Wohnen, wo einst die Postkutsche hielt

Hinter der markanten Fassade des unter Ortsbildschutz stehenden Posthorn-Gebäudes entsteht ein Ensemble mit 23 Mietwohnungen.

Posthorn: Eine Baustelle mit Herausforderungen. (Bild: pg)

13. Oktober 2021
20:04

Wer durch Neuenhof fährt, kommt unweigerlich an der Baustelle mit der markanten Fassade des ehemaligen Gasthauses Posthorn vorbei. Bereits im vergangenen April wurde mit dem Teilabbruch und der Entkernung des Gasthauses begonnen, das unter Ortsbildschutz steht. Das Gebäude wurde 1834 erstellt. Dem Baufeld kommt denn auch eine besondere Bedeutung zu. In früheren Zeiten diente das Posthorn auf der Postroute Zürich–Aarau–Bern auch als Pferdewechselstelle. Damals waren Reisende und Briefe noch mit der Postkutsche unterwegs, und die Gaststätte fungierte bis zum Bau einer Poststelle im Jahre 1885 auch als Postablage. Zuletzt wurde dort eine Pizzeria betrieben.


Eine durchdachte Erschliessung
Bereits 2012 entstanden die ersten Skizzen für die Bebauung des Grundstücks, welchem eine besondere
Bedeutung zukommt. Nach diesem ersten Teilabbruch konnte der Kran gestellt werden, um das Ursprungsgebäude komplett zu entkernen. Das heisst, Innenwände und Decken wurden bis auf den Gewölbekeller zurückgebaut. Die zu erhaltenden Fassaden wurden mit einer aufwändigen Stahlkonstruktion im Innern des Gebäudes gesichert. Das Projekt wurde durch rpg architekten sia ag, Baden, ausgearbeitet. Das bestehende Posthorn wird durch einen winkelförmigen Baukörper ergänzt. Der zur Zürcherstrasse leicht zurück versetzte Neubau sei so platziert, dass zwischen den Gebäuden zwei verschiedene Platzsituationen entstehe, so der Projektverantwortliche Architekt Christian Aberle: ein eher öffentlicher Platz, über den auch die dahinter liegende Arztpraxis erreicht wird, und ein eher privater Platz auf der Rückseite des Posthorngebäudes, der von den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern der neuen Gebäude genutzt werden kann. Im alten Gebäude entstehen sieben und im Neubau sechzehn Geschosswohnungen.


Moderne Wohnungen an zentraler Lage
Bei der Orientierung der beiden Gebäude reagiert man mit dreifach verglasten Holz-/Metallfenstern auf die Lärmemissionen der Kantonsstrasse sowie die Besonnung. Die Hauptwohnseiten beider Häuser sind entsprechend gegen Süden und Westen ausgerichtet. Der architektonische Ausdruck des Neubaus lehnt sich an die Bebauung der Dorfzone beziehungsweise an das Posthorn an. Besonderes Augenmerk liegt auf der Ausbildung des Daches. Trotz der Winkelform des Baukörpers wird der First, analog der vorhandenen Dachstruktur der Dorfzone, linear ausgebildet. Grosser Wert wird gemäss Bauherrenvertreter Ferdy Blaser auch auf einen hochwertigen Innenausbau und die benutzerfreundliche Ausstattung von Küche und Bad gelegt. Beheizt werden die Liegenschaften durch eine zentrale Heizanlage mit Wärmeerzeugung durch Erdsonden-Wärmepumpen. Die Wohnungen sind ab Winter 2022 bezugsbereit.

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