Zum letzten Mal Bücher tauschen

Am 28. Januar findet der Büchertausch zum letzten Mal statt. Weitergeführt wird hingegen die gut besuchte Bücherbox auf dem Eisi.

Begehrter Ort für Leseratten: Die Bücherbox auf dem Eisi bleibt. (Bild: aru)

19. Januar 2022
14:22

Am Freitag in einer Woche werden in der «Alten Post» an der Hauptstrasse in Brugg zum letzten Mal Bücher getauscht. Für Liliane Nüesch ein Moment, der mit Wehmut, Freude und Dankbarkeit verbunden ist. «Es war eine schöne Zeit», sagt sie. «Aber der Entscheid, jetzt aufzuhören, ist richtig.» Zwölf Jahre lang hat Nüesch zusammen mit der Windischerin Monika Mösch das Angebot betreut – zehn Jahre lang in der Suppenbar Souperbe, danach in der «Alten Post». Für das Gastrecht, das der Anlass bei Lucie Soland genoss, ist Liliane Nüesch dankbar. «Wir durften die Räumlichkeiten von Lucie Soland in all den Jahren kostenlos nutzen», sagt sie. «Das ist keine Selbstverständlichkeit und hat uns die Organisation sehr erleichtert.

Nun läuft der Mietvertrag von Soland in der «Alten Post» aus. Deshalb stand auch für die Verantwortlichen des Büchertausches eine Entscheidung an. «Wir haben alle möglichen Varianten abgewogen und sind zum Schluss gelangt, das Angebot einzustellen», sagt Liliane Nüesch. Mit ein Grund war die sinkende Nachfrage. «In der letzten Zeit kamen manchmal nur zwei Leute, manchmal gar niemand», erzählt die Organisatorin. Die Zeiten der Pandemie hätten den Teilnehmerschwund zusätzlich gefördert. «Nun freuen wir uns auf die letzte Ausgabe des Büchertausches», sagt Liliane Nüesch. «Und hoffen natürlich, dass wir ihn in würdigem Rahmen beschliessen können.»

Im Gegensatz zum Büchertausch floriert die Bücherbox auf dem Eisi. Auch sie wurde einst von Liliane Nüesch und Monika Mösch initiiert. Bei einem Besuch in Stuttgart sah Nüesch ein solches Angebot zum ersten Mal. «Da ich eine Leseratte bin, wollte ich so eine Kabine auch in Brugg aufstellen», schmunzelt sie. Eine ausgediente Telefonkabine fand sie im Netz, dank Beziehungen war auch der Transport schnell organisiert, und das Bauamt nahm die Kabine bei sich auf, bis ein geeigneter Platz im Zentrum gefunden war. «Zuerst stand die Bahnhofunterführung zur Diskussion», erzählt Nüesch. «Doch das kam für mich nicht infrage!», empört sie sich noch immer. «Eine Bücherbox gehört mitten ins Herz einer Stadt, an einen schönen, hellen Platz.»

Auf dem Eisi scheint nun der ideale Standort gefunden zu sein. Der Umlauf der Bücher zeigt, dass der Tausch auf diese Art wunderbar funktioniert. Insgesamt sechs Frauen wechseln sich bei der Betreuung der Box ab, sehen die neuen Bücher durch, bringen alles in eine Ordnung und entsorgen die «Ladenhüter». In der Bücherbox findet alles Platz, was einigermassen attraktiv ist. «Literatur querbeet heisst unser Konzept», erklärt Liliane Nüesch. Die Primarlehrerin arbeitete fünfzehn Jahre lang in der Stadtbibliothek Brugg und kann sich für fast alle Genres begeistern, auf Deutsch und auf Französisch. «Hauptsache, es ist spannend und gut geschrieben und hat Tiefgang», sagt sie – und spricht damit wohl vielen Besucherinnen und Besuchern der Bücherbox aus dem Herzen.


Büchertausch
Freitag, 28. Januar, 17 bis 18.30 Uhr
Alte Post, Brugg

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