Wunschkonzert für den Effingerhof

Am 12. Januar startet der Partizipationsprozess für die öffentliche Nutzung des Effingerhofs. Die Stadtbibliothek ist dabei kein Thema mehr.

Was wird aus den Räumlichkeiten des Effingerhofs? Ein Partizipationsverfahren öffnet nun den Raum für Ideen (Bild: sha)

von
Annegret Ruoff

09. Januar 2019
09:00

Werkstätten im Effingerhof

An folgenden Daten können sich Interessierte an den Werkstätten im Effingerhof an der Storchengasse 15 in Brugg beteiligen. Die Werkstätten werden von Fachpersonen begleitet.

 

Samstag, 12. Januar, 9 bis 12 Uhr

Donnerstag, 17. Januar, 17 bis 20 Uhr

Samstag, 19. Januar, 9 bis 12 Uhr

Dienstag, 22. Januar, 17 bis 20 Uhr

 

Samstag, 16. Februar, 9 bis 12 Uhr

Donnerstag, 21. Februar, 17 bis 20 Uhr

Samstag, 23. Februar, 9 bis 12 Uhr

 

Für schriftliche Eingaben gilt die Adresse:

Tschudin + Urech

Industriestrasse 21, 5200 Brugg

w.tschudin@arch-t-u.ch 

Am kommenden Samstag, 12. Januar, startet die erste Werkstätte im öffentlichen Partizipationsprozess rund um die Zukunft des Effingerhofs. Die Familie Kornfeld, welche die Liegenschaft im Sommer 2018 erworben hatte, lud die Bevölkerung bereits am 11. Dezember im Rathaussaal zu einer Informationsveranstaltung ein. Geleitet wird das Partizipationsverfahren vom Brugger Architekten Walter Tschudin, mitbeteiligt am Prozess ist auch die Stadt Brugg. Am gut besuchten Informationsabend, dem eine freie Besichtigung des stattlichen Gebäudes vorausging, wurde deutlich, dass der Bevölkerung die Zukunft des Effingerhofs mitten in der Brugger Altstadt am Herzen liegt. 

In insgesamt sieben offenen Werkstätten, welche in zwei Blocks an der Storchengasse 15 stattfinden, kann man sich in den kommenden Wochen einbringen. «Ziel des Partizipationsprozesses ist der Meinungsaustausch, die öffentliche Diskussion», sagt Verena Kornfeld von der Firma Cadima Real Estate AG. Dabei, so hatten die Verantwortlichen bereits im Dezember versichert, seien grundsätzlich alle Ideen willkommen.

 

Durststrecke für die Bibliothek

Eine Vision jedoch, welche zahlreiche Bruggerinnen und Brugger im Vorfeld sowie an der Informationsveranstaltung zum Projekt einbrachten, hat sich inzwischen zerschlagen. Auch wenn sich die Familie Kornfeld im Vorfeld offen zeigte und die «Aargauer Zeitung» im März 2018 noch titelte «Der Effingerhof ist eine weitere Variante für die Stadtbibliothek», ist der Stadtrat mittlerweile zum Schluss gekommen, dass über einen möglichen neuen Standort der Bibliothek in den Räumlichkeiten des Effingerhofs nicht mehr verhandelt wird. 

Am 26. November tat der Stadtrat über die Medien kund, dass er die Stadtbibliothek definitiv im geplanten Verwaltungsneubau auf dem Areal «Alte Post» unterbringen will. Auch in der Vorlage an den Einwohnerrat, der am 25. Januar über die Erhöhung des jährlichen Beitrags für die Stadtbibliothek abstimmt, wird der neue Standort an der Annerstrasse portiert.

Dabei argumentiert der Stadtrat, dass sich im Erdgeschoss des neu gebauten Gebäudes mit Möglichkeiten zur Nutzung des Aussenraums die Hauptvorgaben des Bibliothekskonzepts umsetzen liessen, allem voran der grössere Platzbedarf (600 Quadratmeter) mit grosszügigen Räumen, ein Bibliothekscafé, Kinder- und Jugendbereich sowie eine höhere Anzahl von Arbeitsplätzen. Bis die Umsetzung erfolgen kann, dauert es allerdings. Der Stadtrat rechnet damit, dass der Baustart für die neuen Gebäulichkeiten frühestens 2022 erfolgen kann. Dies erfordert vom Verein Stadtbibioliothek Brugg sowie vom Personal unter der Leitung von Cécile Bernasconi einen langen Atem.

