Zu Ehren Mozarts

Die Schweiz ist bekannt für ihre Themenwege. Ein besonders geschichtsträchtiger ist der Mozartweg. Dieser erhält nun in Spreitenbach seine 24. Wanderstele.

Wolfgang Amadeus Mozart
Wolfgang Amadeus Mozart (Bild: Bildarchiv)

von
Isabel Steiner Peterhans

01. Juni 2018
09:00

Schweizer Mozartweg

Zum Mozartjahr 2006 erforschte Christina Kunz die Route, auf der die Familie Mozart 1766 die Eidgenossenschaft bereist hatte. Am 26. August 2006 wurde am Aarequai in Aarburg der Grundstein zum Schweizer Mozartweg gelegt sowie die erste Stele enthüllt. Der Schweizer Mozartweg erstreckt sich von der heutigen französischen Grenze in Dardagny GE bis zur deutschen Grenze beim schaffhausischen Schleitheim. Der Weg kann zu Fuss, mit dem Fahrrad, vielleicht sogar mit einer Kutsche, entdeckt werden. Die Karte zeigt den Verlauf des historischen Weges. 

Infos unter www.mozartweg.ch 

«Wolfgang Amadé hätte wohl vor lauter Freude eine weitere Symphonie komponiert», meint Christina Kunz, Präsidentin des Vereins Mozartweg Schweiz, fröhlich, als sie von ihrem Herzensprojekt erzählt. Die engagierte Cembalistin liebt klassische Musik und möchte, dass sich diese auch weiter in unserer Gesellschaft etablieren kann und trotzdem nicht unnahbar bleibt. Die Idee, sich dem Leben und Wirken Mozarts anzunähern, hat sie angetrieben, sich konkreter und ausführlicher mit den Spuren Mozarts auseinanderzusetzen. In der Via Storia, der Stiftung für Verkehrsgeschichte in Bern (Abteilung Kulturwege Schweiz), hat sich die Musikerin über einen ausgedehnten Zeitraum mit der Schweizer Reise der Mozarts befasst. «Spannend wars, in den Unterlagen, Dokumenten, Schriftstücken und Briefwechseln Einblick in die Schweizer Reise der Familie zu bekommen. Und ein Stück Zeitgeschichte ist mir dabei auch noch gleich mitgeliefert worden», so Kunz. Die Idee war, die verschiedenen Reisestationen miteinander zu verbinden und so einen Themenweg, den Itinéraire suisse de Mozart/Schweizer Mozartweg, ins Leben zu rufen. Das war 2006, zum 250. Geburtsjahr von W.A. Mozart. 

Mozartweg
Mozartweg (Bild: zVg)

 

Stele Nr. 24 in Spreitenbach

Am 13. Oktober 2017 wurde in Herzogenbuchsee im Kanton Bern bereits die 23. Stele des inzwischen umfangreichen Mozartweges eingeweiht. Nun wird eine weitere edle Stele in Spreitenbach beim Sternenplatz einen Ehrenplatz finden. Die Enthüllung der Stele wird feierlich umrahmt sein von Begrüs­sungsreden seitens des Gemeinderates sowie dem Festkonzert in der kleinen Dorfkirche. Es musizieren Freunde des Spreitenbacher Komponisten Honorat Cotteli, es werden Werke von W.A. Mozart und Honorat Cotteli gespielt.

 

Honorat Cotteli

Auf der Mozartstele ist rückseitig ehrenvoll ein Memorialhinweis auf den slowakischen Komponisten, Violonisten und Musikpädadogen Honorat Cotteli angebracht. 1967, auf der Flucht vor dem in seiner slowakischen Heimat grassierenden Kommunismus, hat er, der Konzertmeister der Staatsoper Banska Bystrica, mit seiner Familie in Spreitenbach eine neue Heimat gefunden. Am Zürcher Opernhaus und am damaligen Zürcher Konservatorium fand er neue Wirkungsstätten. Kreise schlies­sen sich, und mit dem Errichten der 24. Stele in Spreitenbach wird der Schweizer Mozartweg nun um eine Attraktion reicher. Anschliessend an die Enthüllung und Einweihung der Stele mit Grussworten der Gemeindevertretung der Präsidentin des Schweizer Mozartwegs und der Übergabe der Wander­stele aus Herzogenbuchsee findet ein Apéro statt.


Öffentliche Einweihung der Stele
Samstag, 2. Juni, 10.30 Uhr
Platz beim Restaurant Sternen, Spreitenbach

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