Zehn Jahre im Dienst des Bözbergs

Der Verein KAIB, der gegen ein Tiefenlager im Bözberg ist, feiert sein Zehnjähriges. Am Jubiläumsanlass wurde eine Resolution verabschiedet.

Landsgemeindecharakter: Mitglieder des Vereins KAIB. (Bilder: isp)

14. Oktober 2020
20:40

«Vor zehn Jahren wurde der Verein ‹Kein Atommüll im Bözberg› (KAIB) gegründet und umfasst heute gegen 750 Mitglieder», sagt Max Chopard-Acklin, Präsident KAIB. Der Verein hinterfragt die Pläne zu einem Atommülllager im Bözberg und hat sich zum Ziel gesetzt, die Naturwerte am Bözberg zu bewahren. Die Bürger-
organisation ist breit aufgestellt und feierte vergangenen Sonntag ausgiebig das Zehn-Jahr-Jubiläum. Gestartet wurde unter anderem mit einer interessanten, fast zweistündigen Geschichtenwanderung «Der verletzte Berg» von und mit Kaspar Lüscher. Diese führte die rund sechzig Teilnehmenden über den Bözberg. «Für diese spannende Wanderung habe ich mich im Vorfeld mit Anwohnern unterhalten und Literatur von Max Baumann gelesen», führt Lüscher aus. Bei der Linner Linde angekommen, gabs einen offerierten Imbiss. Anschliessend startete die ungefähr einstündige Landsgemeinde mit integriertem Jubiläumsakt und Verabschiedung der Bözberg-Resolution. Die Grussworte des Geologen und Tiefenlager-Kritikers Marcos Buser wurden verlesen: Es brauche zwingend eine Fehler- und Sicherheitskultur, die diesen Namen verdiene, unter Einbezug der betroffenen Menschen. Nur auf diesem Wege könne es gelingen, überhaupt tragfähige Lösungen zu finden für dieses «generationenübergreifende Wahnsinnsprojekt», so Buser.

  • Priska Bachmann, Kaisten: «Ich bin seit Anbeginn Vereinsmitglied, wenn auch nicht so aktiv. Ich habe inzwischen viel gelernt über Gesteine. Der hier geplante Standort ist falsch. Ich bin davon überzeugt, dass man einen besseren findet.»
  • Max Chopard-Acklin, Obersiggenthal: «Als KAIB-Präsident würde ich mir wünschen, es bräuchte den Verein nicht mehr, weil man von der Idee Abstand nehmen würde, im geologisch problematischen Gebiet des Bözbergs ein Tiefenlager machen zu wollen.»
  • Elisabeth Burgener, Gipf-Oberfrick: «Als Initiantin von KAIB habe ich den Stein ins Rollen gebracht. Ich bin im Vorstand und führte auch mal das Präsidium. Am Beispiel vom Bözberg fordere ich eine faire und transparente Atommüllpolitik.»
  • Rolf Schmid, Frick: «Seit sechs Jahren bin ich beim Verein mit dabei. Meiner Meinung nach müssen der Prozess sowie die Sondierungen transparent ablaufen und nicht nach den Interessen der Atomlobby ausgelegt werden.»
  • Geri Wyttenbach, Bözberg: «Ich bin ein Gründungsmitglied und war fünf Jahre im Vorstand. Es ist generell eine Zumutung, dass man Atommüll im Tiefenlager deponieren will. Ich bin für eine Zwischenlagerung, sicher nicht für ein Endlager.»
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