Bäcker-Tipp zum 1.-August-Weggen

Woraus besteht der bekannte 1.-August-Weggen und wie ist er entstanden? Der Bäcker-Tipp dreht sich rund um dieses traditionelle Gebäck.

Ein 1.-August-Weggen in der Variante UrDinkel (Bild: zVg)

von
Tamara Lehmann

23. Juli 2020
09:00

Der 1. August, der Schweizer Nationalfeiertag, naht und ich habe mich auf die Suche nach der 1.-August-Weggen-Geschichte gemacht. Und zwar stammt der 1.-August-Weggen aus dem Jahr 1959 vom Schweizerischen Bäcker- und Konditorenmeisterverband. Wie die Bundesfeier selbst, die seit 1899 jährlich zelebriert wird, ist also auch der dazugehörige 1.-August-Weggen eine «Erfindung». Er war bereits zu dieser Zeit ein voller Erfolg, da sich sehr viele Bäckereien in der gesamten Schweiz an das gemeinsame Rezept hielten und so ein nationales Gebäck entstanden ist. Der Weggen wurde nebst dem Cervelat an diesem besonderen Tag zur Tradition und ersetzte den Butterzopf oder das Gipfeli.

Der 1.-August-Weggen enthält traditionellerweise kein anderes Fett als reine Butter und beim Teig ist besonders auf die Elastizität zu achten. Wichtig bei der Teigzubereitung ist es, die Butter erst beizugeben, wenn das Mehl schon gut eingezogen ist, weil sich die Butter, wenn sie lange geknetet wird, erhitzt, verflüssigt und dann viel weniger fein in den Teig einzieht. Der Weggen ist normalerweise zwischen 90 und 450 Gramm schwer. Nun das Kreuz: Zwölf Schnitte mit einer Schere sind dafür nötig. Es werden nämlich die exakten Umrisse des Kreuzes in den Teig geschnitten, das sich nach dem Backen deutlich hervorhebt, während die vier nach dem Backvorgang entstandenen Ecken sich nach aussen wölben. Da wird die Fingermuskulatur der Bäcker ganz schön strapaziert. Die Weggen gehen dann bei rund 200 Grad für 20 Minuten in den Ofen.

Dann kommt der goldbraune Weggen in die Verkaufsläden und wird dort von der Verkäuferin oder dem Verkäufer einzeln mit einem Schweizer Fähnchen geschmückt. Und fertig sind die feinen Weggen, parat zum Geniessen.

Bei uns finden Sie die traditionellen 1.-August-Weggen in den drei Grössen 90, 180 und 450 Gramm. Dazu aber die Kleinsten zusätzlich noch als Variante mit Hagelzucker. Und damit alle UrDinkelliebhaber und all jene, denen der Weizen schlecht bekommt, den 1. August genauso feiern können, gibt es den 90-Gramm-Weggen bei uns auch aus 100 Prozent UrDinkel. Weizen, UrDinkel und Butter stammen zu 100 Prozent aus der Schweiz.

Wenn Sie das kulinarische Erbe der Schweiz interessiert, sollten Sie die Website www.patrimoineculinaire.ch besuchen. Sortiert nach Kanton finden Sie dort spannende Geschichten über viele typische Schweizer Lebensmittel.

Ich wünsche Ihnen bereits jetzt ein tolles 1.-August-Fest!

 

Kontakt: Tamara Lehmann
info@baeckerei-lehmann.chwww.baeckerei-lehmann.ch, 056 443 22 39
Bäckerei Lehmann
Standorte: Schinznach-Dorf, Birmenstorf, Windisch, Brunegg

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