Wie die Durststrecke zu überwinden sei, mag Vereinspräsidentin Käthi Süess zurzeit nicht kommentieren. Sie sei ganz einfach froh, dass sich endlich etwas bewege, sagt sie und verweist an Leo Geissmann, welcher den Stadtrat im Verein vertritt. «Die Marschrichtung zur neuen Stadtbibliothek ist im Bericht und Antrag an den Einwohnerrat dargelegt», sagt dieser. Angesprochen auf die Frage nach dem Standort, sagt er: «Für die Umsetzung der im Bibliothekskonzept definierten Hauptaufgaben erachtet der Stadtrat einen Standort an der Schulthess-Allee als optimal.» Eine Bibliothek an diesem Ort trage zu einem belebten und hochfrequenten Stadtzentrum bei und sei zudem ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Verbindung zwischen Altstadt und Neumarkt, einer Zielsetzung, die auch in den Planungsinstrumenten Stadtentwicklungsplanung (STEP) und Räumliches Entwicklungsleitbild (RELB) verankert sei.

 

Bibliothek ist nicht Teil des Partizipationsverfahrens

Weitere Argumente, warum sich die Räumlichkeiten des Effingerhofs für eine Bibliothek weniger eignen sollten, sind nicht in Erfahrung zu bringen. «Der Stadtrat hat in Bezug auf den Bibliotheksstandort auch die Möglichkeiten im Gebäude Effingerhof untersucht», erklärt Leo Geissmann. «Er ist dabei zum Schluss gekommen, dass der Standort an der Schulthess-Allee zu bevorzugen ist.» Der Stadtrat habe deshalb der Eigentümerschaft des Effingerhofs gegenüber klar signalisiert, dass der Bibliotheksstandort nicht Teil des partizipativen Prozesses Effingerhof sein werde. 

Im Übrigen stelle sich, so Leo Geissmann, der Stadtrat klar hinter das Partizipationsverfahren Effingerhof, an dem er ja aktiv teilnehme. So werden die Werkstätten des ersten Blocks unter anderem von Frau Stadtammann Barbara Horlacher, Stefan Hein, Leiter Planung und Bau, und Stadtplanerin Bigna Lüthy begleitet. «Der Stadtrat begrüsst die Absicht der Eigentümerschaft, im Gebäude Effingerhof Platz für öffentliche Nutzungen bereitzustellen», sagt Leo Geissmann. Er sei überzeugt, dass der partizipative Prozesses Effingerhof diesbezüglich gute Lösungen hervorbringen werde.

   

Fazit wird im April präsentiert

Angesagt ist nun ein offenes Wunschkonzert. «In den Werkstätten im ersten Block werden wir Wünsche, Ideen, Bedürfnisse und Visionen aus der Öffentlichkeit aufnehmen», freut sich Verena Kornfeld. Weil man davon ausgehe, dass danach Fragen auftauchen, eine Bedenkzeit notwendig sei oder Zeit für interne Abklärungen gebraucht werde, biete man einen zweiten Block an. «Gleichzeitig werden Ideen gebündelt, Synergien identifiziert und – unter Einbezug von Fachleuten – Argumente der Wirtschaftlichkeit und der funktionellen Machbarkeit geprüft.»

Nach dem Abschluss der Werkstätten wird – in Zusammenarbeit mit den Partizipationsparteien – ein Konzept erarbeitet und am 10. April in einer zweiten Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert. «Danach wird die Firma Cadima Real Estate AG den Baubehörden ein ausführbares Projekt zur Bewilligung vorlegen,», so Verena Kornfeld.

Selbstverständlich haben auch die Besitzer der Liegenschaft Ideen für dessen öffentliche Nutzung. «Wir möchten aber zu diesem Zeitpunkt nicht vorgreifen, um den Strom von externen Anliegen nicht zu behindern», erklärt Verena Kornfeld. Zu welchem Zeitpunkt sich die einzelnen Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einbringen, spielt keine Rolle. Die Werkstätten laden zum offenen Gespräch ein, auf Anfrage können einzelne Bereiche der Liegenschaft Effingerhof nochmals besichtigt werden.

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