Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Dritt- und Viertklässler aus Turgi haben Ammann Adrian Schoop eine Petition mit dem Titel: «Das Klettern darf kein Ende haben» übergeben.

Der Gemeindeammann Adrian Schoop war beeindruckt von der vorbildlichen Initiative der Kinder (Bild: sbs)

von
Suzana Senn-Benes

11. Juli 2019
09:00

Punkt neun Uhr am letzten Freitag versammelten sich aufgestellte Kinder der dritten und vierten Klasse vor dem Gemeindehaus Turgi. Ihr Ziel war es, dem Gemeindeammann Adrian Schoop höchstpersönlich ihre Petition, mit dem Titel «Das Klettern darf kein Ende haben» und gesammeltes Geld zu überreichen.

Die Initiantinnen Tajra und Fatima übernahmen sogleich das Wort: «Plötzlich standen wir vor einem gesperrten Klettergerüst und waren traurig, dass wir dieses nicht mehr nutzen konnten. Wir sahen, dass es dringend repariert werden muss. So kamen wir auf die Idee, mit einem Kuchenverkauf am Schulfest Geld und Unterschriften zu sammeln, damit die Reparatur so rasch als möglich erledigt werden kann. Wir sind froh, dass wir es rechtzeitig vor den Sommerferien geschafft haben.» Den Kindern war klar, dass solch ein Vorhaben viel Geld kostet, nahmen aber dennoch ihr Anliegen selbst in die Hand. Lehrerin Gabi Schaffner unterstützte die willensstarken Schüler und rundete den Betrag gerne auf 555 Franken auf.

Zusätzlich kamen 226 Unterschriften von Schülern, Lehrpersonen und Eltern zusammen. Stolz und voller Überzeugung überbrachten die ziel­orientierten Mädchen und Jungen ihre Botschaft dem Gemeindeammann Adrian Schoop. 

  

Gemeindeammann steht Red und Antwort

Gerührt stand Adrian Schoop vor der interessierten Kinderschar und lobte ihr vorbildliches Handeln: «Super, solche Menschen wie euch braucht es in der Gesellschaft. Toll, dass ihr auch unter Druck euer Ziel verfolgt habt. Leider erlebe ich oft, dass viele Forderungen gestellt werden, aber die Bereitschaft fehlt, selber etwas beizutragen. Ihr habt gezeigt, dass ihr gemeinsam viel erreichen könnt, und das erst noch in so kurzer Zeit. Mein grosses Kompliment.» Auch Laura meldete sich zu Wort: «Mein Bruder ist beim FC Turgi, und die bekommen so viel Geld.» 

 

Stabilisierung der Wand nötig

Es standen noch viele Fragezeichen bezüglich der Finanzierung der Reparatur der Klettergerüste im Raum. Der Gemeindeammann versuchte den Kindern die Sachlage zu erklären. Die Gemeinde habe genügend Geld für eine Reparatur, daran liege es nicht. Die Reparatur sei schon länger geplant. Doch sei es nicht so einfach, denn die ganze Wand müsse stabilisiert werden, weil sie mittlerweile spröde sei. Das wiederum brauche die Hilfe eines Ingenieurs und darum etwas mehr Zeit. Zu viel versprechen wolle er nicht und es werde wohl nicht möglich sein, dass alles bis nach den Sommerferien erledigt werden könne. 

 

Erste Petition als Lebensschule

Vorerst gab es Applaus und frische Gipfeli für die aktiven Turgemer Schüler, die sich nach dieser Aktion gestärkt und verstanden gefühlt haben dürften. Als Lebensschule bleibt ihnen sicher, dass man sich selbst einbringen muss, wenn man etwas verändern möchte. 

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