragten angibt, die Attraktivität von Brugg habe sich in den letzten Jahren gesteigert, sind 24 Prozent der Meinung, Brugg sei stehengeblieben oder habe sich sogar zurückentwickelt. Für Moreira ein klares Argument, um in gemeinsame Projekte, welche die Stadt voranbringen, zu investieren. 

Auch im Bereich der Gastronomie ergab die Umfrage kein gutes Zeugnis für Brugg. Fast die Hälfte der Befragten findet das gastronomische Angebot in der Stadt «eintönig». Gewünscht werden etwa Erlebnisgastronomie, Spezialitätenrestaurants und ein Steakhouse. Mit «sehr gut» beurteilen sie die Auswahl im Gastrobereich. 

Was die Attraktivität der Altstadt angeht, empfinden sie 47 Prozent der Umfrageteilnehmer als unattraktiv. 42 Prozent sagen aus, die Altstadt sei «schön für einen Spaziergang». Gewünscht werden hier Gartensitzplätze im Sommer, ein attraktiveres Nachtleben sowie ein grösseres Angebot an Einkaufsmöglichkeiten.

 

Gemeinsame Projekte lancieren

Für Cecilia Moreira lautet das Fazit der Umfrage: «Es ist viel Potenzial vorhanden.» Die zentrale Frage sei jedoch: Was will Brugg eigentlich? Um zielgerichteter vorzugehen, müsse man das Rad nicht neu erfinden, so die Marketing-Fachfrau, sondern vielmehr auf den Stärken der Stadt aufbauen, Synergien nutzen und in Networking investieren. «Ich bin überzeugt, zusammen können wir hier etwas ganz Tolles erwirken», so Moreira.

Präzise ausgewertet und genutzt werden die Umfrageergebnisse nun von Moreiras Arbeitgeber, dem
SportXX. Einfliessen werden sie zudem in die Aktionen von «InBrugg», zu dessen Vorstand auch der Leiter des SportXX, Granit Tetaj, gehört. Die Vereinigung hat in den vergangenen Wochen mit ihrer Plakatkampagne zu Fronleichnam für Aufsehen gesorgt. «InBrugg» ist die marketingorientierte Dachorganisation von Mietervereinigung Neumarkt, City Galerie und Gewerbeverein Zentrum Brugg. Sie hat sich die Förderung der Attraktivität von Brugg in Form von regionalem und überregionalem Standortmarketing mit Fokus auf Detailhandel, Dienstleistung und Gewerbe zum Ziel gesetzt. Dafür sind verschiedene Aktionen geplant. Den Anfang machte das «Wurscht & Brot Fescht» an Fronleichnam.

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